Journal Donnerstag, 24. September 2020 – Gewachst worden

Freitag, 25. September 2020 um 6:11

Viel Nachtschlaf, unterbrochen von einer GANZ neuen Sorte Schmerzen: Es gab in der Innenseite des Hüftgelenks eine Stelle, die sich erstmals deutlich bemerkbar machte.

Früher Wecker für eine Runde Crosstrainer, die sehr angenehm war.

Trockenes Radeln in die Arbeit, wieder setzte ein Regenguss kurz nach meinem Eintreffen ein.

Gute Familiennachrichten aus dem Krankenhaus, alles in Ordnung.

Mittags ein Laugenzöpferl, dann Papaya und Maracuja mit Joghurt.

Nachmittags vor allem manuelle Arbeit, ich schwitzte.

Nach der Arbeit radelte ich zu einer kosmetischen Behandlung in die Maxvorstadt: Da ich mich nach der OP eine Weile nicht beugen können werde, kann ich dann auch meine Beine nicht rasieren – ich sorgte mit einer Haarentfernung durch Wachs vor.

Kennengelernt hatte ich diese Methode vor vielen Jahren in Spanien: Ich hatte dort mit Anfang 20 einen Übersetzungsjob, und die spanischen Kolleginnen gingen zum depilar. Sie nahmen mich mit, und ich fand das praktisch: Mir wurde warmes Wachs dick aufgestrichen und mit einem Ruck abgezogen. Mindestens zwei Wochen musste ich mir dann keine Gedanken um sichtbare Haare auf meinen Beinen machen. Als Studentin ließ ich mir vor allem im Winter die Beine enthaaren, wenn mich die dann nachwachsenden, weichen Haare nicht störten. In den vergangenen Jahren hatte ich das vergessen.

Gestern machten sich zwei Angestellte gleichzeitig über meine Beine her, so dauerte der Vorgang nur eine gute Viertelstunde. Ich hatte allerdings auch vergessen, dass das ziemlich weh tut. Mit bitzelnden Beinen heimgeradelt.

Zum Nachtmahl gab es die typisch donnerstägliche (Ernteanteil) Schüssel Salat mit Tomaten (Dressing: Olivenöl-Zitronensaft-Knoblauch-Vinaigrette) und viel Schokolade.

Auf die Nachricht, dass dort bald die Olivenernte anstehte, bestellte ich wieder Olivenöl aus Solidarischer Landwirtschaft auf Lesbos vor.

Früh ins Bett, Susanna Schwager, Die Frau des Metzgers angefangen – gleich mal auch sprachlich in die Schweiz mitgenommen worden.

§

Die Fugly-Damen machen mein Internet weiterhin zu einem besseren Ort. Unter anderem durch Kommentare über Star-Outfits wie diesen:

This is absurd and I hate it and I’ve NEVER been happier to hate something so inherently unimportant as someone’s outfit!!!

die Kaltmamsell

24 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 24. September 2020 – Gewachst worden“

  1. Lempel meint:

    Vor einer OP und Reha wäre eine Beinrasur wohl das letzte, an was ich denken würde. Sollen die Haare doch wachsen, wen juckt das? Aber ich habe auch mal gelesen, dass viele Schwangere sich sogar vor einer Geburt den Intimbereich rasieren, weil sich das ja so gehört. Bzw. frage ich mich, wie die das schaffen, ich hätte das mit dickem Bauch überhaupt gar nicht mehr gekonnt.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Schwester! Es war auch bei mir das Letzte, woran ich gedacht habe, Lempel. (Bis jetzt, es sind ja noch ein paar Tage.)
    Lasse Sie uns weiter vergeleichen: Woran hätten Sie vorher gedacht? Dann kann ich checken, ob ich das schon alles auf dem Schirm habe.

  3. Lempel meint:

    Tragen Sie einen Ehering? Den sollten Sie abziehen und zuhause lassen. Muss vor der OP weg, glaube ich. Das ist dann doch wohl das allerletzte, was mir noch so einfällt.

  4. die Kaltmamsell meint:

    Guter Punkt, Lempel. Habe ich zwar keinen, aber Dauerträgerinnen würden ihn vermutlich vergessen.

  5. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Hmm. vor einer lang geplanten OP würde ich noch mal zum Friseur gehen und die Haare noch mehr als sowieso schon einkürzen … ja, Schmuck gleich zu Hause lassen und Kontakdaten zu allen Lieben überprüfen. Genug zu lesen wäre mir auch wichtig. Und wenn es eine (sehr) spezielle Sorte Süßkram gibt, die würde ich auch mitnehmen, bei mir wäre das salzige Lakritze. Nicht zu vergessen – ein Glücksbringer – kann ja in keiner Lebenslage falsch sein.

  6. lihabiboun meint:

    … Piercings müssen vor OP auch raus. Aber so wie ich Frau Kaltmamsell einschätze, hat sie eh keine ….
    Und von wegen Epilation: Da ich ja so halb französisch sozialisiert bin (und von daher das Epilieren inzwischen verinnerlicht habe) kann ich nur sagen: Es wird von manchen Menschen einfach als gepflegt angesehen, wenn sich an bestimmten Körperteilen keine Haare befinden. Da mag man von halten was man will, es ist so.
    Alles Gute verehrte Kaltmamsell, Sie werden springen und hüpfen wie ein junges Reh, denken Sie mal an mich!

