Journal Mittwoch, 23. September 2020 – Familiensorgen

Donnerstag, 24. September 2020 um 6:10

Nacht mit zwei Stunden Schlafpause, nach einer Stunde Wälzen schaltete ich das Licht an und las Roman.

Beim Weckerklingeln rauschte draußen laut der Regen. Doch nach Morgenkaffee und einer Runde Kräftigung (erweitert um die Übungen der Anfasserin) kam eine Regenpause, die ich fürs Radeln in die Arbeit nutzte.

Es regnete den Tag über immer wieder in Duschern, im Lauf des Nachmittags wurde es trocken, ich sah sogar ein wenig blauen Himmel. Es blieb mild.

In der Arbeit brachte ich mir bei, wie das mit den Textmarken und Querverweisen in Word-Dokumenten geht. Mein Übergabedokument soll doch so praktisch wie möglich sein.

Mittags gab es Linsen vom Vorabend kalt (EISEN!), nachmittags Hüttenkäse mit Maracuja.

Nach der Arbeit machte ich noch ein paar Besorgungen für Klinik/Reha. Daheim gab’s zur Entspannung Manhattans.

Sorge um meine gestern operierte Mutter. Ich telefonierte mit meinem Vater, der abends noch keine Nachricht von ihr hatte und sehr beunruhigt klang. Es war dann meine Schwägerin, die im Krankenhaus anrief und sich versichern ließ, dass alles in Ordnung war. Diesen Teil des Erwachsenseins muss ich mir erst noch antrainieren.

Herr Kaltmamsell servierte seiner Auberginen-liebenden Ehefrau zum Nachtmahl Parmigiana, die sehr gut schmeckte. Nachtisch ein wenig Vanilleeis mit Eierlikör, Schokolade.

Im Bett Irène Némirovsky, Die Familie Hardelot ausgelesen. Mir war während der Lektüre klar geworden, dass ich noch nie etwas aus der Welt um den ersten Weltkrieg in Frankreich gelesen hatte (der Roman erzählt die Geschichte einer bürgerlichen Familie 1912 bis 1945) und fühlte mich auf dieser Ebene bereichert. Manchmal war mir das Ganze arg gefühlig, doch dazwischen erreichten mich immer wieder bissige Beobachtungen Némirovskys, die den Kontrast zwischen grundsätzlicher Beharrung im gewohnten Alltag und dem kompletten Umsturz durch die Katastrophe von Erstem und Zweitem Weltkrieg beschrieben.

§

Carola Rackete erklärt in einem Twitter-Faden, dass sie keine „Stimme der Migranten“ ist und wie Medienberichterstattung es trotzdem geschafft hat, sie als solche darzustellen.

It’s frustrating to work with media if they pretend they would want to report wider issues but then they continue constructing a media figure they themselves invented last year. This media figure has nothing to see with me as a real living person.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 23. September 2020 – Familiensorgen“

  1. Norman meint:

    in Duschern – ???

  2. engl meint:

    showern?

  3. Nina meint:

    Ich täts auch so sagen. Ist vielleicht süddeutsch/boaerisch?

  4. die Kaltmamsell meint:

    Oh – ich hatte „es duscht“ / „tut einen Duscher“ nicht als regional einsortiert.

  5. Andrea Stock meint:

    Hier (in NRW) würde es dann eher schauern

  6. Lempel meint:

    Hier draascht es dann, aber leider viel zu selten.

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