Journal Samstag, 2. Februar 2019 – Genutzter Samstag mit Rotz

Sonntag, 3. Februar 2019 um 7:41

Sehr gut geschlafen, das abendliche Ibuprofen mag geholfen haben.

Erst mal einige Zeit für das große Fest gewerkelt.
Die leichte Verrotzung machte es nicht ratsam, die geplante Schwimmrunde durchzuziehen, draußen regnete es heftig und machte auch einen Isarlauf unattraktiv. Ich nutzte eine Stunde lang den Crosstrainer, schloss eine halbe Stunde Krafttraining für den Oberkörper an.

Weil mich nach dem Sport fröstelte, nahm ich eines meiner seltenen Vollbäder, danach kochte ich Porridge zum Frühstück, aß ihn mit Joghurt und Latwerge.

Der Regen hatte aufgehört, ich bekam Sehnsucht nach dem Draußen. Da Herr Kaltmamsell bereits alle Einkäufe erledigt hatte, nahm ich mir Suche nach Weizenmehl Type 812 vor (die üblichen Mehlquellen waren bereits in den vergangenen Wochen abgeklappert) und steuerte ein Reformhaus an – kein Type 812. Im Untergeschoss von Marienplatz und Stachus sah ich mich nach Fotoautomaten um (ich hatte schon viele Monate kein Monatsfoto mehr aufgenommen, weil das Untergeschoss Sendlinger Tor eine Baustelle ist und alle Automaten abgebaut) – ebenfalls vergeblich. Dann kehrte ich halt im Läderach-Laden ein und besorgte Pralinen, Schokolade und Konfekt zum Durchprobieren. (Abendlicher Test ergab: Schokolade gut, Konfekt sehr fein, Pralinen aber lediglich gut, weit weg von der Raffinesse des Schokoladenladens in der Triftstraße oder des verblichenen Rottenhöfers.)

Zurück daheim bügelte ich die am Vortag und eben gewaschenen Stücke weg, aß Mandarinen und Granatapfel (der mit Wasser gekochte Porridge, wie er mir am besten schmeckt, hält nicht lange vor). Zum Abendessen servierte Herr Kaltmamsell Rind aus der Pfanne und Pastinakenchips, ich machte Posteleinsalat dazu.

Über den Tag schritt die Erkältung voran, zum Schlafen brauchte ich dann doch Nasentropfen.

§

Die Nachrufe im Tagesspiegel über Nicht-Berühmtheiten sind immer wieder besonders berührend. Diesmal lernte ich den jung verstorbenen Moritz Kwasigroch kennen, der nur 19 wurde:
„Man lebt ja nur einmal“.

§

Ich scherze ja gerne (und meine es eigentlich auch so), dass ich eher zur Somatopsychik neige denn zur Psychosomatik: Körperliche Leiden schlagen sich bei mir meist deutlich aufs Gemüt. Und ich beobachte: Während vor ein paar Jahrzehnten die psychische Komponente von Erkrankungen vernachlässigt wurde, ist sie jetzt Erklärung Nr. 1 – inklusive dem Unterton, man sei selbst schuld an seinen Beschwerden, weil man sein Leben und seine Persönlichkeit nicht im Griff habe. (Dabei sind die Diagnoseverfahren für organische Erkrankungen so viel besser geworden.)

Spektrum der Wissenschaften schildert:
„Wie der Körper die Seele krank macht“.

Wobei „Hast du schon deine Schilddrüse checken lassen“ inzwischen in meiner Umgebung der Reflexhinweis bei fast allen Beschwerden ist.

via @malomalo

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Samstag, 2. Februar 2019 – Genutzter Samstag mit Rotz“

  1. marthe meint:

    Ihre Schmerzattacken müssen zermürbend sein, stelle ich mir vor, davon berichten Sie ja schon lange. Ich wünsche Ihnen sehr, daß Sie etwas hilfreiches finden, vielleicht ja der Neurologe, vielleicht Zweitmeinungen.

  2. Bobbie meint:

    “ man lebt ja nur einmal“ hat mich berührt. Diese unbändige Lebenslust bis zum Ende. Von Moritz kann man sich „eine Scheibe abschneiden“. Warum gibt es Menschen, die lassen sich einfach nicht unterkriegen trotz Aussichtslosigkeit und andere haben scheinbar alles und können es nicht wertschätzen…

  3. Christian meint:

    … wenig, was mich in diesem ganzen Pseudo-Achtsamkeitsgeblubber so aggressiv macht wie der „Unterton, man sei selbst schuld an seinen Beschwerden, weil man sein Leben und seine Persönlichkeit nicht im Griff habe.“

    Ihnen alles Gute. Körperlich. (naja, sonst auch aber – ach, Sie verstehen schon)

  4. MissJanet meint:

    Ich lass den Link mal hier…
    Funny van Dannen Schilddrüsenunterfunktion
    https://www.youtube.com/watch?v=YlfL7Oe5dAI

  5. Claudia meint:

    Ich kenne den Schokoladenladen in der Triftstraße ja nicht und kann daher die Qualität nicht beurteilen, aber ich liebe die Pralinen von https://www.clement-chococult.de/ und decke mich dort jedes Mal, wenn ich – leider viel zu selten – in München bin, ein.
    Gruß aus Bonn,
    Claudia

  6. marthe meint:

    Ich sehe, Sie unterscheiden Konfekt und Pralinen. Worin besteht der Unterschied?

  7. die Kaltmamsell meint:

    Das Konfekt, marthe, enthält Gebackenes, ist aber viel zu aufwändig und edel, als dass man es Teegebäck nennen könnte. (Außerdem steht auf der Rückseite der Packung „Konfekt assortiert“.)

  8. Stephan meint:

    Schau doch mal beim Lutz .. mehltypen umrechen und simulieren ….

    https://www.ploetzblog.de/tipps-und-tricks/spreadsheets/

  9. Regina meint:

    Sehr geehrte Frau Kaltmamsell,
    seit ich vor einem knappen Jahr ein Selbst-Brot-Bäcker geworden bin, kaufe ich alle Mehle (auch das 812er …) in der Off-Mühle in Sindelsdorf bei Penzberg, deren Mehle direkt aus der Region kommen und (nicht alle, aber viele) Bio-Qualität haben – die kann ich nur empfehlen!
    Herzliche Grüße von der anderen Isarseite,
    Regina :-)

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