  7. Neeva meint:

    Haare hatten wir ja schon. Finger- und Zehennägel kürzen?

    Genug Bargeld/Münzen für Cafeteria/Automaten. Eventuell Fünf-Euro-Scheine für die diversen Kaffeekassen? Merci-Schokolade eher nicht, zumindest nach dem was die medizinischen Fachpersonen auf Twitter schreiben :-). Vielleicht spezielle Münchner Süßigkeiten als Geschenke…

    Kopfhörer und Musik! Zum Abschotten von der Umgebung.

    Gelassenheit gegenüber Planänderungen, von denen die Patientin als Letzte erfährt.

    Medikamente, falls Sie welche regelmäßig nehmen. Ich würde immer meine Schilddrüsentabletten mit ins Krankenhaus nehmen, damit mir niemand die falsche Marke oder Dosierung andreht.

    Ein oder zwei Notrationen Essen, falls die Krankenhausportionen klein sind.

    Alles Gute!

  8. Neeva meint:

    Ganz anderes Thema: Wie ist denn das Olivenöl? Eher griechisch mild oder so scharf und grün wie das italienische?

  9. ingrid meint:

    nagellack von den zehennägeln entfernen. zumindest wurde das bei meinen op’s gewollt.

  10. marthe meint:

    Schlafmaske und Lippenfettstift wäre für mich wichtig

  11. Mila meint:

    Haarentfernung vor OP ist nicht besonders förderlich, es entstehen Mikrowunden, einwachsende Haare können stören etc. Meistens stört es nicht, aber es ist eine weitere Eingangspforte, Möglichkeit einer Entzündung in einem geschwächten Organismus. Die Haare im OPfeld werden entfernt damit sie nicht bei der OP stören, bzw in der Wunde verbleiben. Prothesenträgern sollten zb keine Haarentfernung im Bereich des abgeheiltem Stumpfs vornehmen als preventive Massnahme.

  12. die Kaltmamsell meint:

    Wenn sechs Tage nicht zur Heilung von Mikrowunden reichen, Mila, sollte ich vor der OP noch ganz andere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, oder?

  13. die Kaltmamsell meint:

    Es hat schon eine gewisse Schärfe, Neeva.

  14. Zettfrau meint:

    Welchen Crosstrainer benutzen Sie eigentlich? Bin gerade auf der Suche und Ihrer wird ja so regelmäßig benutzt, dass sie sich offenbar nicht über Qietschen oder unergonischemes Strampeln ärgern müssen. Würde mich über eine Empfehlung freuen.

  15. die Kaltmamsell meint:

    Unser sieben Jahre alter Crosstrainer von Kettler quietscht seit dem ersten Tag wie Sau, Zettfrau, den kann ich nicht empfehlen. (Aber wegwerfen will ich ihn halt deswegen auch nicht.) Ich kündige meine Sportrunde sogar genau so an: „Ich geh quietschen.“

  16. Berit meint:

    Ich sag nur #serviceblog. Hab mich daran erinnert das ich auch mal wieder zum waxen müsste. Ich freue mich so!

  17. Andrea Stock meint:

    Vielleicht noch ein kleines Kuschelkissen? Die Krankenhausbettkissen sehen immer irgendwie so platt aus.

  18. Zettfrau meint:

    Danke für die Antwort. Ich frage mal bei Fr. Kleines Brüllen nach – die crosstrainert ja, meiner Erinnerung nach, auf einem neueren Gerät.

  19. Poupou meint:

    Mein (leider) seit Jahrzehnten Krankenhausgeübter Vater reist grundsätzlich mit einer Tube Senf und ggf weiteren Gewürzen an, um dem Krankenhausessen aufzuhelfen. Außerdem Schweizer Taschenmesser, man weiß vorher nie wofür aber es wird fast immer gebraucht.

  20. Simone meint:

    Die Haarentfernung vor einer Geburt halte ich für sinnvoll. Lieber schonender mit Wachs ein paar Tage vorher als kurz vor der Geburt durch eine Schwester im Kreissaal. Denn getan wird es immer, weil hygenischer unter der Geburt.

  21. Sandra meint:

    Davon habe ich noch nie gehört. Darauf hat im Geburtsvorbereitungskurs keiner hingewiesen und ich wurde vor 4 Wochen auch nicht rasiert. Abgesehen davon hätte ich selbst das keinesfalls mehr gekonnt.

  22. Lempel meint:

    Ich kann das auch nicht bestätigen. Mich hat vor der Geburt niemand rasieren wollen. Davon abgesehen: Ich halte das Argument der besseren Hygiene auch wirklich nicht für überzeugend.

  23. Simone meint:

    @Simone
    Gleicher Name, unterschiedliche Erfahrungen: keine Haarentfernung vor bzw. während der Geburt (zwei Kinder, zwei verschiedene Kliniken). Hygiene kann also nicht das Argument sein.

  24. Joriste meint:

    Wahrscheinlich wissen Sie das bereits, ich möchte noch zur Entfernung von Nagellack auch an den Fingernägeln raten. Möglicherweise bin ich nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, manche Kliniken erlauben Klarlack (die Geräte zur Messung der Sauerstoffsättigung während der Narkose kommen nicht durch bunten Lack, bei unlackierten Nägeln lässt sich Durchblutung schnell überprüfen). Alles Gute!

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