Journal Samstag, 12. Oktober 2019 – #12von12

Sonntag, 13. Oktober 2019 um 9:03

Am gestrigen 12. des Monats konnte ich mich mal wieder an #12von12 beteiligen (den Tag über fotografieren, davon 12 Bilder posten, hier wird gesammelt), allerdings erinnerte ich mich erst am Vormittag daran.

Bis dahin hatte ich ausgeschlafen, war mit Kopfweh aufgewacht, das aber durch eine Aspirin zu heilen war. Ich hatte gebloggt, eine Waschmaschine gefüllt und in den wundervoll sonnigen Tag hinausgeschaut. Und, wie ich twitterte:

„Specht!“


„Eichhörnchen!“


„Meiserl!“

(An einem friedlichen Herbstsamstagmorgen beschränkt sich die Konversation zwischen Herrn Kaltmamsell und mir gerne mal auf Fensterguckhinweise.)

Um die Mittagszeit würde ich mit Herrn Kaltmamsell zu seinen Eltern nach Augsburg fahren, bis dahin war Zeit für wenigstens ein bisschen Bewegung auf dem Crosstrainer (unangestrengte 45 Minuten konnten doch meiner verknoteten Hüfte nicht schaden).

Kurze Strampelpause, als ich die Handtücher und Tischwäsche aus der Waschmaschine holte, dann ging es weiter mit diesem Ausblick.

(Seit letzter Woche hängt ein Brief der Hausverwaltung an der Eingangstür, dass die Schrotträder da draußen Ende des Monats entsorgt werden.)

Danach versuchte ich ein wenig Dehnen – und kam zu meiner Überraschung nach Monaten mal wieder an den rechten Hüftbeuger ran (sonst blockierte immer alles schmerzhaft, bevor ich auch nur in die Nähe einer Dehnhaltung kommen konnte). Und danach konnte ich das rechte Bein wieder schmerzfrei heben, zum Beispiel über den Badewannenrand. Ich ahnte, dass das nur vorübergehend sein würde, doch wieder habe ich meine Hüfte ein bisschen besser kennengelernt.

Duschen und anziehen, ich ging noch kurz Einkaufen: Milch, Milchprodukte und Käse fürs Wochenende im Biosupermarkt. Es war überraschend warm, die Jacke über meinem T-Shirt war unnötig.

Besorgt hatte ich mir auch ein kleines Frühstück. Am Stil unten war ein kleiner Apfel aus Ernteanteil gehangen (ich bin zu bequem zum Abfieseln eines kleinen Kerngehäuses und esse es einfach mit).

Das Bayernticket hatte ich bereits per Bahn-App gekauft, jackenlos spazierten wir gemütlich zum Bahnhof.

Rätselhafter Zettel am Bahngleis. Eine kurze Recherche im Zug ergab, dass ein „Bremsproben-Geber“ wohl eine Druckluft-Quelle ist, mit der der Luftdruck der Bremsanlagen im Zug gemessen oder befüllt wird.

Wir stiegen (pünktlich) wieder Augsburg Haunstetterstraße aus, nahmen von dort eine Tram und einen Bus zu Schwiegers. Dort Erkundigungen nach dem verletzten und operierten Herrn Schwieger, der jetzt seine Reha antritt.

Auch meine Eltern waren da, alle bekamen köstlichen Datschi – wo, wenn nicht hier (es ist bis heute nicht ganz geklärt, woher Augsburg den Spitznamen Datschiburg hat).

Meine Eltern fuhren uns auch zurück zum Bahnhof. Wir hatten noch ein wenig Zeit bis zur Abfahrt unseres Zugs und spazierten durch den benachbarten Protestantischen Friedhof.

Ein zauberhaftes Idyll, doch auch mit einigen eher bizarren Grablegen – ich nahm mir einen gründlicheren Besuch vor.

In München spazierten wir um den Bahnhof herum: Ich wollte die Lücke genauer besehen und fotografieren, die der Abbruch des Bahnhofsgebäudes hinterlässt (hatte sie am Dienstag zuvor vom Radl aus entdeckt).

Als Foto nicht wirklich beeindruckend – einen weggen Bahnhof sieht halt nur, wer ihn als vertraute Landmarke kannte.

Auf dem Heimweg wieder oktoberliches Technicolor, weiterhin spätsommerlich warm.

Wäre ich Designerin, wollte ich dieses Leuchten der Kastanie in einer Lampe umsetzen.

Daheim gleich noch eine Maschine Wäsche gefüllt, vielleicht raffe ich mich am Sonntag zum Bügeln auf.

Herr Kaltmamsell servierte Nachtmahl: Zum einen Nudeln mit der Fleischsoße vom Vorabend, zum anderen gebratenen Radicchio aus Ernteanteil. Dazu ein Glas Rotwein.

Der Herr an meiner Seite kränkelt erkältet, wir gingen früh zu Bett (ich hatte so sehr keine Lust auf ein Vollbad, dass ich es bleiben ließ).

Meine derzeitige Lektüre, Daniel Mendelsohn, Matthias Fienbork (Übers.), Eine Odyssee. Mein Vater, ein Epos und ich, gefällt mir gut: Ich habe Spaß daran, mich an die Odyssee und ihren Hintergrund zu erinnern, lasse mir von Mendelsohn gerne parallel die eigene Vater-Sohn-Geschichte erzählen.

§

Ein bissl Spaß mit Extinction Rebellion Australia: Civil Disco-bedience.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Samstag, 12. Oktober 2019 – #12von12“

  1. Sabine meint:

    Kennst du Mendelsohns The Lost? Ein hervorragendes, bewegendes Buch, ich muss aber hinzufügen, dass manche der Szenen mich auch Jahre nach der Lektüre nachts wachhalten.

  2. iv meint:

    OMG, das Bahnhofsfoto!

  3. Nina meint:

    Ich bin auch beeindruckt von dem Foto meines weggen Heimatstadtbahnhofs!

  4. Friederike meint:

    Kastanien-Lampe – das klingt nach einer tollen Idee (oder auch Linden, Buchen – und die herrlich herbstbunte Spitzeiche hier im Park)!

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