Journal Donnerstag, 22. Juni 2017 – Heiß bis in die Nacht

Freitag, 23. Juni 2017 um 6:30

Schon morgens war es so warm, dass ich mit großen Schweißflecken auf der Bluse in die Arbeit kam und mir dort noch eine Stunde lang der Schweiß aus den Haaren tropfte. Ich habe schon in heißeren Büros gearbeitet, aber auch schon in deutlich besser kühlbaren. Dummerweise gehen Deutsche ja bekanntlich von Klimaanlagen (selbst von Kühldecken!) tot, oder zumindest schwer krank. It’s cultural. Lieber reißen sie die Fenster in die Hitze auf, auf die Gefahr hin, an „Zug“ zu erkranken, auch eine sehr deutsche Malaise.

Mal wieder ein Tag der bizarren Anrufe.

Abends nach Neuhausen zu einer Verabredung mit Besuch aus Berlin geradelt, unter einer Kastanie im Romans Abend gegessen. Ich hatte den Eindruck, dass es nachts kaum abkühlte.
Wichtige Ergänzung: Zu meinem Kummer hat das geschätzte Café Karameel geschlossen. Beim Vorbeigehen sah ich gestern, dass es durch ein anderes Lokal ersetzt wurde.

§

Vor acht Uhr morgens sind die Wegwarten auf der Theresienwiese wach.

Um 18 Uhr schläft die Wegwarte schon, dafür duftet die Kamille ganz hinreißend.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 22. Juni 2017 – Heiß bis in die Nacht“

  1. kalua meint:

    Der Deutsche braucht anscheinend die Frischluft, unabhängig davon, dass sie über 30°C hat (auch wenn er gleichzeitig über die Hitze jammert). Und der Zug, der von der Klimaanlage kommt, ist schwerst gefährlich, der von „draußen“ wohl nicht.
    Meine Beobachtungen.

  2. Regina meint:

    Ich kann dazu beisteuern, dass es für die Franzosen ebenso ist. Auch wenn sie erst bei etwas höheren Temperaturen anfangen zu jammern als in D
    Gestern bei 39°C Aussentemperatur : bis 15h alle Fenster weit offen, weil es so angenehm reinkommt, dann Fenster zu, weil so warm draussen, Klimaanlage ganztägig aus, weil tödlich, ABER Zimmertür offen, weil ICH sonst ersticke :0
    Normalerweise : Fenster zu weil es zieht, Klima aus weil tödlich, Tür zu weil kalt und Zug …
    Vielleicht eine Generationenfragen ?
    (Im Gegensatz zu meinen Kolleginnen habe ich Zeiten ohne Computer, ohne Handy, ohne Klima erlebt, Scheibenwischer musste man selbst anschalten, Fensterheber waren manuell, das können sich hier viele nicht vorstellen :0

  3. vered meint:

    Das Gewimmer über die schröckliche Hitze gelesen und gleich an jene Leserin in der Bibliothek gedacht, die ein batteriebetiebenes Mini-Ventilatörchen vor sich stehen hatte und als Einzige im ganzen Saal den ganzen Tag einen kühlen Kopf bewahrte.

    Gleich gegoogelt – und siehe, es gibt sie noch, die rettenden Dinger, klitzeklein und spottbillig. Also?
    Der Sommer ist noch lang, auch wenn nächstens die Temperaturen absinken sollten.

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