Journal Montag, 7. Dezember 2020 – Arbeit kostet Kraft

Dienstag, 8. Dezember 2020 um 7:30

Das war ein eigenartiger erster Arbeitstag.

Das Tagesprogramm stand unter Einfluss äußerer Umstände: In unserem Wohnhaus gab’s ab 8 Uhr kein Wasser. Deshalb konnte ich nicht frühmorgens zum Reha-Sport, anschließend daheim duschen und dann in die Arbeit fahren. Den Sport verschob ich auf nach der Arbeit, statt dessen duschte ich um sieben, füllte einen Eimer Wasser für eventuelle Klogänge und las Zeitung.

In schönstem Sonnenschein nahm ich den langsamen Bus mit Aussicht ins Büro. Dort weiterhin dünne Besetzung, keine Katastrophen (die hätte ich eh schon gewusst), herzlicher Empfang, erstklassige Vertretungsarbeit. Ich wusste praktisch noch alles, orientierte mich, holte mir Rückübergabe, aß am Rechner ein Stück Brot, eine Birne, einen Apfel, plante zu erledigendes bis Weihnachten – und dann waren die vier Stunden schon wieder rum.

Ich nahm U-Bahnen zum Reha-Sport, der gestern ein wenig unrund lief – wie’s beim Sporteln halt manchmal ist. Zurück daheim hatte ich Hunger und fiel über die Plätzchendosen aus mütterlichen Händen her.

Abends war ich so erledigt, als sei ich den ganzen Tag herumgelaufen – und begriff den Sinn der langsamen Wiedereingliederung ins Arbeitsleben.

Herr Kaltmamsell verwandelte den Rosenkohl aus Ernteanteil in eine Galette, die sehr gut schmeckte.

Abends folgten wir beide einer Einladung zu einer Geburtstagsfeier, zu der ich – inzwischen weiß ich nicht mehr, ob ich „normalerweise“ oder pessimistisch „früher“ verwenden soll – in die Schweiz gereist wäre. In der SITUATION trafen wir uns als kleine Bildchen auf dem Computerbildschirm, tranken auf den Geburtstag, plauderten, erklärten einander die Dinge, die hinter uns zu sehen waren, wer konnte, hielt Haus- oder Plüschtiere in die Kamera, Kinder huschten vorüber.

Die Zahlen von Covid-19-Betroffen (infiziert, hospitalisiert, gestorben) steigen nach kurzer Stagnation wieder, wir sind schon lange weit über den Zahlen vom Frühjahr. Doch der Schreck von März ist verflogen, zu viele in der Bevölkerung sehen die ohnehin milden Beschränkungen auf derselben Ebene wie die Straßenverkehrsordnung, die man halt ausreizt und sich möglichst passend hinbiegt. Für einen echten Lock-down, den ich als Konsequenz der derzeitigen Entwicklung auf uns zukommen sehe, kann ich mir keine Akzeptanz in diesen viel zu breiten Kreisen vorstellen.

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Zur Sicherheit ein Statement aus dem Krankenhaus. Der Thread beginnt mit

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Gegenmittel:
Quietschender Otter.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Montag, 7. Dezember 2020 – Arbeit kostet Kraft“

  1. Berit meint:

    Bzgl Lockerungsmaßnahmen wäre es schon ein Schritt diese wieder zu vereinheitlichen. Es gibt momentan Vorgaben des Bundes, die je nach Land nochmal strenger oder leichter ausfallen können und dann nochmal auf Gemeindeebene das Gleiche. Wer soll da noch durchsehen?

    Es gelten momentan im Leipzig Umland Ausgehsperren, in Leipzig Stadt aber nicht und die Grenze ist teilweise nur durch eine Straße verschoben. Das macht es selbst den Engagiertesten schwer sich an die Regeln zu halten.

    Ich sehe die Herausforderung für die Politik und möchte diese Entscheidungen auch nicht fällen aber wenn ich mir die Corona Leugner im nahen Verwandtenkreis ansehe stellt sich mir die Frage inwieweit wir diese Gruppen überhaupt abholen müssen. Da ist Hopfen und Malz verloren, wenn man Corona leugnet aber es selber schon hatte und wochenlang ausgeschaltet war und die eigene Mutter deshalb mehrfach mitm Notarzt abgeholt wurde. Aber richtig, die wäre ja eh gestorben….

  2. Roland B. meint:

    Solange die Intensität der Beschränkungen sich am örtlichen Geschehen orientiert, ist das schon sinnvoll. Und daß es da manchmal Grenzen gibt mitten auf der Straße, das liegt halt daran, daß sich solche Regelungen auf vorhandene Verwaltungseinheiten stützen. Das verstehe ich schon.
    Unverständlich sind mir Regelungen, die bestimmte Branchen anders behandeln als andere, oder wenn wie im Frühjahr in Bayern, für Sportvereine lockerere Bestimmungen galten als für andere Gruppen wie etwa VHS.

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