Journal Montag, 15. Juni 2020 – Durchgeregnet

Dienstag, 16. Juni 2020 um 5:47

Frühes Aufstehen lief gut.

In der Yogarunde ein sehr angenehmes Rumpeln im kaputten Hüftgelenk, danach konnte ich mehrere Stunden gut gehen. (Bevor es wieder wie vorher klemmte und brannte, kaputt bleibt kaputt.)

Es regnete gestern durchgehend in verschiedenen Stärken. Aber ich hatte sehr keine Lust auf U-Bahn, also Radeln mit Regenjacke, so stark regnete es ja auch nicht, ebensowenig war es richtig kalt. Außerdem hatte ich mittags eine Erledigung vor, für die ich das Rad brauchte. Die Regenjacke hielt, die Jeans war nach nicht mal einer Stunde im Büro trocken.

Sehr unruhiger Start in den Arbeitstag. Um nicht zu sagen höllisch. Guerillakampf bis zur Mittagspause (Räucherfisch von bayerischen Seen, selbst gebackenes Brot). Kurz nach Mittag machte ich mich auf zu beruflicher Besorgung, „Dienstgang“. Nach dieser Radlrunde brauchte die Hose im Büro ein bisschen länger zum Trocknen.

Jajaja, ich habe sehr wohl noch die Expertenaussage im Ohr, dass es mindestens drei Wochen Regen bräuchte, um die Trockenheit der vergangenen Jahre halbwegs zu kompensieren. Aber müssen die ausgerechnet jetzt sein? Wenn ich ganz nah an Linden vorbeikam, konnte ich riechen, wie sie fast vergeblich versuchten zu duften. Ach, ein bisschen Lindenduft wäre schon schön.

Eigentlich war mein Vorsatz für die nächsten fünf endlosen Fünf-Tage-Wochen (dann eine Woche mit einem freien Tag) halbwegs pünktlicher Feierabend, um nicht völlig vor die Hunde zu gehen. Gestern klappte das schon mal nicht.

Beim Heimradeln ein drittes Mal mit nasser Hose angekommen, diesmal wechselte ich gleich in trockene Schlumpfklamotten. Für Instant-Entspannung machte ich uns Negronis, Herr Kaltmamsell servierte zum Nachtmahl Auberginen und Zucchini Tikka Masala, schon beim Heimkommen hatte es nach den Gewürzen geduftet – köstlich.

Wir nutzen Netflix: Marvel-Fanboy Herr Kaltmamsell suchte Jessica Jones aus. Wir sahen die erste Folge mittelinteressiert, Herr Kaltmamsell lieferte anschließend den comic-historischen Hintergrund zu den Figuren – schon interessanter.

die Kaltmamsell

13 Kommentare zu „Journal Montag, 15. Juni 2020 – Durchgeregnet“

  1. Neeva meint:

    Kann es sein, dass nach den sehr ausgedehnten Dürre- aber halt auch Sonnenperioden in den letzten zwei Jahren die Leute mit besonders gedrückter Stimmung auf anhaltenden Regen reagieren?
    Ich kann mich nicht erinnern, früher derart stark aufs Wetter reagiert zu haben. Allerdings bin ich da auch S-Bahn gefahren und nicht Rad. Da hab ich vom Wetter weniger mitbekommen.

  2. Poupou meint:

    Netflix-Tipp: die israelische Serie Shtisel (mit englischen Untertiteln) für mich das Highlight überhaupt. (Ich bin sonst auch kein Serienfan).

  3. Alexandra meint:

    Bemerkenswert, Ihre Beobachtung zu den Linden – mir fällt seit Tagen auf, dass es hier am linken Niederrhein quasi überall nach Linden duftet, ihnen regelrecht nicht zu entkommen ist. Die Blüte erscheint mir auch üppiger als je.

  4. Christine meint:

    Ein Blick auf den Dürremonitor https://www.ufz.de/index.php?de=37937 macht mich bei jedem Regentropfen dankbar. Auch für die Schafskälte im Juni.

