Journal Montag, 20. Dezember 2021 – Baumarktspaziergang

Dienstag, 21. Dezember 2021 um 6:24

Nach recht gutem Schlaf schwer geweckt worden. Noch drei Arbeitstage bis zweieinhalb Wochen Weihnachtsferien, die ich wohl arg brauche.

Drauße nasse Straßen und düsterer Himmel. Ich ließ meine morgendliche Bankstütz-/Seitstützroutine ausfallen, weil ich das Rumpftraining vom Sonntag in den Knochen spürte.

In der Arbeit gleich wieder Vollgas, der bevorstehende Ferienstart ist ja gleichzeitig Deadline.

Mittags Apfel, Hüttenkäse, Orangen (ich hatte sogar süße erwischt!). Das war zu viel, ich kämpfte mit Fresskoma.

Der Tag wurde ein wenig sonnig – beim Zurückbringen meiner Kaffeetasse in die Cafeteria entdeckte ich blaue Flecken am Himmel, die mir beim konzentrierten Kampf mit Datenbankbereinigung entgangen war.

Nach Feierabend machte ich einen Abstecher zum 15 Fußminuten entfernten Baumarkt für Ösenschrauben, mit denen ich das schmale, hohe Regal in meinem Schlafzimmer an der Wand befestigen wollte (Löcher und Dübel bereits vorhanden): Die speziellen Schrauben hätte man natürlich auch online bestellen können, aber das dauerte mir zu lange, dann hätte ich gleich bis Weihnachten warten und mir welche von meinem Vater geben lassen können. Doch ich wollte das Regal endlich einräumen können und eine der letzten Umzugskisten entpacken.

Auf dem Weg wartete ich an einer roten Fußgängerampel, als ich gegenüber einen Radler absteigen sah und mit breitem, glücklichen Lächeln ein Handyfoto die Straße runter machen. Ich folgte seinem Blick – und sah einen riesigen, vollen aufgehenden Mond direkt neben dem Büroturm an der Donnersbergerbrücke. Beim Kreuzen der Straße lachten der Fotografierer und ich uns in gemeinsamer Freude an. (Er hatte wahrscheinlich das bessere Handy, meines konnte den Anblick nicht einfangen.)

Im Baumarkt fand ich schnell die Ösenschrauben – und konnte mich wieder schwer von all den wunderbaren Dingen losreißen, die ich im Vorbeigehen sah; zum Beispiel gibt es solche Ösenschrauben ja sogar in Riesig mit 20 Zentimetern Länge! Dafür muss sich doch irgendein Einsatz in Wohnungseinrichtung finden.

Ich ging zu Fuß nach Hause und nahm die Landsberger Straße – sie ist zwar mehrspurig und vielbefahren, aber ich war hier schon lange nicht mehr und wollte nach Veränderungen gucken.

Daheim gönnte ich mir ein bisschen Yoga, übersprang einfach die vier Besinnlichkeitsminuten zu Anfang. Im E-Mail-Posteingang die fünfte Verschiebung des Liefertermins für den im Juni bestellten fünften Bücherschrank.

Nachtmahl: Restliche Pilze Wellington, die übrige Füllung hatte Herr Kaltmamsell mit Bechamel gestreckt und mit veganer Mozzarella überbacken, außerdem hatte er Postelein als Salat dazu besorgt.

Ich erledigte Haushaltsdinge, bevor ich mich zum Nachtisch Panettone nochmal setzte.

Im Bett Robert Galbraith, Lethal Withe ausgelesen, wurde rund zu Ende gebracht.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Montag, 20. Dezember 2021 – Baumarktspaziergang“

  1. Simone meint:

    Der Baumarkt ist in der Tat auch mein liebster Laden zum bummeln und umschauen, was man mit den vielen Dingen anstellen könnte.
    Anscheinend bin ich da nicht allein;)

  2. Joël meint:

    Ich hänge hier auch in den Seilen und zähle die Tage rückwärts. Aber habe auch festgestellt, dass das Datum des ersten freien Tages psychologischen Effekt hat, das man die Arbiert immer weniger erträgt.

  3. Karin meint:

    Dürfte ich mal fragen, welcher vegane Käse bei dem Pilz–Wellington zum Einsatz gekommen ist? Ich habe bisher noch keine mir wirklich zusagende Käse–Alternative gefunden….

  4. Andrea meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell,
    ich lese hier seit Jahren mit und kommentiere so gut wie nie, aber heute kann ich nicht anders, als meiner Freude darüber, dass es Menschen wie Sie und den Radler gibt und dass Sie den Mond-Moment mit uns geteilt haben, Ausdruck zu verleihen. Danke vielmals.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Das waren 60 Gramm Wilmersburger Bio-Pizzaschmelz, Karin – schmeckte nicht raus, ist aber offensichtlich nicht zum rohen und puren Essen gedacht.

    Das freut mich, Andrea, dass es Sie freut.

  6. Karin meint:

    Danke, dann werde ich dem Wilmersburger noch eine Chance geben…

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