Journal Samstag, 11. Juni 2022 – Heimfahrt in der Sonne, Warn-App-Rekord, Schnipsel

Sonntag, 12. Juni 2022 um 7:59

Unruhige Nacht, morgens genug Zeit zum Packen.

Wir waren früh am Berliner Hauptbahnhof, um uns noch zu einem Morgenkaffee setzen zu können. Was gar nicht einfach war, weil es sich ja um ein Einkaufszentrum mit Gleisanschluss handelt, Kaffeeläden zum Hinsetzen sind darin nicht wirklich vorgesehen (es wurde wieder das Einstein am Eingang). Als Reiseproviant besorgte ich uns meinen Berlin-Liebling Streuselschnecke (die keine Schnecke ist), die aß ich auf der Fahrt bei verhältnismäßig frühem Frühstückshunger um zwölf zu einem Apfel.

ICE kam pünktlich, diesmal war der Fensterplatz tatsächlich so einer, wir saßen in der 1. Klasse am Tischchen einander gegenüber.

Thüringen.

Autos. (Abends musste ich mal wieder den Fernseher anschreien, als mir die Werbung “ein neues vollelektrisches Fahrerlebnis” verkaufen wollte. ES IST EIN SCHEISS A U T O, IHR BESCHEUERTEN WERBENASEN! Ich lade euch aber gerne mal auf ein echtes vollelektrisches Fahrerlebnis ein. In die Münchner U-Bahn.)

Gut steht er da, der Hopfen.

Ankunft in München 14 Minuten später als geplant – doch bei einer Reisezeit von viereinhalb Stunden finde ich das nicht ernsthaft unpünktlich. (Lustigerweise begegnete ich beim Heimkommen einer Nachbarin, die beim Anblick unserer Koffer erzählte, wie lange sie am Vortrag wegen Verspätungen per Flugzeug zurück aus einem Urlaub in einer europäischen Hauptstadt unterwegs gewesen war. Wo wir doch alle wissen, dass es nur bei Bahnreisen Verzögerungen und Missstände gibt, hahahaha netter Versuch! Ernsthaft: Ich empfehle sich bewusst zu machen, dass Reisen mit so vielen Unwägbarkeiten verbunden ist, dass Abweichungen vom Plan normal sind.)

München war sonnig und warm. Ich stellte nur kurz den Koffer ab und erledigte ein paar Haushalts-Handgriffe. Während Herr Kaltmamsell den Erfolg des Bewässerungssystems mit Wasserkolben überprüfte (topp!) und sein Gepäck ausräumte, ging ich auf eine Einkaufsrunde für Lebensmittel. Unter anderem brachte ich Zutaten für Eiskaffee mit (auf der Basis von entkoffeiniertem Espresso):

Nach Räumen und Erledigungen nahm ich mir Zeit für Yoga, ich startete nochmal das 30-Tage-Programm “Home” von Adriene. Den Abend feierten wir mit den ersten Erdbeer-Gintonics der Saison.

Nachtmahl waren Spaghetti Carbonara (Herr Kaltmamsell) und eine große Schüssel grüner Salat (mit Zitronen-Knoblauch-Vinaigrette von mir), danach noch ein paar Erdbeeren und Schokolade.

Meine Corona-Warn-App zeigt derzeit einen persönlichen Rekord von fünf Risikobegegnungen in der vergangenen Woche an, ich befand mich also jeweils mehr als 15 Minuten in Risikonähe von fünf Personen, die seither mit PCR positiv auf Covid-19 getestet wurden – mindestens fünf, denn das sind nur die, die ebenfalls die Corona-Warn-App verwenden. Zwar trug ich die meiste Zeit unter Menschen meine FFP2-Maske (immer in Bahn und im Berliner Nahverkehr, fast immer in den re:publica-Sessions), aber halt nicht durchgehend (über längere Zeit drücken die Gummis hinter den Ohren halt doch unangenehm): z.B. nicht in den Außenbereichen der re:publica, oft nicht am ersten Tag der re:publica in Sessions, bis mir der dadurch verminderte Schutz von Risikogruppen klar wurde (diese Konferenz ist ja besonders inklusiv), natürlich auch nicht in Restaurants. Ich werde also mal besser ab sofort täglich selbsttesten. Zur Erinnerung: Corona ist nicht vorbei (und die Expert*innen sehen düster für den nächsten Herbst).

Noch ein paar nachgetragene Schnipsel:

  • In der ohnehin beeindruckenden Süßigkeiten-Abteilung der KaDeWe-Lebensmitteletage gab es einen großen Extra-Bereich für Lakritz.
  • Auf der re:publica hörte ich auf den Podien oft Gendern mit Glottis-Schlag (also das gesprochene Sternchen, wie es im Deutschen sonst in Wörtern wie Spiegelei verwendet wird), je jünger der Sprecher oder die Sprecherin, desto öfter.
  • Was mich an der re:publica mal wieder beeindruckte: Das vom Motto abgeleitete Design, diesmal mit der Anmutung Karaoke-Buchstabenverlauf. Mir wurde klar, wie viel Wertschätzung und Zuneigung gutes Design ausstrahlen kann, ich fühlte mich warm umarmt. Umso mehr, als die durchdachte und aufmerksame Orga dazu passte, überall freundliche Menschen.

die Kaltmamsell

17 Kommentare zu „Journal Samstag, 11. Juni 2022 – Heimfahrt in der Sonne, Warn-App-Rekord, Schnipsel“

  1. Beate meint:

    FFP2-Masken, länger getragen, verursachen bei mir auch fiese Schmerzen hinter den Ohren. Meine persönliche Lösung: ein ca 2,5 cm breiter, 22 cm langer gehäkelter Streifen aus Sockenwolle, mit je einem Knopf am Ende – somit kann man die Schlaufen um die Knöpfe legen und die Ohren werden geschont. Auch nicht optimal, aber bei langen Zugfahrten bin ich froh drüber.

