Journal Donnerstag, 29. November 2018 – Schlecht terminierte Migränepause

Freitag, 30. November 2018 um 6:39

Die Uhr zeigte 4:30 an, als mich der Schmerz eines Beils quer durch die Stirn weckte. Nach einer halben Stunde meldete sich auch noch Übelkeit, jetzt war klar: Migräne. Ich nahm mein Triptan, wartete auf Nachlassen des Schmerzes, schickte kurz nach sechs eine Krankmeldung in die Arbeit – die mir gestern ausgesprochen schlecht in den Kram passte.

Die Migräne hätte schlimmer sein können: Gegen 11 Uhr konnte ich aufstehen, um zwei bekam ich sogar Appetit, nachmittags war ich in der Lage, von der Ferne Arbeitsmails zu bearbeiten, Termine zu verschieben und mich bei den Kolleginnen und Kollegen zu entschuldigen, die ich durch meine Abwesenheit in Schwierigkeiten gebracht hatte.

Abends war ich wieder fit genug für eine kleine Einkaufsrunde – ein Glück, dass meine Migräneattacken so kurz sind.

Die sechs Amaryllistengel, die ich am Samstag gekauft hatte, sind in unvermutet viele Blüten explodiert.

§

Annette Ramelsberger hat für die Süddeutsche Zeitung den Prozess gegen Beate Zschäpe, vulgo NSU-Prozess, begleitet. Das von ihr und ihren Kollegen erfasste Protokoll des Prozesses erschien bereits ausschnittweise im SZ-Magazin, Teile wurden am Residenztheater vorgelesen, jetzt werden sie gesamt als Buch veröffentlicht. Der Spiegel hat Rammelsberger interviewt:
„Rechter Terror
‚Zehn Morde. Sind ihnen völlig egal'“.

Am Tag des Urteils hat sich gezeigt, dass die Angeklagten nicht allein waren. Auf der Besuchertribüne erschienen verurteilte Rechtsterroristen, alle in Schwarz gekleidet, wie auch die Angeklagten, das war abgesprochen. Manchen Kollegen wurde ihre Privatadresse zugeflüstert – eine glatte Bedrohung.

via @niggi

Auch das habe ich am Mittwoch in der Schöffeneinführung gelernt: Landgerichtsprozesse werden nicht wörtlich protokolliert – Amtsgerichtsprozesse übrigens schon.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu “Journal Donnerstag, 29. November 2018 – Schlecht terminierte Migränepause”

  1. U. meint:

    Ich habe auch seit meiner Jugend Migräne und bin der größte Trpitan-Fan, den es gibt. Mich sucht es seltener heim als Sie, dafür länger. Als ich bereits erwachsen war, erfuhr ich von meiner Großtante, dass sie genauso wie ich an Migräne gelitten hatte (also mit genau denselben Symptomen). Sie meinte, bei ihr hätte es mit der Pensionierung aufgehört. Seitdem freue ich mich unheimlich auf dieses Alter. Sind aber leider noch 19 Jahre!

  2. Hauptschulblues meint:

    H. hat bei der Bekämpfung von Migräne das Buch von Oliver Sacks „Migraine“ stark unterstützt. Man/frau muss halt gucken, was für einen passt.

  3. U. meint:

    @Hauptschulblues: Sieht interessant aus!

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