    Auch ich werde wehmütig, wenn die Linden blühen und duften, es ist der Jahreshöhepunkt und forthin geht es leider dem Winter zu …

  5. Leonie meint:

    Sonstigen Marvel-Serienproduktionen stehe ich eher schulterzuckend gegenüber, aber Jessica Jones fand ich markerschütternd gut. Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

  6. Joël meint:

    Ja Jessica Jones, riss mich auch nicht wirklich vom Hocker. Wenn sie Netflix Empfehlungen brauchen sie wissen ja wo sie mich finden.

  7. die Kaltmamsell meint:

    Meine Meinung steht oben, Leonie: „Mittelinteressant.“ Nein, ich werde nicht mehrere Stunden Lebenszeit, die ich lieber mit anderem verbringe, für mehr Folgen opfern. Das ist wahrscheinlich genau der Grund, warum Serien nichts für mich sind.
    (Wo nehmen Sie nur alle die Zeit her? Keine ernsthafte Frage – Seriengucken macht Ihnen halt am meisten Spaß. Mir machen andere Beschäftigungen mehr Spaß.)

  8. Miz356 meint:

    Bin auch zähneknirschend dankbar für den Regen. Lindenblüten, die gegen den Regen anduften, gibt’s hier in der Kleinstadt leider nicht. Diesen Duft habe ich in meiner Münchner Zeit immer so genossen, wenn ich auf der Nymphenburger Straße in die Arbeit geradelt bin…

  9. Eine Leserin meint:

    Karl Valentin: Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.
    Ist mein Motto in vielem, Regen freut mich dagegen quasi immer. Der Geruch! Linden duften dennoch, zumindest hier.
    Schon aus beruflicher Perspektive finde ich interessant, dass Verständnis hier, in Bezug auf Wetter, wenig alleine mit Faktenwissen herstellbar ist.
    Vielleicht sollten sich alle einmal für ein Jahr ein Stück Krautacker zulegen?

  10. Nina meint:

    Hier gabs am Samstag mal heftige anhaltende Gewitter mit Starkregen, seitdem und auch für die nächste Zeit zeigt die Wetter-App nur Temperaturen nah an der 30 Grad-Marke und trockenes Wetter. Mag für viele attraktiv sein, ich finde es unheimlich. Und habe in unserem Schrebergärtchen auch ständig vor Augen, wie trocken es ist. Berlin/Brandenburg ist eine einzige Steppenlandschaft. Ich wäre sehr dankbar für ein paar Regentage. Und die Linden blühen hier dieses Jahr so heftig, dass jede kurze Radfahrt in vollkommen verklebten Brillengläsern resultiert. Serienkonsum haben bei mir Filmkonsum, teilweise die Beschäftigung mit Büchern sowie soziale und kulturelle Aktivitäten ersetzt. Passt gerade wunderbar so für die Zeit mit Kleinkind und Coronabedingungen, wo ich viele dieser Dinge nicht machen kann. Aber ja, ich weiß schon ziemlich genau, was ich dafür eben nicht mache und woher ich die Zeit nehme.

  11. B. meint:

    Ich radelte heute zweimal lächelnd durch den Regen. Er spendet Leben … nicht nur in meinem Garten.

  12. Sandra meint:

    Ich habe Zeit für Serien, lese aber viel weniger, als Sie. Bewundere immer, wie Sie sich damit scheinbar stundenlang beschäftigen können- mir ist es mit viel Lesen auf der Arbeit dann oft zu Hause zuviel.
    Jedenfalls sollte man meiner Erfahrung nach nicht schon nach der ersten Folge aufgeben. Ich hätte dann Breaking Bad und The Walking Dead verpasst- 2 Serien, die mit großer Spannung zu Ende geguckt wurden, bzw. werden.

  13. Hauptschulblues meint:

    Das Grundwasser braucht noch viel mehr Regen.
    Und in den Regenpausen duften die Linden und die Hummeln fliegen auch.

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