Journal Sonntag, 29. Dezember 2019 – Sonniger Frost

Montag, 30. Dezember 2019 um 8:33

Nochmal ein wirklich sonniger und schöner Tag, allerdings auch durchgehend frostig.

Gestern nur eine kleine Sportrunde mit Crosstrainer, Dehnen und den wichtigsten Übungen. Wieder sah ich wie jeden Tag Eichhörnchen in den Bäumen vor unserem Haus herumturnen – sollten die nicht laut Biobuch Winterruhe halten?
Ich spazierte Semmeln holen.

Nach Frühstück und Internetlesen war ich endlich mal schläfrig genug für eine kleine Siesta. Und danach munter genug für einen sonnigen Spaziergang über den Südfriedhof zur Isar.

Gehen war schmerzhaft und schwer, nach der guten Stunde Trippelei war ich deutlich erledigter als nach einer Stunde Schwimmen oder Morgensport. Gleichzeitig ziehe ich mich inzwischen deutlich für draußen deutlich wärmer an als früher: Ich kann nicht schnell genug gehen, dass mir davon richtig warm würde.

Daheim Orange, Birne und Stollen. Ich las Nancy Mitford, The Pursuit of Love, das mir von Anfang an sehr gut gefallen hatte: Der Roman basierend auf den Kindheits und Jugenderinnerungen der Autorin und spielt in der Zeit und der Welt von P. G. Wodehouses Wooster und Jeeves, zeichnet diese reichen, privilegierten Kreise allerdings noch hirn- und rücksichtsloser. Der Tonfall ist süffisant und respektlos, ohne dass sich die Erzählerin selbst ausnähme.

Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell den restlichen Ernteanteil (Blaukraut, Karotten, Rote Bete) mit aufgetauter Zungenbrühe zu einer Art Borscht verarbeitet, der genau das richtige gegen die Kälte und meinen Gemüsehunger war.

Als Abenunterhaltung sahen wir die Mord im Orient-Express-Verfilmung von 2017. Mir gefiel sie sehr gut, ich konnte die Verrisse von vor zwei Jahren nicht recht nachvollziehen: All die großen Schauspielerinnen und Schauspieler glänzten, die Kamera erzählte interessante Zusatzgeschichten, Kostüm und Maske zeugten von Recherche und Hingabe, und die oft kritisierte Künstlichkeit von Farbe und Ausstattung gab dem Film eine Theaternote, die dem veralteten Ausgangsmaterial gut tat. Hatte die Kritik Realismus erwartet? Bei einem Agatha-Christie-Stoff?

§

Den Morgen hatte ich mit Lektüre des ZEIT-online-Schwerpunkts „Unheimlich schön“ verbracht. Besonders interessant fand ich die Reportage von Vanessa Vu über Schönheitsoperationen in Südkorea, zu denen sie neben Kundinnen und Kunden sowie Anbietern auch eine örtliche Ethnologin befragt hat:
„Größer, glatter, Gangnam“.

Für mich als Schmink-ferne ebenfalls sehr informativ: Ein Porträt von Make-up-Expertin Lisa Eldrige.
„Die Gralshüterin“.
Ich sah sogar ein paar ihrer verlinkten YouTube-Tutorials an: Besonders faszinierte mich ihre Analyse von Marilyn Monroes ikonischem Look.

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https://youtu.be/RAneUTr8mog

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Sonntag, 29. Dezember 2019 – Sonniger Frost“

  1. Nina meint:

    Lisa Elridge-Fangirl hier! Ihre samtenen Lippenstifte sind der Hammer. Ich habe noch nie Lippenstifte mit einer vergleichbaren Textur gesehen. Auftrag, Sättigung und Haltbarkeit sind für mich einfach super.

  2. Berit meint:

    Lisa ist wirklich toll, ihre Videos sind herrlich unaufgeregt und reflektiert.

    Große Liebe auch für den Rice and Shine Podcast, die dort verlinkten Artikel sind eine super Ergänzung für das eben gehörte.

  3. Jongleurin meint:

    Ich fand den Mord im Orient-Express auch großartig, es ist eben eine neue Interpretation und wahrscheinlich Geschmackssache. Die „Künstlichkeit“ hatte für mich etwas von Wes Anderson, den ich sehr liebe.

  4. Croco meint:

    Diese Schminktipps, um aus einem Gesicht Marylin zu machen, sind sehr interessant.
    Letztes Jahr bin ich tatsächlich in einem Drogeriemarkt gebeten worden, als Schminkmodell zu dienen. Die Dame wollte partout keine der rumlaufenen jungen Frauen nehmen. Seither weiß ich, was man alles in ein Gesicht packen kann. Vorher sah ich blaß aus, ich fühlte mich kaputt. Danach fühlte ich mich immer noch kaputt, sah aber aus wie das blühende Leben.
    Diese Operationen sind sehr sehr gruselig. Und ein ganzes Land möchte große Augen haben? Und da sagt einer, die Medien haben keinen Einfluss auf das Schönheitsideal.

  5. Marika meint:

    @Croco: Danke für „Danach fühlte ich mich immer noch kaputt, sah aber aus wie das blühende Leben.“! Macht mich nachdenklich.
    Fassade.
    Gut, wenn ich ausgeruht und gut gelaunt bin, dann sehe ich wohl auch so aus. Ohne Schminke. Vorsatz: ich will schauen, dass ich häufiger ausgeruht und gut gelaunt bin.

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