Journal Samstag, 1. Januar 2022 – Verkürzter Neujahrslauf und West Side Story (2021)

Sonntag, 2. Januar 2022 um 10:15

Erste Leistung des neuen Jahres: In die Überschrift zu diesem Blogpost die korrekte Jahreszahl einzutragen. Könnte ich mich eigentlich wieder hinlegen.

Nach einem sensationellen Sonnenaufgang in Rosa freute ich mich besonders auf meinen Lauf ins Neue Jahr, ich wollte die Runde vom 1. Weihnachtsfeiertag wiederholen, aber halt im Sonnenlicht. Also schlüpfte ich in die nicht ganz warme Herbst-Laufkleidung und nahm kurz vor zehn eine U-Bahn zum Odeonsplatz.

Leider wurde dieser Neujahrslauf deutlich kürzer als geplant: Meine Waden, vor allem die linke, knüllten sich bereits nach 45 Minuten schmerzhaft; nach einer Stunde hörte ich auf mit Joggen und spazierte die restliche Strecke. Das war schon auch schön. Aber auch der Handy-Akku machte mal wieder auf halber Strecke schlapp (von 60 Prozent auf Null), und ich wurde gleich beim ersten Lauf des Jahres um die Hälfte meiner Tagesschritte gebracht. (Und über die Hälfte der Fotos wurden unscharf – ich folge einem Tipp und habe einen Reparatur-Termin im Apple Schtore geholt.)

Erfreulich: Vogelzirkus. Im Englischen Garten grasten Gänse auf den Wiesen, und es landeten immer wieder weitere Gänse zu zweit oder dritt darin – mit sehr lautem Quaken, das ja wohl nur “AUS DER BAHN!” heißen konnte. Ich sah fliegende Schwäne über den Isarauen, Zwergtaucher auf/in Isarkanal und der Isar selbst, Süßwassermöven, viele Kohl- und Blaumeisen, hörte Amseln zetern und Bienen summen, letztere sah ich auch fliegen – das kann doch nicht gut sein im Januar?

Blick vom Monopteros; dem Müll nach zu schließen war hier ausführlich Silvester gefeiert worden.

Unter der Kennedy-Brücke (das Schild “Fußgängerweg” ist seit Monaten verschwunden – wurde eh von Radler*innen ignoriert). Die Isarauen waren nicht so leer wie an Weihnachten, aber immer noch menschenarm.

Vom Tivoli nahm ich eine Tram zurück nach Hause, dort ausführliche Körperpflege.

Frühstück: Viel Country Paté vom Silvestermenü, Obstsalat aus Dosenpfirsich, Birne, der letzten Orange vom adoptierten Baum (jetzt ist aber erst mal gut, die dritte Lieferung habe ich lieber erst für April terminiert).

Ich stellte fest, dass ich mich überraschend sehr am neuen Barschrank freue, den ich am Vorabend eingeräumt hatte: Oben die Gläser, im unteren Teil die Spirituosen.

Auf instagram brach wieder Begeisterung für die Chaiselongue im Hintergrund aus: Ja, sie ist wirklich sehr schön, aber leider nur zur Deko (und für die Ablage von Bügelwäsche, rechts nicht sichtbar) nutzbar. Die Sitzfläche ist zu hoch und zu hart für angemessen bequemes Langliegen, außerdem viel zu wenig tief für eine Ausstattung mit weichen Kissen – entweder Kissen oder Sitzen/Liegen. Aber hier macht sie sich sehr gut und wird nun doch vorerst nicht verkauft.

In einem Sessel im sonnigen Wohnzimmer las ich Zeitungen und SZ-Magazine restlos auf, das fühlte sich schön ordentlich an. Für den frühen Abend hatte ich ein Kinoticket gekauft: Ich spazierte ins Neue Arena, um die Neuverfilmung Steven Spielbergs von West Side Story zu sehen (Herr Kaltmamsell schätzt alte Musicals ohnehin, auch die Musik von diesem, wollte aber keines sehen, das so schlecht ausgeht).

Ich verbrachte einen vergnüglichen Abend: Da die Musik zur Verfilmung von 1961 eine der wenigen Schallplatten im Haus meiner Eltern war, kenne ich sie bis zum letzten Triangel-Schlag und konnte unter der Maske schön Lip-Synchen. Die Verfilmung ist eine nur behutsame Aktualisierung (u.a. liefert das Drehbuch eine Motivation der Situation mit dem bereits fortgeschrittenen Abbruch des Stadtviertels, das Platz für das Lincoln Center machen soll / die weiblichen Figuren bekommen back stories und Tiefe / Doc’s Drug Store wird von seiner Frau Valentina geführt – gespielt von der greisen Rita Moreno, der Anita aus der Verfilmung von 1961, die auch in Abwandlung zur 1961er-Version den Song “Somewhere” bekommt), vor allem aber eine Homage an die alte Version, inklusive der künstlichen Ausleuchtung mit mehreren Lichtquellen und bei Nahaufnahmen Spots auf die Augenpartien, mit fast identischer Farbigkeit und Kostüm. Doch die Besetzung ist erheblich diverser, unter anderem sind die Protagonist*innen nicht so hübsch, wie ich es von Hollywood und vor allem von Musicals gewöhnt bin, statt dessen Charakterköpfe. Auf jeden Fall sehenswert (durch die Nähe zum 60 Jahre älteren Vorbild möglicherweise für die Nachwelt dereinst verwirrend).

Sehr spätes Abendessen, da der Film über zweieinhalb Stunden dauert: Kasha von Silvester, Früchtebrot mit Butter, Schokolade (zu viel, ich ging mit Bauchdrücken ins Bett).

§

RIP Betty White – hier ein wunderschöner Schnippsel aus den Golden Girls.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Samstag, 1. Januar 2022 – Verkürzter Neujahrslauf und West Side Story (2021)“

  1. Beate meint:

    Hier saß gestern auch eine Biene am Küchenfenster. Sehr merkwürdig!

  2. Thea meint:

    Alles Gute fürs neue Jahr wünsche ich.
    Ich erlaube mir eine Frage: Was ist das für eine Stehleuchte auf dem letzten Foto. Wo kann/konnte man die erstehen?
    Falls Sie antworten, danke ich schon im Voraus.

  3. die Kaltmamsell meint:

    Die Stehlampe (und Stehlampen sind rar), Thea, gab es vor einigen Jahren beim Kare – aber schon als wir kurz darauf eine zweite haben wollten, nicht mehr.

  4. Petra meint:

    Vom Imkerschwager gelernt: de Impm nutzen diese Schönwetterphase für den Reinigungsflug. Dauert diese Phase nicht zu lange sei es in Ordnung. Anschließend können sie im Bienenstock wieder zam schliaffa.

  5. Susann meint:

    Hier such allerlei Irritation wegen Bienen, aber alles soweit normal. Wenn es im jan/feb warm ist, wird schon mal geflogen, auch, un die kotblase zu leeren. Wenn es sehr warm ist und das aktivitätslevel steigt, steigt aber auch der futterverbrauch, d.h. die mädels müssen, wenns hart auf hart kommt, im frühling noch einmal gefüttert werden. Aber der futterbedarf lässt sich ja bei den ersten stockkontrollen im winter/vorfrühling abschätzen.

  6. Thea meint:

    Lieben Dank für die erschöpfende und “enttäuschende” Nachricht zu meinem Lichtproblem…

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