    Danke für die schönen Berlin-Erlebnisse und -Fotos!

  2. Barbara meint:

    Da ich beruflich weiterhin FFP2-Masken trage(n muss), meine Lösung: die AirQueens von Siegmund Care, grade mit Brille super, drücken nicht hinter den Ohren. Wir hatten sie zum ersten Mal für Bayreuth letztes Jahr und seitdem nur noch diese. Etwas teurer als die allgegenwärtigen Standarddinger, aber für mich jeden Cent wert.

  3. FrauC meint:

    In manchen Maskenpäckchen sind solche Verbindungsstücke schon beigefügt, allerdings in Form eines Plastikhakens. Die finde ich auch sehr nützlich.

  4. Marlies meint:

    9 Minuten und 8 Meter Abstand reichen für rote Warnung
    Wo es geht, es eng hergeht oder ich länger Kontakt haben könnte zb Zugfahrt, trage ich 3M Maske- mit Gummi hinterm Kopf
    Toitoitoi, dass Sie gesund bleiben!

  5. Alexandra meint:

    Ich frage mich gerade, ob sich wohl ein Markt etablieren kann, der Masken nach individuellen Maßen bietet?

    Das “Ohrenproblem” kenn’ ich und frage mich angesichts so vieler verschiedener Kopfformen, Kinn-Ohrmuschel-Abständen – von “Gesamtumfängen” gar nicht zu reden – was ein Standardmaß da überhaupt bringt.

    Vor allem für Menschen, die die Dinger auf der Arbeit permanent tragen müssen.

  6. Hauptschulblues meint:

    @Barbara: Wir tragen auch nur Siegmund Air Queen, diese Maske ist unschlagbar. Kann beim Hersteller (irgendwo im Allgäu) sogar telefonisch auf Rechnung bestellt werden. Wo gibt es das noch?

  7. Konsonantenboy meint:

    Diese Plastikhacken sind quasi ein Muss, besonders wenn man die Brille trägt. Die Wiener schmeißen sie komischerweise meistens weg, die Teile liegen also buchstäblich vor den Füßen.

  8. kecks meint:

    Es gibt mittlerweile viele FFP2 mit Kopfbändern, bei Kurzhaarkopf völlig unproblematisch. Sehr dichter Sitz, keine Ohren- oder entsprechende Kopfschmerzen mehr. Große Empfehlung.

  9. lihabiboun meint:

    Verehrte Kaltmamsell, kennen Sie den Verkaufsstand für dänische Lakritz bei Beck im EG?

  10. die Kaltmamsell meint:

    Nein, lihabiboun, aber ich finde Lakritz ja auch ziemlich eklig. Werde das aber dem Besuch in zwei Wochen weitergeben, deren Lakritze-Liebe meist unerfüllt bleibt.

  11. Thea meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  12. Die Toni meint:

    Ich bin gestern nach 10 Stunden Zugfahrt aus Ligurien mit 3 Umstiegen 15 min verspätet in Stuttgart angekommen und es wurde … geschimpft. Dito vor kurzem durchgehende Verbindung Stuttgart-Berlin 20 min Verspätung mit viel Schimpfen. Ich finde das an sich sensationell. Bei einer Autofahrt über diese Entfernung werden Staus und zB zwei Stunden längeres Fahren ohne Weiteres akzeptiert. Das sind doch auch Verspätungen? Fühlt sich das nur anders an, weil man vermeintlich autonomer ist (ist man im Stau nicht!)?

  13. Chris Kurbjuhn meint:

    Die Bahn – insbesondere deren Fernverkehrszüge – waren einmal ein Synonym für Pünktlichkeit. Die Redensart “pünktlich wie ein D-Zug” ist in Vergessenheit geraten. Tatsächlich waren unpünktliche Züge einmal die Ausnahme, die Bahn hat Werbung mit ihrer Zuverlässigkeit gemacht. Und das mit Technologie, die heutzutage archaisch anmutet. Zur Zeiten von Postkutschen etc. mag es Unwägbarkeiten gegeben haben, heute machen mich Unwägbarkeiten – insbesondere bei Hochgeschwindigkeitszügen – nicht nur ärgerlich, sondern auch ein bisschen nervös. :)

  14. Gaga Nielsen meint:

    Auf dem ersten Foto ganz oben, aus dem Zugfenster, ist so ein oranges Feld. Ob da Mohn angebaut wird?

  15. Anne meint:

    AirQueens von Siegmund Care sind wirklich recht angenehm zu tragen, geradezu federleicht.
    Interessanterweise findet man diese Form von Masken mit dem Suchbegriff “fish type ffp2” auch von anderen Herstellern.

  16. MHS meint:

    Mir wird unter Air queens Masken in angenehmen Formen und Farben angeboten.Allerdings “Made in South Corea” (dt Fragewort mit H = Hä??) nix Allgäu. Liegt das an mir?
    Lg
    M.

  17. Chris Kurbjuhn meint:

    @MHS: Siegmund Care, die Firma, die die Masken vertreibt, sitzt im Allgäu, die Mäsken selbst werden in Südkorea hergestellt.

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