Journal Dienstag, 12. Juli 2022 – Schwindelablenkung

Mittwoch, 13. Juli 2022 um 6:29

Im Grunde hatte ich seit dem Vortag durchgearbeitet: Als eine der letzten Aufgaben war am Montag die Bitte um eine komplizierte Terminfindung eingelaufen, die ich zwar auf gestern schieben konnte (weil die Beteiligten ohnehin nicht mehr erreichbar waren), die mich aber seither belastete und im Hinterkopf arbeitete.

Entsprechend bedrückt ging ich durch einen milderen Sommermorgen in die Arbeit, freute mich weder an den Mauerseglern, die schrillend in Banden über den Himmel schossen, noch am Sommerlicht. Zumindest fiel mir durch dieses Arbeiten im Hinterkopf ein strukturiertes Vorgehen ein, mit der ich die Aufgabe anpacken konnte. Das tat ich im Büro gleich nach Teekochen und kam einen ersten Schritt voran.

Der Vormittag war wieder von Korrekturlesen belegt (so weit darf ich über Berufliches schreiben).

Mittags gab es Pumpernickel mit Butter und Flachpfirsiche.

Nachmittags gab’s Schwindel, der mir die Laune vermieste.

Dafür wurde das Wetter freundlicher. Ich versuchte ein Stück schwarze Schokolade gegen den Schwindel (die muss wirklich weg, ist schon ganz staubig-bröslig). Half nicht.

Auch die Sonne half nicht: Auf meinem Heimweg war mir schwindlig und düster. Und wissen Sie, womit ich mich von der Düsternis beim Gehen mit gesenktem Kopf abhielt: Indem ich darüber nachdachte, war ich am nächsten Tag anziehen würde. Andere rufen sich auswendig gelernte Gedichte ins Gedächtnis oder spielen im Kopf Schachpartien nach. Ich hingegen wäge intensiv ab, ob ich am warm bis heiß angekündigten Mittwoch mit möglicher Draußenverabredung am Abend eher die rote Tunika als Kleid trage (habe herausgefunden, dass sie mir so auch zwei Nummer zu groß an mir gefällt) oder die alte cremeweiße als Kleid ausprobiere. Und welche Schuhe ich dazu tragen könnte. So.

Nach einem Jahr war unser Topf mit Münzen trotz mehrheitlicher Kartenzahlung voll geworden (wir leeren abends immer unsere Geldbörsen hinein, ein ordentlicher Teil unserer Urlaubskasse), ich brachte die Münzen zu meiner Bank. Anschließend Abstecher zum Rewe, um unsere Süßigkeitenvorräte aufzufüllen.

Daheim hatte ich keine Lust auf Yoga weil Schwindel, also brach ich gleich mit Herrn Kaltmansell (dem ebenfalls schwindlig war) zum Abendessen auf: Wir landeten im Schnitzelgarten, diesmal schafften wir beide nur die Hälfte unserer Schnitzel und packten uns die andere Hälfte ein.

So war daheim noch Platz für Schokolade.

Im Bett Mely Kyiak, Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an ausgelesen: Ein sehr schönes Buch, später mehr dazu.

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Dienstag, 12. Juli 2022 – Schwindelablenkung“

  1. Berit meint:

    Um ihren Schnitzelgarten beneide ich sie gar sehr, die sehen wirklich köstlich aus!

Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen