Journal Sonntag, 7. Mai 2017 – Berliner Frühling

Montag, 8. Mai 2017 um 8:12

Und da war er wieder, der Grund, aus dem ich Ferienwohnungen Hotelzimmern vorziehe: Zimmerpersonal und Kaffeeabhängigkeit.

Ich machte mich morgens nach dem Duschen und Anziehen am schönen Schreibtischplatz in meinem Hotelzimmer ans Bloggen, als es klopfte: Jemand wollte aufräumen. Auf meinen Morgengruß hörte ich zwar: “Ich komme später wieder.” Aber jetzt fühlte ich mich unwohl. Ich konnte ja geradesogut im Café überm Morgenkaffee tippen, nahm also meinen Laptop und ging hinunter. Um im Hotelcafé vor durchreservierten Tischchen zu stehen: Sonntagsbrunch. Also raus und nach einem Kettencafé gesucht, dieses und Cappuccino gefunden, auch ins WLAN gekommen – aber das Internet funktionierte nicht.

Zurück im Zimmer stellte ich fest, dass noch nicht aufgeräumt worden war. Die Stunde bis Aufbruch verbrachte ich zwar mit funktionierendem WLAN aber mit gespitzten Ohren, ob das Personal wiederkommt.

Der zunächst graue Tag klarte auf, ich spazierte in der Sonne zu meiner Mittagsverabredung am Prenzlauer Berg. Meine ersten Mauersegler des Jahres gehört und gesehen.

Nach ausführlichem Mittagessen (Empfehlung) mit großartigen Frauen aus dem Internet spazierte ich durch einen echten Frühlingstag wie im Mai erhoffbar zurück.

In Berlin blühen noch manche Kirschbäume, und mehrfach duftete mir Flieder entgegen.

Zu meiner Abendverabredung im Jolesch ließ ich mich dann aber mit der U-Bahn fahren, ich lernte eine weitere Frau aus dem Internet endlich auch mal persönlich kennen und freute mich sehr.

Nachts zurück im Hotel angstvoller Blick auf die Wahlergebnisse in Frankreich: Erleichterung, weil diesmal die Katastrophe einer nationalistischen Entscheidung nicht passiert war.

§

Wie eine US-Amerikanerin das deutsche Gesundheitssystem erlebt:
“My First Experience with German Public Healthcare”.

via @ingeborch

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Ehrlich gesagt freue ich mich ja schon sehr, wenn heutzutage jemand Hanns Dieter Hüsch überhaupt kennt (auch wenn mir klar ist, dass seine Texte und sein Humor nicht allzu zugänglich waren und sind). Umso schöner, wenn er im Freitag über ihn schreibt:
“Verzweifelt freundlich”.

Hüsch für Einsteiger:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/ZAUZkQyKukQ

Hüsch für Fortgeschrittene:

https://youtu.be/z89UeNmQBzM

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Sonntag, 7. Mai 2017 – Berliner Frühling“

  1. Chris Kurbjuhn meint:

    Mein Lieblings-Hüsch: “Subjektiver Bericht von der Vernichtung eines Alleinunterhalters während eines Sommerfestes unter Akademikern in einer Kleinstadt des Westens” – https://youtu.be/P5d9h7FfxCo
    Was mittlerweile vollkommen vergessen zu sein scheint: Die Serie “Goldener Sonntag” (zweite Hälfte Siebziger, Sonntagvormittags) mit Hüsch als durchknallendem Familienvater. Ganz, ganz groß – wenn ich mich recht entsinne, ist ja schon ein Weilchen her:).

  2. Jessica meint:

    Warum hängen Sie nicht das “Bitte-nicht-stören?”-Schild an die Zimmertür? Ich nutze das relativ oft und das wird vom Service auch immer beachtet. Bei guten Hotels kommt auch Mittags oder Nachmittags nochmal jemand zum Zimmerservice vorbei.

    Und in vielen Hotels gibt es inzwischen auch Kaffeemaschinen.

    Generell bevorzuge ich aber auch Ferienwohnungen, fühlt sich für mich mehr wie Zuhause an.

  3. Crazycook meint:

    Ich bin nicht sicher ob dieser zugegebenermaßen erfreuliche Ausgang der Wahlen in Frankreich am Ende ein Pyrrhussieg sein wird. Hätte Le Pen gesiegt wäre möglicherweise, nach deren Scheitern, eine weitere Nationalisierung in Europa zu verhindern. Scheitert Macron, was zu befürchten ist, dann ist Le Pen nicht mehr zu verhindern und Europa bricht auseinander. Derzeit hätte ein relativ starkes Europa Le Pen noch verkraftet, ob es nach Macron noch so sein wird, ich habe kein gutes Gefühl. Hoffentlich irre ich mich.

  4. Roland B. meint:

    Ich denke mal, Le Pens Antieuropakurs hat vor allem dann große Chancen, wenn die EU die Brexit-Verhandlungen verkackt, sprich den Briten alle denkbaren Vergünstigungen zugesteht ohne Verpflichtungen. Bleiben die EU-Staaten aber hart und sagen London “raus ist raus”, werden sich die Menschen leichter von den Vorteilen einer EU-Mitgliedschaft überzeugen lassen bzw. nicht so auf die Dummschwätzerei der EU-Gegner reinfallen.

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