Journal Sonntag, 9. August 2020 – Urlaub in Bremen: Weser und Böttcher

Montag, 10. August 2020 um 9:50

Nächstes Urlaubsziel: Bremen. Hier war ich ein paar Mal beruflich jeweils Ende November, und obwohl es bei meinen Spaziergängen immer dunkel gewesen war (während der kurzen Tage musste ich ja arbeiten), fand ich die Stadt so attraktiv, dass ich sie mir mal genauer ansehen wollte.

Vorher schliefen wir in Oldenburg aus, plauderten mit unseren Gastgeberinnen über Morgenkaffee und ließen uns zum Bahnhof fahren. Der Tag war bedeckt und unter schweißtreibend warm.

In Bremen hatte ich ein Zimmer in einem Hotel reserviert, das mir bei einem meiner Spaziergänge aufgefallen war. Wir bekamen ein sehr schönes Zimmer mit Blick auf den Marktplatz – und mit ausdauernder Beschallung durch einen Panflötisten in Trekkingsandalen (hatten wir uns nicht immer mal wieder gefragt, was aus den hingebungsvollen Panflötern der 1980er geworden ist?).

Auf dem Weg vom Bahnhof hatten wir ein Café passiert, dessen Gäste sehr appetitliche Fühstücke vor sich hatten: Das steuerten wir jetzt an.

Ja, das war zu viel. Und die Limetten-Ingwer-Minze-Limonade schaffte abschließend die innerliche Vollverklebung, die hatte ich unterschätzt.

Während Groningen sehr leer gewesen war (unsere Gastgeberinnen kannten ja den Normalzustand), sahen wir in Bremen viele Stadttouristinnen und -touristen. Wir schlossen uns vorerst nicht ihrem Strom an, sondern gingen zurück ins Hotel und taten einen Nachmittag lang nichts, außer die Klimaanlage zu genießen und zu lesen. Ich buchte eine Stadtführung für Montag.

Erst zu Abendessenszeiten machten wir uns zu einem Spaziergang die Weser entlang zu einem Lokal auf. Der Tag war nun wieder sonnig und kraftzehrend heiß.

Wir guckten auf die Weser, sahen viele Menschen auf Wiesen (aber bei Weitem nicht so dicht wie an den Isarufern), sahen am gegenüberliegenden Ufer Strände mit Cafés. Zu Abend aß ich einen Salat mit Ziegenkäse, Herr Kaltmamsell einen Burger, dazu gab’s je einen Mojito.

Der Rückweg ins Abendrot war besonders schön, wir sahen Möwen, Krähen, Gänse, Schwalben, feiernde Freundesgruppen, Shisharaucher und -raucherinnen, spielende Kinder, viele Radlerinnen und Radler.

In der Innenstadt versuchte ich eine Eisdiele für Nachtisch zu finden, doch jetzt, nach neun, waren die wenigen geschlossen, an denen wir überhaupt vorbeikamen. (Ständige Gefahr: E-Roller-Horden.) Statt dessen sahen wir uns in der musealen Böttcherstraße um.

Meine körperlichen Beschwerden regulieren sich langsam: Mittlerweile schmerzt die Hüfte wieder deutlich mehr als der Hexenschuss, ich humpelte gestern ziemlich langsam, aber aufrecht.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Sonntag, 9. August 2020 – Urlaub in Bremen: Weser und Böttcher“

  1. Frankfurter Radlerin meint:

    Ich möchte mich für Ihre tollen Berichte aus dem Urlaub bedanken. Sie lassen mich sentimental werden, denn:
    Bevor ich vor über 20 Jahren berufsbedingt nach Frankfurt gezogen bin, habe ich zwölf Jahre wegen des Studiums in Oldenburg gelebt. Da meine bessere Hälfte gebürtiger Bremer ist, habe ich auch an diese Stadt sehr angenehme und schöne Erinnerungen.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin eine schöne Urlaubsreise – und bin gespannt, ob und welche Städte noch folgen.

  2. Brigitte meint:

    Hat der Panflötist auch “ El Condor pasa“ gespielt – wie in der guten alten Zeit???
    Bin gespannt, wohin die Reise noch geht….
    Gute Fahrt, Brigitte

  3. Die Bremerin meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,
    ich behaupte hier jetzt mal, dass alle mitlesenden Bremer und Bremerinnen zu gerne wissen möchten, wo es ein solch oppulentes Frühstück gibt. Damit auch wir so üppig verwöhnt werden können: würden Sie uns verraten, wie das Cafe heißt?
    Mit dem Hotel sind wir schon fündig geworden.
    Vielen Dank und noch ein paar schöne Urlaubstage, ob in der Hansestadt oder wo auch immer!

  4. die Kaltmamsell meint:

    Der passierte Condor, Brigitte, gehörte ebenso zur Dauerschleife wie das einschlägige Ave Maria.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Das gab es im Cream Lovers in der Sögestraße, Bremerin.

  6. Die M. meint:

    Früher traten die Panflötisten doch in Gruppen auf, oder nicht? Neulich habe ich einen einzigen vereinsamten allein spielen hören/sehen. Corona-Vereinzelung?

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