Journal Sonntag, 30. Dezember 2018 – Spaziergang nach Sendling

Montag, 31. Dezember 2018 um 8:40

Lang und mit Genuss geschlafen, zu Regengeräuschen aufgewacht. Es blieb ein dunkler, nasser Tag.

Gestern genehmigte ich mir wieder eine Runde Sport: 35 Minuten Crosstrainer, 35 Minuten tiefes Bauchtraining. Die Gymnastik war ordentlich anstrengend, ich konnte richtig schwitzen.

Frühstück, Lesen, Häkeln. Ein wenig raus wollte ich trotz des düsteren Himmels. Als ich gegen halb vier die Wohnung verließ, machte der Regen gerade Pause. Sonst spaziere ich immer entweder Richtung Marienplatz oder Richtung Isar, diesmal hatte ich mir als Ziel den Harras ausgesucht, ging also die Lindwurmstraße stadtauswärts rauf nach Sendling.

Wieder entdeckte ich, dass selbst in meiner nächsten Umgebung ein paar Schritte abseits meiner gewohnten Wege genügen, um mich völlig Neues entdecken zu lassen: Sendling hat diese leicht schäbige Vorstadtausstrahlung, die ich bislang nie live in München erlebt hatte (um sagen zu können, warum sie sich ganz deutlich von der Atmosphäre in Giesing unterscheidet, müsste ich erst nochmal in mich gehen).

Zurück in der Ludwigsvorstadt.

Sehr vertraut fühlte sich allerdings die seltsame Stimmung der Jahreszeit an. Dieses innere Schweben zwischen Weihnachten und Silvester kenne ich seit Jungmädchenzeiten, in denen ich mich an diesen Tagen mit Freundinnen und Freunden traf, daheim mit Strickzeug auf dem Schoß, in den letzten ein, zwei Jahren vor dem Abitur auch schon in Cafés oder Teeläden. Und auch wenn ich gerne ein bisschen Sonne und längere Tage gesehen hätte und verreist wäre, mag ich es dieses Jahr, ins echte Nichtstun zu fallen – und unter anderem auf die Idee mit dem Häkeln zu kommen. Andere Leute, habe ich mir sagen lassen, fangen in diesen Tagen an Puzzles zu legen.

Daheim schrieb ich den Post über meine Bücher 2018 fertig und las im Faksimile von Henri Cartier-Bressons The decisive moment (Weihnachtsgeschenk), bis Herr Kaltmamsell Apfelstrudel nach Rezept seiner Mutter servierte.

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Sonntag, 30. Dezember 2018 – Spaziergang nach Sendling“

  1. Berit meint:

    Normalerweise wird dem Wort „nett“ ja immer schlechtes nachgesagt, aber anders kann ich ihre Freizeitgestaltung gerade nicht beschreiben. Einfach nett. Heimelig.

    Liebe Frau Kaltmamsell, egal wie ihre Jahresendgestaltung ausfällt, rutschen Sie gut rein. Vielen, vielen Dank für 365 Tage Einblick in ihr privates Leben, die vielen interessanten Links und Denkanstöße. Ich komme immer wieder gern hierher.

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