Journal Samstag, 28. Dezember 2019 – Hören, Lesen und Gucken

Sonntag, 29. Dezember 2019 um 9:05

Ein trockener Tag, meist sogar sonnig, aber es wird spürbar kälter.

Vormittags genehmigte ich mir wieder eine ausführlichere Sportrunde mit Faszienrolle, Crosstrainer, Rücken- und Bauchübungen. Die Fahrradunfallrippe hat sich beruhigt, gestern schränkten mich bei den Übungen nicht mal die rechten Hüftbeuger ein: ausführliches Bauchmuskeltraining. Was immer noch langsam aber sicher seit Monaten schlechter wird, ist das ganz einfache Gehen.

Auf dem Crosstrainer hörte ich die Dezember-Folge von Rice & Shine. Minh Thu Tran und Vanessa Vu unterhalten sich über die Aussicht auf weihnachtliches Familientreffen und hierbei vor allem über die verletzenden Kommentare zu ihrem Aussehen. (Exotische Note: Ich freute mich daran, dass sie diese Kommentare meist erst mal auf Vietnamesisch zitierten und erst dann übersetzten.) Thema war auch die Rolle von Kollektivismus versus Individualismus für ihr Heranwachsen und ihr heutiges Leben (es stellte sich heraus, dass Vanessa ihre gymnasiale Facharbeit darüber geschrieben hatte). Mir wurde schlagartig bewusst, dass meine Eltern auch als Einwanderergeneration Gastarbeiter ganz auf der Seite des Individualismus waren, dass es sogar genau diese Haltung war, die sie aus ihrer Herkunftsschicht ausbrechen und sozial aufsteigen ließ. Das bedeutete zwar, dass sie nie eine Gegenleistung für die Familie oder eine andere Community erwartet haben – aber auch, dass der Leistungsdruck des „du kannst alles, was du willst“ herrschte.

Zum Frühstück ein Brot mit letztem Rest Rillettes, der Rest Blaukrautsalat mit Orange.

Jetzt war es trocken genug für meine Besorgungen, ich ging ins Kaufhaus am Marienplatz, sah in der Sendlinger Straße auch in die eine oder andere Boutique mit „SALES“-Schildern – um mir nur nach kurzem Blick bewusst zu werden, dass ich wirklich mehr als genug Kleidung habe. Den Rückweg legte ich dann schon auf die kürzest mögliche Strecke, Gehen war zu schmerzhaft für Bummelei.

Über den Nachmittag zu Plätzchenteller und Granatapfelkernen Judith Kerr, A Small Person Far Away ausgelesen. Der letzte Band der Trilogie blickt im Grunde auf die ersten beiden zurück und reflektiert sie. Vordergründige Handlung: 1956, Hauptfigur Anna lebt in London. Ein Telefonanruf (neue Alltagstechnik!) holt sie nach Berlin, wo ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Durch Spaziergänge und Gespräche wird sie an die Vorfälle und Menschen erinnert, die 1933 und im Kriegslondon wichtig waren – Anna wird sich der Unzuverlässigkeit von Erinnerungen bewusst, muss auch die Geschichtsklitterung der deutschen Bevölkerung erleben. Sprachlich und erzählerisch wieder schlicht und funktional – allerdings entstehen damit auch immer wieder sehr lebendige Umgebungen und Eindrücke. Las ich gern, für den besten und wichtigsten der Trilogie halte ich aber den zweiten Band Bombs on Aunt Daisy.

Zum Abendessen war Herr Kaltmamsell aushäusig, ich machte mir Spinat mit Sahne und verlorenen Eiern. Zum Nachtisch mehr Plätzchen, langsam sind sie selbst mir genug.

Als Abendunterhaltung die Folge Kroymann vom Dezember nachgeholt (hier in der Mediathek). Ganz großartig – bei der Superheldinnen-Nummer (ab Minute 15:35) musste ich anhalten, um erst mal schallend fertiglachen zu können, ohne etwas zu verpassen.
Und ab jetzt träume ich von einer Folge Kroymann, in der Hazel Brugger mitspielt.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Samstag, 28. Dezember 2019 – Hören, Lesen und Gucken“

  1. Gaga Nielsen meint:

    Kroymann ist schon ne Marke…. aber die Frier als Frau König von my funeral auch große Klasse. Die Requisite leistet auch ganz Großes!

  2. Sabine meint:

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    Gerne gelesen

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