Journal Montag, 20. September 2021 – Nachdenken über globalisierte Landwirtschaft

Dienstag, 21. September 2021 um 6:40

Wieder eine gute Nacht, möge das so bleiben.

Der Herbst macht Ernst: Beim Verlassen des Hauses in die Arbeit war es noch so düster, dass die (meisten) Fahrräder das Licht anhatten. Ich versuche mittlerweile, so früh von zu Hause loszukommen, dass ich den Horden von radlenden Schulkindern auf den Gehwegen zuvorkomme. Dass Kinder die Gehwege zum Radeln nutzen dürfen, ist ja nachvollziehbar, dass Fußgängerinnen dafür auf die Straße ausweichen müssen, kann der Verkehrssicherheit nicht dienen.

Im Büro ging’s erst mal rund, manchmal liefert ausgerechnet ein freier Freitag reichlich Nachzuarbeitendes. Dazu ambulante Querschüsse, war aber alles zu machen. Ein IT-Problem führte zu einem überraschenden und erfreulichen Kontakt.

Zu Mittag gab’s einen Apfel und ein Butterbrot mit Selbstgebackenem aus der Gefriere.

Der Tag wurde ein wenig sonniger, doch ich hatte die herbstliche Temperatur unterschätzt: Mein leichtes Jäckchen wärmte nicht genug. Musste ich auf dem Heimweg halt schneller gehen. Ein paar Einkäufe im Edeka, gutes Obst gab’s leider keines.

Zu Hause zog ich mich gleich mal um und turnte nochmal die anstrengende Yoga-Runde vom Vorabend.

Zum Abendbrot hatte Herr Kaltmamsell mir wieder einen Wunsch erfüllt und Ernteanteil-Zucchini zu Marinierten Zucchini auf Ricotta mit Haselnüssen und Minze verarbeitet.

Danach viele Süßigkeiten: Pralinen, Lebkuchenherzenbrezensterne, Kekse, Schokokuss. Das war zu viel, ich hatte Bauchweh.

§

Schlaglicht auf die Auswirkungen globalisierter Lebensmittelproduktion in Zeiten der Klimakrise.
„Hartweizen verzweifelt gesucht: Teigwarenherstellern fehlt Hartweizengrieß“.

via @TexasJim

Dürre und Hitze in den USA und Kanada, Überschwemmungen in Frankreich und zu viel Regen in Mitteleuropa haben die Erntemengen in wichtigen Anbauregionen dramatisch schrumpfen lassen. Kanada ist in normalen Jahren der wichtigste Exporteur für Hartweizen, mit 3,5 Mio. t wird dort in diesem Jahr gerade nur halb so viel Hartweizen geerntet wie im Vorjahr (minus 46,1 %).

Ich bin sehr gespannt, ob sich das auf die heimische Landwirtschaft auswirken wird. Nein, nicht wirklich gespannt: Bis sich landwirtschaftspolitisch etwas bewegt, ist eh alles zu spät.

Hier in der Gegend dominiert weiterhin der lukrative Mais (Futter für Massentierhaltung, Grundlage für Biogas – „Heute hat der Maisanbau einen Anteil von fast 20 Prozent an der gesamten Ackerfläche Deutschlands.“), Getreide ist nur noch vereinzelt zu sehen.

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MizThreefivesix schreibt über Odalisken:
„Prachtvolles Nichtstun“.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Montag, 20. September 2021 – Nachdenken über globalisierte Landwirtschaft“

  1. Katharina meint:

    Unsere Familie betreibt Landwirtschaft seit Generationen. Ich kann dazu nur sagen, dass dich der Anbau von Getreide finanziell so gut wie nicht lohnt. Die Preise sind derart schlecht. Letztes Jahr hatten wir qualitativ super Hafer, der alle Kriterien zum Speisehafer erfüllte. Der wurde dann mangels Nachfrage der Abnehmer einfach in die Biogas Anlage gekippt. So geht es anscheinend heute.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Das ist wirklich schlimm, Katharina, so kann das doch nicht weitergehen.

  3. Susa meint:

    Ich habe neulich meine Eltern (ehem. Bauern) besucht. Auf dem Weg dorthin: Maisfelder oder (vermehrt) zu Pferdekoppeln umgewandelte Wiesen. Das ist alles bestes Ackerland und es blutet mir dabei jedesmal das Herz, dass es nicht zur Erzeugung von Nahrungsmitteln genutzt wird. Da ich selbst aus der Landwirtschaft komme, kann ich aber gut verstehen, dass man ja auch irgendwie davon leben können muss. Auch ein Landwirt muss seine Rechnungen bezahlen.

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