Journal Samstag, 21. Oktober 2017 – Backverlernängste

Sonntag, 22. Oktober 2017 um 10:03

Oy! Habe ich etwas das Kuchenbacken verlernt?

Samstagmorgen machte ich mich an einen Nusszopf mit Haselnüssen aus Elterns Garten – und das landete in der Kastenform. Nicht wirklich zopfig. Gebacken 35 Minuten, bis er schön braun war – doch dann stellte er sich beim Aufschneiden als innen roh heraus. Oy.

Am späten Vormittag radelte ich zum Olympiabad. Es war zwar bedeckt, aber immer noch deutlich wärmer als im Oktober üblich.

So sieht dieser architektonische Meilenstein im Moment aus, Eingang immer noch rechts sehr versteckt – und Besichtigungen nicht möglich, ich bekam einige Enttäuschung von Touristen mit. Diesmal wusste ich zumindest schon, wie ich in die Umkleiden, in die Dusche (bereits renoviert und sehr schick) und ins Becken kam. Genussvolle Schwimmrunde: Keine Mühe, keine Schmerzen, wenig Betrieb, nur kleiner Ärger über die Seitenströmung, allerdings trotz Magnesiumeinnahme immer ganz kurz vor Wadenkrampf.

Erinnerung an den Anlass des Baus: Die Olympischen Spiele 1972 und ihr bis heute durchgehendes Designkonzept.

Unterwegs Einkäufe auch schon für eine Einladung bei uns daheim nächste Woche, gemütliches Heimradeln nach Hause.

So setze ich mein PokémonGo Plus ein: Wenn’s leuchtet, drehe ich den Arm im Ärmel und klicke. Während der gerade angebrochenen Halloween-Aktion gibt es besonders Interessantes zu fangen.

Abends Verabredung mit einer Freundin im Pacific Times (da hinten kommt sie).

19 Uhr war vielleicht doch arg früh?

§

Nicht neu und nicht anlässlich der Weinstein-Vorwürfe oder der #metoo-Aktion geschrieben, dennoch gerade jetzt wichtig.
„The Thing All Women Do That You Don’t Know About“.

Gretchen Kelly macht sich Gedanken, warum so viele Männer (und manche Frauen) die Hinweise auf die Last von Alltagssexismus nicht ernst nehmen, für irrelevant erklären. Ihre Idee: Vielleicht wissen diese Menschen einfach nicht, wie weitreichend die Konsequenzen für die meisten Frauen sind. Weil sie nicht darüber sprechen.

Maybe they don’t know that at the tender age of 13 we had to brush off adult men staring at our breasts. Maybe they don’t know that men our dad’s age actually came on to us while we were working the cash register. They probably don’t know that the guy in English class who asked us out sent angry messages just because we turned him down. They may not be aware that our supervisor regularly pats us on the ass. And they surely don’t know that most of the time we smile, with gritted teeth. That we look away or pretend not to notice. They likely have no idea how often these things happen. That these things have become routine. So expected that we hardly notice it anymore.

(…)

We de-escalate. We minimize it. Both internally and externally, we minimize it. We have to. To not shrug it off would put us in confrontation mode more often than most of us feel like dealing with.

We learn at a young age how to do this. We didn’t put a name or label to it. We didn’t even consider that other girls were doing the same thing. But we were teaching ourselves, mastering the art of de-escalation. Learning by way of observation and quick risk assessment what our reactions should and shouldn’t be.

(…)

It’s the reality of being a woman in our world.

It’s laughing off sexism because we felt we had no other option.

It’s feeling sick to your stomach that we had to “play along” to get along.

It’s feeling shame and regret the we didn’t call that guy out, the one who seemed intimidating but in hindsight was probably harmless. Probably.

It’s taking our phone out, finger poised over the “Call” button when we’re walking alone at night.

It’s positioning our keys between our fingers in case we need a weapon when walking to our car.

It’s lying and saying we have a boyfriend just so a guy would take “No” for an answer.

Das mag alles für sich genommen „nicht so schlimm“ sein, doch ich halte es für inakzeptabel, dass es unterm Strich jeden Aspekt des Alltags formt. Was viele möglicherweise gar nicht wissen.

It occurred to me that they don’t know the scope of it and they don’t always understand that this is our reality. So, yeah, when I get fired up about a comment someone makes about a girl’s tight dress, they don’t always get it. When I get worked up over the every day sexism I’m seeing and witnessing and watching… when I’m hearing of the things my daughter and her friends are experiencing… they don’t realize it’s the tiny tip of a much bigger iceberg.

Maybe I’m realizing that men can’t be expected to understand how pervasive everyday sexism is if we don’t start telling them and pointing to it when it happens. Maybe I’m starting to realize that men have no idea that even walking into a store women have to be on guard. We have to be aware, subconsciously, of our surroundings and any perceived threats.

Und so gibt Kelly Tipps, die gleichzeitig die oft gereizt gestellte Frage beantworten, was ein Mann „denn eigentlich überhaupt noch darf“:

So, the next time a woman talks about being cat-called and how it makes her uncomfortable, don’t dismiss her. Listen.

The next time your wife complains about being called “Sweetheart” at work, don’t shrug in apathy. Listen.

The next time you read about or hear a woman call out sexist language, don’t belittle her for doing so. Listen.

The next time your girlfriend tells you that the way a guy talked to her made her feel uncomfortable, don’t shrug it off. Listen.

Listen because your reality is not the same as hers.

Listen because her concerns are valid and not exaggerated or inflated.

Listen because the reality is that she or someone she knows personally has at some point been abused, assaulted, or raped. And she knows that it’s always a danger of happening to her.

Listen because even a simple comment from a strange man can send ripples of fear through her.

Listen because she may be trying to make her experience not be the experience of her daughters.

Listen because nothing bad can ever come from listening.

Just. Listen.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Samstag, 21. Oktober 2017 – Backverlernängste“

  1. Norman meint:

    Ich habe so viel Widersprüchliches bezüglich Krämpfe und Magnesiumeinnahme (o. ä.) gelesen, dass das auf mich wie Homöopathie oder Esoterik wirkt.

  2. Modeste meint:

    Ich muss gestehen, dass mich die Einordnung von Hinterherpfeifen, derben Witzen und Blicken mit körperlichen Angriffen von Tag zu Tag ärgerlicher macht. Es gibt einen Abgrund zwischen Geschmacklosigkeiten, weil viele deutsche Männer schlecht flirten, und Männern, die Frauen einsperren, verletzen und vergewaltigen. Das eine ist auch nicht die Steigerung des anderen. Das ist einfach etwas ganz, ganz anderes.

  3. Brigitte Novacek meint:

    Steigerung vielleicht nicht. Aber das eine bereitet sehr wohl den Boden für das andere, weil es für eine bestimmte Einstellung Frauen gegenüber steht.

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