Journal Dienstag, 20. Oktober 2020 – Routinetag in der Reha

Mittwoch, 21. Oktober 2020 um 7:46

Dann halt wieder eine Nacht mit Schlafpause. Gegen halb drei war klar, dass das mit dem Wiedereinschlafen nicht klappen würde, ich las eine Stunde.

Frühstück nur Tee mit Milch, allerdings brauchte ich um zehn eine Hand voll Nüsse.

Das Tagesprogramm startete mit „Vortr. Sozialberatung“: Im Gegensatz zu dem Vortrag vergangenes Jahr in Bad Steben ganz ausgezeichnet und praxisnah. Ich weiß jetzt unter anderem, was ich an Bürokratischem warum im Anschluss an die Reha tun muss, schließlich werde ich noch eine Weile arbeitsunfähig sein. Und das Thema „Grad der Behinderung“ wurde viel kürzer abgehandelt, dafür mit den wichtigsten Kernaspekten pro und contra und ohne dass Schwerbehinderung die Note einer Karriereoption bekam.

Nächste Behandlung manuelle Lymphdrainage ohne Grund, passte zur darauf folgenden Bewegungsschiene.

Als Mittagessen gab es gebratenen Tofu mit Sommergemüse in Tomate und Reis, davor Lauchsuppe (meine ist besser), danach eine Nougatcreme. Ich wurde gut satt.

Nach ein bisschen Elektrotherapiebitzeln drehte ich eine Gymnastikrunde im Sportraum, schonte meine Hüfte, konzentrierte mich auf Oberkörper und Bauch. Die anschließende Fango-Wärme fühlte sich genau richtig an.

Abschluss des Tagesprogramms war „Gangschule“; die Trainerin ging mit uns aus der Sporthalle raus – darauf war ich in kurzen Ärmeln nicht vorbereitet, trotz des ganztägig schönen Wetters fror ich.

Ich nutzte die Zeit bis zum Abendessen für eine weitere Maschine Wäsche; zwar wäre ich mit der vorhandenen Ausstattung schon auch durchgekommen, hätte aber zu nicht so gemochten Stücken greifen müssen. Dummerweise tat der Wäschetrockner seinen Dienst nicht ganz: Am Ende des Durchgangs war die Wäsche noch feucht, ich musste sie in meinem Zimmer zum Trocknen drapieren.

Abendessen war ein Gerstenrisotto, ich aß eine Buttersemmel dazu. Im Zimmer legte ich die Beine hoch, an ein Bett mit aufstellbarem Rückenteil könnte ich mich langfristig gewöhnen, ziehe ich für den nächsten Lattenrost- und Matratzenwechsel in 20 Jahren in Betracht.

§

Wie Virologin und Sars-CoV-2-Expertin Isabella Eckerle ihren Alltag der Zweiten Welle anpasst.
„Dieser Winter noch“.

Wir alle sind ein Teil dieser zweiten Welle.

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu „Journal Dienstag, 20. Oktober 2020 – Routinetag in der Reha“

  1. Sandra meint:

    Guter Tipp der Virologin, in denTagen vor Weihnachten besonders vorsichtig zu sein. Wenn man es schafft, dass sich die Familie dazu bewegen ließe und das auch bspw.mit der Arbeit vereinbaren könnte, das so einzuhalten, könnte man ja wirklich relativ unbesorgt zusammenkommen.

  2. marthe meint:

    Wegen der Fangofrage von neulich: in meiner Physiotherapieausbildung habe ich dereinst gelernt, dass feuchte Wärme besser „leitet“ als trockene Wärme.
    Alles Gute weiterhin!

  3. Hauptschulblues meint:

    Das sind prima Tipps der Virologin Frau Eckerle. Runter gebrochen auf Alltagsleben. Die Mitbürger könnten sich dran halten, wenn sie wollten.
    H.s praktizieren fast alles seit Anfang der Seuche so.
    Dir weiterhin gutes Voranschreiten im doppelten Sinne.

  4. Konstantin meint:

    Im Zivildienst beim DRK hat man mir zügig eingebläut, dass man das Wort „Krücke“ nicht verwenden solle. Stattdessen sei „Unterarmgehstütze“ angebracht. Aber das ist auch schon sehr lange her. Wer weiss. Weiterhin gute Genesung.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Das ist hier schon auch so, Konstantin, erzählte mir auch meine Mutter nach ihrer OP vor anderthalb Jahren. Doch da ich die Nutzerin bin, darf ich zu meinen sagen, wie ich will. (Ha!)
    Danke!

  6. Simone meint:

    Ich habe die Tipps der Virologin gelesen und festgestellt, dass wir uns als Familie schon seit Beginn der Pandemie daran halten. Ohne dass uns das einer vorschreiben musste. Hat wohl mit dieser Vernunft zu tun, von der man oft hört. Ein achtzehnter Geburtstag, ein Abiball und zahlreiche andere Anlässe zum Feiern sind schweren Herzens ausgefallen. Deshalb macht mich die Ignoranz mancher Menschen so stinksauer. Klar, die wollen nicht verzichten, man lebt ja nur einmal. Eben, ihr Deppen! Meine fast 90jährige Oma sowie meine vorerkrankten Freunde auch. Und die möchte ich nicht an eine Seuche verlieren, nur weil sich Egoisten nicht an ein paar zumutbare Einschränkungen halten wollen.

  7. Hauptschulblues meint:

    Sie sprechen H.s aus dem Herzen, Simone.

  8. engl meint:

    mich dagegen schaudert es, jedesmal und immer mehr, wenn derart herzhaft gegen die anderen, die blöden, die deppen gewettert wird. inhaltlich mag das stimmen. (aber was wissen wir schon?) wenn ich aber den blick hebe, dann frage ich mich auch und vor allem, was das auf lange sicht anrichten mag. andere menschen von außen betrachtet beständig zu verdächtigen, eine mehr oder weniger beabsichtgte gefahr zu sein. und sein zu wollen.

    let’s face it: die gefahr geht von einem unschuldigen virus aus.

    ich lebe in neukölln, was demnächst vermutlich der hotteste spot überhaupt sein wird. möglicherweise werde ich auf unbestimmte zeit hier eingesperrt, das gefällt mir gar nicht. das ist eine erfahrung, die ich im leben nicht zu wiederholen gedachte.

    und warum wird es ggf. so kommen? ganz einfach, weil hier so unglaublich viele menschen so unheimlich dicht aufeinander leben. das macht es dem virus einerseits leicht. und andererseits ist es nicht zu ändern, denn die gesamte gestaltung unserer welt macht es dem virus leicht.

    wie auch die gestaltung unseres menschseins, das auf zusammenspiel und nähe ausgerichtet ist.

  9. engl meint:

    @kaltmamsell krücke ist cool!

    ich würd dich gern mal krücken sehen, das machst du bestimmt mit sportlicher verve. ; )

  10. Bettina meint:

    Ach ja. Ich versteh’s auch nicht.

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