Journal Mittwoch, 24. November 2021 – Es wird saukalt

Donnerstag, 25. November 2021 um 6:22

Nachtschlaf gut genug, dass er erholte.

Eisiger Nebel auf dem Weg in die Arbeit, ich ging extra zackig.

Mittelturbulenter Vormittag in der Arbeit, ich schaffte einiges weg.

Mittagessen: Sehr viel adoptierte Orange, Pumpernickel mit Butter.

Den ganzen Tag fror ich im Büro, versicherte mich aber im Team, dass das nicht an Hormonen oder gar Impfreaktion liegt: Andere froren auch, es war einfach kalt (wäre ja auch nicht zu vertreten, wenn die weitgehend leeren Büros so stark geheizt würden wie bei Vollbesetzung). Wenn ich die Glutattacken doch ein wenig steuern könnte.

Saukalter Heimweg (werde Mütze und Handschuhe upgraden müssen) mit Umweg über Geschenkekauf; Montagabend hatte ich mir den bald angekündigten Schneefall noch nicht vorstellen können, im schneidenden Wind gestern auf der Theresienwiese sehr wohl.

Zum Abendessen hatten wir frei, der Ernteanteil war weggegessen. Wir bestellten bei Servus Habibi, ich ging nochmal raus in die Kälte zum Abholen.

Es lohnte sich, ich genoss die Portion “Einmal Alles” sehr. Es passte nicht mehr viel Nachtischschokolade hinterher.

Früh ins Bett zum Lesen. Galbraiths Lethal White ist nach Langem mal wieder ein Buch, auf dessen Lektüre ich mich den ganzen Tag über so richtig freue. Das sagt nicht unbedingt etwas über die literarische Qualität aus, sicher etwas über die handwerkliche, am meisten aber über meinen persönlichen Geschmack: J.K. Rowling, die ja hinter dem Pseudonym steht, erschafft halt eine sehr lebendige Welt abseits von Klischees, ich folgte ihr sehr gern ins London kurz vor den Olympischen Spielen 2012.

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Der aktuelle Guardian-Newsletter, den ich als Online-Abonnentin bekomme, beginnt mit

The most exciting thing you’ll hear in a science laboratory is not ‘Eureka!’ but ‘that’s funny…’ So said Isaac Asimov.

(Der aufregendste Moment in der wissenschaftlichen Forschung ist nicht, wenn man “Ich hab’s!” hört, sondern “Komisch…”.)

Das gefiel mir so gut, dass ich umgehend misstrauisch wurde, ob das überhaupt von Asimov stammt. Recherche-Ergebnis: Ein bisschen / ungefähr / es ist kompliziert.

Der Gedanke beschäftigte mich den ganzen Tag. Es ist genau dieses Stolpern in Denkmustern und Erwartungen, das zu den spannendsten Überlegungen und Untersuchungen führt. Weswegen ich z.B. nichts gegen vereinzelte Hässlichkeit im öffentlichen Raum habe. Und weswegen ich es liebe, durch Überraschung auf meine Vorurteile hingewiesen zu werden. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass genau dieses Stolpern und Ausgebremstwerden auch Abwehr auslöst statt Neugier.

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Endlich eine Erklärung für meine Lyrik-Dyslexie seit Kindertagen.

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Die weise, großartige Kabarettistin Martina Schwarzmann packt im Interview “Meisterstunde” über ihre Kunst aus. (Ich hoffe SO, dass ich sie im nächsten Wellental mal live sehen kann.)
“Die Kabarettistin Martina Schwarzmann über ihre Bühnenpräsenz: ‘Ich bin immer mehr zu der geworden, die ich eh schon bin'”.«

via @giardino

Das mag ich sehr gern: Sachen sagen, ohne dass ich sie gesagt habe. Ich lasse in dem Moment einen logischen Schritt aus, den aber jeder im Kopf mitgeht. Die Lücke ist dadurch gar keine, weil sie jeder selbst ausfüllt.

