Journal Dienstag, 16. November 2021 – Haarschnitt und Sideboard

Mittwoch, 17. November 2021 um 6:32

Eigentlich gute Nacht – mit einer überraschenden Pause nach zwei, als ich nach Aufwachen erst mal nicht mehr schlafen konnte.

Der Morgen begann dann mit Gebrüll von draußen: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte vorm Haus einen Streikposten aufgebaut, aus dem Internet erfuhr ich, dass es Warnstreiks an Krankenhäusern und Kliniken gab. Als ich das Haus verließ, schüttelte ich die freundlichen Zettelverteiler*innen und Informierenden der Gewerkschaft unter Solidaritätsbekundungen ab.

Daheim hatte ich noch einen Corona-Schnelltest gemacht, derzeit habe ich das Bedürfnis mehr als zweimal die Woche – auch weil ich mit einem täglich live unterrichtenden Lehrer zusammenlebe, um den die Infektionsmeldungen und Quarantänisierungen links und rechts einschlagen.

In der Arbeit gibt es jetzt ein System zu Umsetzung der 3G-am-Arbeitsplatz-Regel, und ich denke viel an die Berichte des gastgebenden Paars von Samstagabend über den Pandemie-Umgang ihrer Arbeitgeber seit über einem Jahr.

Im Büro fährt meine Körpertemperatur derzeit wieder Achterbahn, ganz unabhängig von Raumtemperatur, das passt zum löchrigen Schlafmuster.

Zu Mittag gab es einen Apfel aus Ernteanteil, Rest Radicchiosalat vom Vorabend, Rest Rote-Bete-Salat.

Nachmittags sah ich, dass der Christkindlmarkt jetzt auch in München abgesagt wurde.

Eher früher Feierabend, weil ich einen Friseurtermin hatte. Obwohl der Tag neblig, feucht und grau gewesen war, schon um vier ernsthaft wegdämmerte, genoss ich die gute halbe Stunde Fußmarsch.

Eine weitere Stunde später hatte ich wieder zufriedenstellend kurze Haare.

Daheim wartete auf mich das Sideboard fürs Schlafzimmer, nachmittags war es geliefert und montiert worden, Herr Kaltmamsell hatte das nach der Schule beaufsichtigt.

Ich war sehr zufrieden und freute mich auch über den Holzduft.

Als Nachtmahl war Pizza aus der Pizzeria geplant, ich hatte mich immer noch nach Ausgleich für die misslungenen Eigenversuche gesehnt. Herr Kaltmamsell holte die Bestellung ab, während ich das Sideboard einräumte.

Die dann bereits erkalteten Viertel zwei und drei wärmte ich in der Mikrowelle auf, das vierte schaffte ich nicht mehr, aß lieber noch ein wenig Schokolade zum Nachtisch.

§

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder schoss den Vogel ab mit der Aussage: „Es ist ja sehr beeindruckend, dass nahezu alle Virologen, Epidemiologen und Wissenschaftler auch die Wirkung dieser neuen Welle in ihrer Wucht und Geschwindigkeit nicht richtig eingeschätzt haben. Wir haben ja schon vor etlichen Tagen immer wieder nachgefragt.“
Wie bitte?
Oder der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek, der in einer Pressekonferenz behauptete, niemand habe diese Infektionsdynamik vorhersehen können.
Ich fände es prima, wenn diese Männer an den Schaltstellen der Macht die Infos der zuständigen staatlichen Einrichtungen zumindest zur Kenntnis nähmen. Zum Beispiel das Epidemiologische Bulletin des Robert-Koch-Instituts (zur Erinnerung: das ist “die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention”, nicht etwa irgendein Autodidakt, der aufs Selberdenken stolz ist) vom 8. Juli 2021, Seite 7. Darin ist exakt diese Entwicklung bei der jetzt tatsächlichen Impfquote berechnet. Solche Infos sollte nicht Marija Normalbürgerin auswerten müssen (auch wenn es essenziell ist, dass sie ihr zur Verfügung stehen), sondern das sollten die Entscheiderinnen und Entscheider.

§

“The Friends You Make Online”.

via @DonnerBella

This is an ode to digital friendships, a taxonomy of connections and disconnections.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Dienstag, 16. November 2021 – Haarschnitt und Sideboard“

  1. Neeva meint:

    Ich frage mich immer, ob Leute in solchen Fällen bewusst lügen, oder ob sie sich wirklich an die behauptete Wirklichkeit erinnern.
    Nicht nur Politiker, ich habe das durchaus auch im Alltag erlebt, dass mir Leute teilweise das genaue Gegenteil von dem erzählt haben, was wirklich passiert ist.

    Bei Söder bin ich aber geneigt, das als reinstes Gaslighting einzuordnen. Aber ich kann ihn halt auch nicht leiden.

  2. FrauC meint:

    Pizza aufwärmen geht übrigens am besten in der Pfanne, abgedeckt mit Alufolie: wird warm, bleibt aber knusprig.

  3. Franziska meint:

    Danke für die Verlinkung von “The friends you make online”. Und wie sehr ich mich darauf freue, meine Freunde aus dem Internet hoffentlich bald mal wieder zu treffen.

Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)

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