Journal Samstag, 30. November 2019 – Gemütlicher Start ins Plätzchenbacken

Sonntag, 1. Dezember 2019 um 9:42

Bis kurz vor acht geschlafen – damit war die Schmerzens-Wachzeit gegen vier mehr als wieder drin.

Beim Rechneraufklappen die Nachricht von Twitter, dass ich dort vor zwölf Jahren meinen Account eingerichtet habe. Mir wurde bewusst, dass ich noch nie eine Twitterpause erwogen habe: Ein nicht-öffentlicher Account und eine sorgfältig ausgewählte Timeline samt genauso sorgfältig gesetzter Filter machen mein Leben dort aufs Angenehmste kuschlig.

Wohl erwogen, wenn auch sehr selten, habe ich Blogpausen – doch dann halte ich mir vor Augen, dass ich hier niemandem etwas liefern oder beweisen muss, dass ich auch mal bloß fünf Sätze von unterirdischer Belanglosigkeit als Journalpost des Tages veröffentlichen kann, dann geht’s wieder. Es dominiert immer noch das ungemein befreiende Gefühl kompletter Irrelevanz und erhält mir den Spaß am Bloggen. Der tägliche Post fühlt sich nie nach Mühe oder Arbeit an, ich muss mich nie überwinden oder unangenehm anstrengen; am ehesten noch im Urlaub, wenn ich am Ende eines Tages voller Eindrücke diese in einem Eintrag verarbeiten will, mit vielen auszuwählenden und zu bearbeitenden Fotos. Doch gestern las ich vor dem Bloggen erst mal noch das Vorwort von Peter Carey zu Plainsong von Kent Haruf – und begann noch währenddessen Stichworte für meinem Text darüber aufzuschreiben. Es ist mir halt ein Bedürfnis. Fisch schwimmt, Vogel fliegt, ich blogge. (Fast hätte ich geschrieben „ich schreibe“, doch vor professionellen Pflichttexten mache ich dieselben Ausweichmanöver wie jede andere durchschnittliche Lohnschreiberin auch.)

Ich entdeckte, dass im englischen Wikipedia-Eintrag über Kent Haruf nur ein Essay aufgelistet ist:

„The Making of a Writer“. Granta Magazine, issue 129: „Fate“.

Und dann fühlte ich mich tierisch bildungsbürgerlich, als ich nur aufstehen musste und zu meinem Regal mit den Grantas seit 1996 gehen, um den Text lesen zu können.

Eigentlich hatte ich nochmal zum Schwimmen radeln wollen, der Regen hatte ausfgehört, es blitzte sogar ein wenig blauer Himmel durch. Doch nach dem Bloggen war es so spät, dass ich lieber zeitsparend auf eine Runde Faszienrolle, Crosstrainer, Dehnen und Kräftigung umplante. Strampeln ging sogar 25 Minuten schmerzfrei, ich widerstand der Versuchung weiterzustrampeln.

Nach dem Duschen holte ich mir Semmeln (Herr Kaltmamsell war fort zu einer Frühstücks-Verabredung).

Zum Frühstück machte ich mir eine große Kanne Tee aus meinem feinsten Darjeeling: Ich hatte den Wasserfilter erneuert, und die ersten Liter durch frischen Filter bringen das superkalkige Münchner Leitungswasser so nah an gutes Teewasser wie möglich.

Twitterlesen, Blog-Feed, dann nahm ich mir gemütlich die Wochenend-Süddeutsche vor.

Es war bereits dunkel, als ich mich an die ersten Plätzchen der Saison machte: Teig für Gewürzblumen. Zum Kühlen über Nacht kam der Teig in den Fahrradkorb auf dem Balkon.

Zusammenstellung der Lieblingstweets des Monats.

Nachtmahl war der restliche Borscht vom Vorabend, dazu ein Glas Rosé Suez von Buhl. Abendunterhaltung aus dem Fernseher: Charlie und die Schokoladenfabrik – immer noch so schräg wie beim ersten Mal, aber nicht wirklich auf gute Art. Verdutzt stellte ich fest, dass mir der Darsteller des kleinen Charlie, Freddie Highmore, sehr bekannt vorkam, weil er derzeit als Good Doctor im Fernsehen zu sehen ist (als ich seine Biografie las, musste ich grinsen – der Anfang ist derart stereotypisch für einen britischen Schauspieler).

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Samstag, 30. November 2019 – Gemütlicher Start ins Plätzchenbacken“

  1. Biggimuc meint:

    Sehr erfreut, dass Sie keine Blogpausen in Erwägung ziehen. Ihr täglicher Post ist eine Bereicherung meines Alltags mit vielen Hinweisen und Tipps, die ich sehr gerne aufnehme. Ganz herzlichen Dank dafür.

  2. Usul meint:

    Oh, danke für das „Fisch fliegt …“-Zitat, da musste ich doch gleich mal beim CemB im Sprechblasen-Blog vorbeischauen, das hatte ich irgendwie aus den Augen verloren.

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