Die Website “Meisterstunde” ist ohnehin eine Entdeckung, z.b.
“Tänzer Alan Brooks über seine Arbeit an Schulen: ‘Es zählt, dass du es versuchst'”.

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 24. November 2021 – Es wird saukalt“

  1. Die M. meint:

    Guten Morgen!
    Zu J.K. Rowling, vielleicht für jemanden hier interessant: https://en.wikipedia.org/wiki/J._K._Rowling#Transgender_people
    Viele Grüße,
    die M.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Man hätte in den vergangenen Jahren unter einen Stein leben müssen, Die M., um diese Diskussion zu verpassen. Warum ist es Ihnen wichtig, hier darauf hinzuweisen?

  3. julisonne meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell
    Herzlichen dank für den link zur Meisterstunde – das sieht ja aus wie ein Schatzkästchen toller Artikel, ich bin sehr gespannt :)

  4. Die M. meint:

    Liebe Kaltmamsell,
    Begründung: “vielleicht für jemanden hier interessant”.
    Außerdem habe ich für mich selbst noch keine Antwort darauf, inwiefern ich generell Künstler und Werk trennen kann oder will. (Hiermit impliziere ich keine Annahme dessen, wie es bei Ihnen sein könnte.)
    Viele Grüße und einen schönen Tag noch,
    die M.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Puh, Die M., wenn das so ist: Diesmal lasse ich die Nutzung meines Kommentarbereichs als Rundum-Verkündungsplattform noch durchgehen (bitte nicht mit einem Forum verwechseln), künftig bitte ich dann doch, eigene Kanäle zu nutzen.

    Hintergrund: Ich möchte verhindern, dass in die Kommentare hier aufgeheizte Diskussionen getragen werden, die nicht nicht wirklich mit meinen Posts zu tun haben.

  6. lihabiboun meint:

    Verehrte Kaltmamsell, danke für das wunderbare Interview mit der phantastischen Martina Schwarzmann. So eine tolle Frau. So gradaus. So bodenständig. Was ich an ihr auch sehr liebe, ist ihr “Kommunionskind”-artiges Aussehen manchmal (Gänseblümchen Ohrringe und weiße Bubikrägelchen zu bravem Pulli) und dann haut sie Sachen raus wie “Wer hatte die letzten zwei Wochen so viel Geschlechtsverkehr wie er wollte?” oder “der Ofen hält 2000 Grad aus aber mi net” (weil nur der Mann weiß, wie das geht…). Hach.

  7. Berit meint:

    Ich les grad etwas nach was bei Ihnen so passiert ist die Tage und wenn sie erholsamen Nachtschlaf wünschen, empfehle ich die Grippeschutzimpfung. Meine Kollegen und ich haben geschlafen wie die Steine :)

  8. PaulineM meint:

    Danke für die Meisterstunde!

  9. die Kaltmamsell meint:

    Ach, Berit, Grippeimpfung hatte ich doch schon im Oktober: Auch hier kein Impfwunder.

  10. Die M. meint:

    @Kaltmamsell — fair enough!

  11. Simone meint:

    Den Artikel über Alan Brooks und seine Arbeit habe ich sehr gern gelesen. Bevor meine Kinder in die Schule kamen hätte ich mir nicht ausmalen können, welch eine Desillusionierungsmaschine Schule heute sein kann. Die beliebtesten Lehrer sind die, die etwas fordern, aber gleichzeitig Interesse am Schüler zeigen und ihm das Gefühl geben, gesehen zu werden. Mit anderen Worten: die so ähnlich arbeiten wie Alan Brooks. Leider sind das die wenigsten. Meine Kinder (eins hat Abi, das andere arbeitet darauf hin) berichten mir von Sätzen wie “mir doch egal, ob du dein Abi schaffst, ich hab meins schon”. Motivation ist anders. Ich habe durchaus Verständnis, dass Lehrer sein nicht nur Vergnügen ist (die Vorgesetzten, anstrengende Eltern etc.), aber darunter sollten nicht die Schüler leiden.

Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)

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