Journal Dienstag, 13. Februar 2018 – Die ersten heimischem Hamburger

Mittwoch, 14. Februar 2018 um 6:49

Wecker auf 7 Uhr gestellt, um mich schon mal aufs 6-Uhr-Wecken am Mittwoch vorzubereiten. Aber gestern hatte ich noch frei, und weil er schon um 7 begann, hatte ich schön viel vom Tag.

Die ersten Stunden davon verbrachte ich im Wohnzimmer am Laptop bloggend. Hin und wieder guckte ich raus auf die kleine Tierschau: Ein ungewohnter Vogelruf verriet mir einen Stieglitz in der Kastanie vorm Balkon, kurz darauf sah ich dort ein dunkelbraunes Eichhörnchen mit ganz langen Winterohren. Eine Amsel schimpfte so lange durch die geschlossene Balkontür, bis ich ihr Rosinen aufs Sims legte. Die Süddeutsche (Papier) gelesen.

Nach dem Frühstück am späten Vormittag lockte mich das Wetter zu einem Spaziergang in der nicht zu kalten Sonne. Auf dem Südfriedhof sah ich Buchfinken – aber keine Eichhörnchen, für die ich Erdnüsse dabei hatte.

Zurück daheim Adrian Mole ausgelesen. Und gleich danach Elena Ferrante, My brilliant friend angefangen (ich hatte die englische statt der deutschen Übersetzung gekauft, weil das E-Book hier nur ein Drittel kostete).

Nachdem jetzt klar ist, wann Herr Kaltmamsell dieses Jahr Urlaub nehmen kann, nämlich weiterhin nur in den Schulferien, buchten wir unseren gemeinsamen Urlaub 2018: Wir werden in Irland den Wicklow Way wandern und anschließend Dublin anschauen. Weitere Reisen plane ich ohne Herrn Kaltmamsell: Eine Woche ums Bachmannpreislesen in Klagenfurth sowie zwei Wochen Oktoberfestflucht, Ziel noch offen.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Hamburger, weil es aus der Kauf ne Kuh-Lieferung Patties in der Gefriere gab. Die Brötchen dazu hatte ich gebacken und war auch mit nur 24 Stunden Gehen sehr zufrieden. Ich bin völlige Hamburger-Ignorantin, mir ist eigentlich ein Fleischpflanzerl lieber; aber mit diesen Buns und mit viel geschmolzenem Käse schmeckten sie sehr gut.

An mehreren Stellen dachten Menschen darüber nach, was sie sich dieses Jahr zur Fastenzeit antun wollen: Es klingt alles sehr kompliziert, dafür meist komplett unreligiös. Mein regelmäßig geäußerter Vorschlag, sich bis Ostern einfach einmal am Tag mit einem Hammer auf den Daumen zu hauen und damit auf Schmerzfreiheit zu verzichten, wurde bislang nirgends aufgegegriffen. Ich scheine die einzige hier mit Begabung zum Thinken outside the Box zu sein.

§

Stevan Paul schreibt einem Abgesang auf ein deutsches Traditionsgericht, von dem ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal hörte:
„Abschied von den Grauen Erbsen – ein deutsches Traditionsgericht verschwindet“.

§

Sascha Lobo beobachtet im Web einen Rückzug ins Private:
„Wir tippen im Dunklen“.

via @alexmazkeit

Meine These: Es findet ein großer digitaler Rückzug ins Private statt. Das Private ist immerhin nicht politisch – auf die Weise, wie „Politik“ in öffentlichen sozialen Medien so absurd anstrengend sein kann. Öffentlichkeit hat sich für die meisten Menschen offenbar nicht als wertvoll erwiesen.

Das deckt sich mit meiner Beobachtung, dass Jugendliche ihre Online-Kompetenz damit belegen, was sie alles nicht öffentlich schreiben und wie geschickt sie für Unsichtbarkeit sorgen. Und es könnte die Verwunderung der Medien über die „Goldenen Blogger“ erklären, weil wir hier genau das Gegenteil tun und öffentlich schreiben.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu “Journal Dienstag, 13. Februar 2018 – Die ersten heimischem Hamburger”

  1. Lotte meint:

    Großartig, der Vorschlag mit dem Hammer… Das werde ich als Fasten-Empfehlung aufnehmen.
    Und mit dem Stieglitz haben Sie das ornithologische Rätsel des gestrigen Tages gelöst: hatte Nähe Sendlinger Tor am Nachmittag auch etwas Unbekanntes flöten gehört und Suche nach dem Stieglitz-Ruf ergab nun: er war’s.

  2. marie.sophie meint:

    Aus Irland ertönen Jubelchöre! Die Katze miaut, der Hund wufft, der Tierarzt sucht den Zinkkamm um Kälbchen zu kämmen und das Fräulein ist entzückt. Die Kaltmamsells go Éire!

  3. sabine meint:

    ich hämmer mit ;)

  4. die Kaltmamsell meint:

    Hier wird auch eifrig vorbereitet, marie.sophie: Herr Kaltmamsell übt Tin Whistle, ich recherchiere Holzschuhe zum Tanzen, der Gälisch-Kurs an der VHS ist gebucht, alle Bücher von Roddy Doyle liegen auf einem fordernden Stapel und unsere gesamte Wanderausrüstung wartet auf ein Umspritzen in Grün.

  5. Hauptschulblues meint:

    Vor zwei Wochen war eine Schar Stieglitze in den Platanen vor dem Kaufhof am Marienplatz – Betonwüste – und tat sich an den Samen gütlich. Und waren laut.

  6. Norman meint:

    Mein regelmäßig geäußerter Vorschlag, sich bis Ostern einfach einmal am Tag mit einem Hammer auf den Daumen zu hauen und damit auf Schmerzfreiheit zu verzichten, wurde bislang nirgends aufgegegriffen.

    Ganz einfach, wir alle haben schon Schmerzen, ich hab’ Weltschmerz!

  7. Eva meint:

    Der Hammer ist der Oberhammer! (Sorry, ich konnt’s nicht lassen)

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