Journal Sonntag, 29. Oktober 2017 – Abgetaut

Montag, 30. Oktober 2017 um 7:44

Programm gestern: Turnen im Sportstudio, Kühl- und Gefrierschrank abtauen und putzen. Die Putzaktion schieben Herr Kaltmamsell (als Programmpunkt in Ferien) und ich (Feiertagsprogramm) seit einem halben Jahr vor uns her.

Also räumte ich nach meinem Morgenkaffee den Kühlschrank-Inhalt in Einkaufskörbe und auf den Balkon, ich schaltete aus.

Hinaus zum Ostbahnhof kam ich in mäßigem Sturm noch trocken. Doch nach einer Runde Crosstrainer und einem Stündchen Stepaerobic regnete es. Meine Regenjacke mit Kapuze bewährte sich, bis der Regen in die Sorte „strömend“ wechselte: Ich wurde tropfnass, wegen des Winds inklusive nutzloser Brille. Das war genau das Wetter, vor dem ich mich bei einer mehrtägigen Wandertour fürchte: Peitschender Regen führt zu schützend gesenktem Kopf, ich sehe nur den Meter Boden vor meinen Füßen.

Das Abtauen ging deutlich schneller als erwartet, direkt nach dem Frühstück war ich innerlich noch gar nicht bereit zum Putzen. Wie gut dass ich mich daran erinnerte, dass kein Gefrierschrank davon kaputt geht, wenn er eine Stunde abgetaut aber ungeputzt herumsteht!

Nach einer weiteren Tasse Tee ging ich nach Spielanleitung des Kühlschrankherstellers vor und machte Vorher-Fotos, um beim Wiedereinräumen der Einrichtung nicht herumprobieren zu müssen.

Den größten Dienst leisteten mir die Bilder beim Zusammensetzen der Leisten am untersten Glasregal. Aber: Dass ein wunderbar großer Kühlschrank, in den sogar ein ganzes Backblech passt, auch deutlich mehr Putzarbeit bedeutet als sein kleinerer Vorgänger, hätten Sie mir vermutlich vorher sagen können. Ich hingegen war dadurch zu überraschen. Überraschend fand ich auch, dass ich die Schubladen nicht völlig auseinander nehmen konnte; in die Steckverbindungen hätte ich gerne reingeputzt. Es waren dann doch ein paar Stunden, größter Erfolg: Ich habe nichts kaputt gemacht!

Mit diesem häuslichen Schwung setzte ich dann gleich mal Bagelteig an, wechselte den Wasserfilter aus, machte mir die Füße schön.

Zum Abendbrot gab’s Kartoffelsuppe aus Ernteanteil (plus zugekauftem Suppengrün). Und nach der Tagesschau war der Kühlschrank dann auch wieder kalt genug für das Kühlgut.

§

Traurige Geschichte, schöner Einsatz von ausführlichem Multimedia-Erzählen: Die New York Times über die scheue Irin Catherine Corless, née Farrell. Sie deckte als Heimathistorikerin auf, wie in ihrem Heimatort Tuam in einem katholischen Heim über Jahrzehnte hunderte uneheliche Babys und Kleinkinder misshandelt, vernachlässigt und in einer Klärgrube beerdigt wurden:
„The lost children of Tuam“.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Sonntag, 29. Oktober 2017 – Abgetaut“

  1. jongleurin meint:

    Aber, aber! Das ist auch mein Kühlschrank, wenn ich das richtig sehe, und den habe ich extra deswegen gekauft, weil man ihn niiiie abtauen muß. Ich bin schockiert. Muss man doch?

  2. die Kaltmamsell meint:

    Abtauen muss man den Gefrierteil, jongleurin, und das geht nicht einzeln. Laut Spielanleitung soll man die Gefriere regelmäßig abtauen, weil sich durchs regelmäßige Öffnen Eis bildet. Und wenn jemand (ich will keine Namen nennen) mal versehentlich die Tür nicht ganz schließt, bildet sich schnell ganz besonders viel Eis.
    Wenn man die Gefriere eh abtauen muss und den Kühlschrank nicht während dessen weiterlaufen lassen kann, kann man ihn bei dieser Gelegenheit gleich reinigen – so mein Gedankengang.

  3. Elfe meint:

    So einfach, so genial, so ungenutzt: Vorher-Fotos vom Kühlschrank, das ist überaus schlau, werte Frau Kaltmamsell! Ich werde mir den Tipp ganz fest merken und dann einmal im Jahr dankbar an Sie denken.

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