Journal Freitag, 18. März 2022 – Freitägliches mit neuem Tisch

Samstag, 19. März 2022 um 8:16

Sieh an: Durch den frühen Feierabend am Mittwoch und den kleinen Ausflug fühlte sich die Woche gleich nicht mehr so lang an.

Zerhackte Nacht, aber ich bin weiterhin leicht zu erheitern: Als in einem Krampfanfall der große Zeh des rechten Fußes nach oben krampfte, die restlichen Zehen aber nach unten und sich einrollten, fand ich ultimativ keine Gegenstreckung, die nicht entweder die eine oder die andere Krampfung noch verstärkte. Das amüsierte mich dann doch, ich verlegte mich aufs Durchkneten von Unterschenkel und Fuß, bis der Spuk vorbei war.

Der Tag startete wieder bedeckt, wurde aber immer heller.

Mittags gebuttertes Vollkornbrot (nicht besonders, aber Pumpernickel war aus gewesen), Blutorangen.

Die Luft war mild genug für einen Hofgang am frühen Nachmittag, ich erschnupperte etwas ganz eindeutig Österliches.

Freitagsfrüher Feierabend. Ich dokumentierte das Verschwinden des Sheraton-Hotels am Heimeranplatz nach Fotos am Morgen.

Die einzige Info, die ich darüber finde, ist eine Meldung in der ImmobilienZeitung von Ende 2020:
“Officefirst verkauft Sheraton-Komplex im Münchner Westen”.

Spaziergang zur Schusterin, um Schuhe mit neuen Sohlen abzuholen. All die sandig-dreckigen Autos an und auf den Straßen der Innenstadt ergeben weiter ein seltsames und leicht apokalyptisches Bild. Regen ist auf zumindest die nächsten zehn Tage keiner angekündigt.

Beim frühen Heimkommen machte ich mich erst mal ans Kuchenbacken: Eine nennenswerte Menge Karotten aus Ernteanteil verschwand in diesem Schoko-Karottenkuchen – allerdings ohne schnickschnack Kokosblütenzucker von weit weg, sondern mit gutem bayerischen Rübenzucker. Und statt Schokostreuseln verwendete ich geriebene Schokolade. Das Überziehen mit Schokofrischkäse terminierte ich für Samstagmorgen nach dem Abkühlen.

Große Freude: Gestern war drei Monate nach Bestellung der neue Tisch angekommen – und passt noch besser zu den Stühlen als eh gedacht. Herr Kaltmamsell hatte ihn nach Lieferung gleich aufgebaut (ist durch eine Zusatzplatte in der Mitte vergrößerbar).

Während Herr Kaltmamsell das Nachtmahl zubereitete, versorgte ich uns mit Freitagabend-Drinks: Wir hatten beide sehr große Lust auf Aperol Spritz, also gab es den. Zum Abendessen teilten wir uns Rindfleisch aus der Pfanne (Entrecôte und Rumpsteak), dazu gab es Ernteanteil-Pastinaken aus dem Ofen. Nachtisch Süßigkeiten.

Kommentare und Bemerkungen anderer machen mir klar, welche Aspekte des Ukraine-Kriegs ich aus Eigenschutz recht gründlich wegblende: die individuell menschlichen. Ich lese keine Reportagen aus den beschossenen, belagerten, zerstörten Städten, gucke keine Bilder oder Filme des menschlichen Grauens in der Ukraine an. Das bedeutet nicht, dass ich das Entsetzliche negiere; ich blockiere lediglich es nachzuempfinden, das schaffe ich derzeit nicht. Statt dessen befasse ich mich auf einer so sachlich wie möglichen Ebene damit – und weiß, welch unglaubliche Luxus ich mir damit leisten kann.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Freitag, 18. März 2022 – Freitägliches mit neuem Tisch“

  1. Joël meint:

    Den Aperol Spritz müsst ihr gerochen haben, den hatten die A. und ich nämlich auch. Und der Tisch sieht sehr sehr schön aus.

    Den letzten Abschnitt betreffend:
    Ja, ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich schaffe das auch nicht. Es würde mich lähmen für Stunden und Tage, was ich mir nicht leisten kann. Und ja, es ist ein unsagbarer Luxus.

  2. Ilka meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  3. Croco meint:

    Der Tisch und die Stühle sind so klar und zeitlos, das gefällt mir sehr.
    Und das mit der Ukraine handhabe ich auch so, ich halte es einfach nicht aus. In der Schule werden Sachen gesammelt, die Klassen sind aufgewühlt. Viele haben Verwandte da. Das bewältige ich gerade. Mehr geht nicht.

  4. Thea meint:

    Ein wirklich schönes “Ensemble” mit dem neuen Tisch.
    Ukraine: Wie Sie und doch viele andere…
    “Freedom Day” finde ich eine schreckliche Bezeichnung. Meine Maske(n) werde ich weiterhin tragen.

  5. Friederike meint:

    Tisch und Stühle: Perfekt, wunderbar!
    Zu Thea: Hier in Leipzig ist die Inzidenz gerade auf über 2500 gestiegen – und nächstes Wochenende möchte ich zu einer Tagung fahren – klar, dass ich weiter FFP2-Maske trage!

  6. Simone meint:

    Tisch und Stühle sehen klasse aus und sogar der Teppich passt prima. Würde mir auch genau so gefallen.

    Zur Ukraine: ich muss die Nachrichten auch vorsichtig dosieren. Nach 2 Jahren medialem Pandemie-Dauerfeuer vertrage ich nicht mehr alles ungefiltert. Dass man außer spenden und Unterstützung anbieten wenig tun kann fühlt sich so hilflos an.

Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen