Journal Samstag/Sonntag, 8./9. Januar 2022 – Nymphenburg und ein Tag krank im Bett

Montag, 10. Januar 2022 um 6:42

Der Sonntag war leider ein Komplettausfall: Nachdem ich mich morgens nach einem Aufwachen und Klogang um fünf wieder hinlegte, wurde mir schlagartig sehr schlecht. Den Vormittag verbrachte ich hauptsächlich im Bett liegend, mit regelmäßigen Ausflügen zur Kloschüssel – inklusive Komplett-Sauerei, die Kloputzen, Duschen und Kleidungwaschen nach sich zog. Ab Mittag beruhigte sich mein Körper, ich konnte längere Abschnitte schlafen. Nachdem ich erst ein paar Schluck Wasser bei mir behielt, blieb dann auch Fencheltee drin, den der fürsorgliche Herr Kaltmamsell auf meine Bitte zubereitet hatte.

Durch die herabgelassenen Rolläden hörte ich es am Morgen erst regnen und stürmen, später leuchtete sogar ein wenig Sonne durch die Ritzen. Der Kirchturm von St. Matthäus schlug die vollen Stunden und ließ den Nachmittag vorbeiziehen.

Kurz nach sechs probierte ich das mit dem Aufstehen. Zwar gähnte ich immer noch, war erschlagen und litt unter Kopfweh und Bauchzwicken – aber wenn ich in der folgenden Nacht schlafen wollte, musste doch eine Wachphase davor liegen? Außerdem taten mir die Knochen von 20 Stunden Liegen weh. Nahrungsaufnahme stand außer Frage (Herr Kaltmamsell kochte des geplante Abendessen trotzdem, jetzt hatte er mehr Zeit als am Montag, doch allein der Geruch ließ meinen Magen sich bedrohlich ballen), ich war froh, dass ich mit Tee zumindest Flüssigkeit in den dehydrierten Körper brachte. Zur Tagesschau schaffte ich sogar lösliche Gemüsebrühe für den Salznachschub.

Geplant hatte ich den Start des gestrigen Sonntags und letzten Tag vor Arbeitsanfang mit dem Backen des legendären Hokkaido Milk Bread, Roux dafür am Samstagabend gekocht, Butter und Ei zum Temperieren aus dem Kühlschrank genommen. Nachdem sich abzeichnete, dass ich dazu gestern nicht in der Lage sein würde, übernahm nachmittags Herr Kaltmamsell.

Ins Bett um halb acht, ich hatte bereits Nachrichten und Anweisungen für Kolleginnen und Chef vorbereitet, weil ich mir nicht vorstellen konnte, am nächsten Tag arbeitsfähig zu sein. Auch wenn der erste Tag nach Urlaub und dieser Tag ganz speziell aus einigen Gründen ausgesprochen ungeschickt für ungeplante Abwesenheit war.

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Auch der Samstag verlief anders als geplant, allerdings nicht komplett. Meine Eltern hatten für einen weiteren Handwerkseinsatz anreisen wollen, doch der anhaltende Schneefall machte es klüger, keine 80 Kilometer mit dem Auto zu fahren, sondern den – eh nicht pressierigen – Einsatz zu verschieben.

Statt dessen turnte ich eine Runde Yoga, holte Semmeln, frühstückte sie.

Nachmittags war ich zu einem Spaziergang am Nymphenburger Schloss verabredet und trug gleich mal meine neue Sonnenbrille: Im Winter und reflektiert von Schnee oder Wasser plagt mich das Sonnenlicht deutlich mehr als im Sommer von oben.

Rechts neben diesem Gebäude führte ein Weg zum alten kleinen Friedhof der Englischen Fräulein, den besichtigten wir erst mal – und enteckten unter anderem das Grab von Ruth Leuwerik.

Es war ziemlich viel los auf den Wegen ums Schloss, da die Temperaturen gleichzeitig feucht-klamm waren, hielten wir den Spaziergang kurz.

Auf dem Rückweg gerieten wir mit der Tram in Verkehrsbehinderung durch einen Autocorso von Impfgegnern mit vielen, vielen Deutschlandfahnen (vielleicht noch von einem Fußballturnier?). Das letzte Stück ab Hackerbrücke ging ich entlang der Theresienwiese zu Fuß nach Hause und musste deshalb die Botschaften aus den Lautsprechern des Autocorsos hören, darunter Falschaussahen wie “die Regierung” habe erst behauptet, die Impfung helfe, dann die Impfung helfe nicht, oder dass sie behaupte, Virus-Mutationen würden durch die Geimpften verursacht. Nein, ich glaube nicht, dass an diese Leute durch Diskussionen ranzukommen ist.

Cocktail-Abend: Ich hatte Herrn Kaltmamsell informiert, dass es Whiskey Sour mit einer eigens dafür gekauften Bergamotte-Zitrone und Ciao Bella geben würde, er müsse allerdings die Reihenfolge bestimmen. Es wurde zuerst der Whiskey Sour (gut! den nächsten probiere ich aber mit weniger Zuckersirup), dann die Negroni-Variante.

Zu Essen gab es Irish Stew mit heimischem Mufflon (vor Weihnachten beim Wildhändler auf dem Viktualienmarkt gekauft und eingefroren) – wir hatten uns von diesem Fleisch das Hammelaroma erhofft, das ein Stew erst richtig authentisch macht. Funktionierte nur so halb, mir gefielen vor allem die typischen Gerstengraupen im Irish Stew.

Abendunterhaltung war im Fernsehen Reise ins Labyrinth von 1986, aus Bildungsgründen, denn ich hatte den Film nie gesehen. Meine Güte! Wirklich ein Kuriosum der Filmgeschichte, bizarr schlecht.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Samstag/Sonntag, 8./9. Januar 2022 – Nymphenburg und ein Tag krank im Bett“

  1. Nina meint:

    Oh je, Ihr Krankheitsausfalltag klingt ja so richtig fies. Dass Sie einen neuen Blogeintrag schreiben konnten, lässt immerhin hoffen, es geht Ihnen heute schon besser. Jedenfalls gute Besserung!

  2. Beate meint:

    Gute Besserung auch von mir! Gut, dass Sie am heutigen Montag (auch wenn’s gar nicht passt) noch daheim bleiben. Ich hatte mich auch schon gesorgt …

  3. Chris Kurbjuhn meint:

    Ja, das Hammelaroma… Ich versuche seit über zwanzig Jahren eine Hammelkeule zu bekommen, um die geniale Hammelkeule meiner Mutter nachzubauen, ich krieg’s nicht hin. Mir wurden immer nur große Lammkeulen angedreht ohne diesen wunderbaren – die Gesellschaft in “Team Hammel” und “Team Weichei” spaltenden – wilden Hammel-Geschmack. Sollte Ihnen eine Quelle unterkommen, wäre ich dankbar für einen Tipp. Gute Besserung!

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