Journal Sonntag, 31. Juli 2022 – Von Jakobidult bis Preysinggarten

Montag, 1. August 2022 um 6:29

Guter, erholsamer Schlaf bis um sieben. Draußen war der Himmel bedeckt, die Luft kühl. Eigentlich hatte ich einen Freibadschwumm geplant, doch überm Bloggen und Morgenkaffee schwand die Lust darauf. Dann fiel mir auch noch die Jakobidult ein und ich plante um.

Als ich nach Körperpflege und Ankleiden bereit zum Aufbruch war, hatte sich das Wetter zwar doch für Freibad-Tauglichkeit entschieden, aber das war mir jetzt egal. Mit Herrn Kaltmamsell ging ich erst noch auf einen Cappuccino in ein Café an der Hans-Sachs-Straße, dann die Fraunhoferstraße entlang zur Isar und zur Auer Dult.

Jahnstraße.

Diese Jakobidult war wieder so groß wie vor Corona. Wir gingen systematisch alle Gassen ab, sahen viel Interessantes. Unterwegs entwickelte sich ein Gespräch über die Risiken von Herrn Kaltmamsells Sabbatjahr, als er nämlich bei allem, was im Haushalt anstand (wir gingen gerade an den Ständen mit “Neuigkeiten” vorbei und dachten an den dringend entkalk-bedürftigen Wasserhahn in der Küche), meinte: “Das kann ich ja in meinem Sabbatjahr erledigen.” So soll das auf keinen Fall sein: Dass er plötzlich für alles zuständig ist, schließlich ist war sein zentraler Vorsatz für die Auszeit Nichtstun.

Entdeckung: Die Alpen-Cocosnuss.

Gekauft haben wir nichts: Das Doppel meiner hochgeschätzten Bürotasse, nach der ich suchte, gab es nicht, diese Töpferei hat in den sechs Jahren seit Erstkauf zu anderen Tassenformen gewechselt – und irgendeine Riesentasse brauche ich nicht.

Zurück daheim gab es Mittagessen: Herr Kaltmamsell hatte die Roten Beten aus Ernteanteil gegart und servierte sie mit zweierlei Mohn-Dripping.

Mohnbröselbutter und Mohnjoghurt – beides sehr gut, aber die Butter bräuchte als Gericht noch etwas dazu. Außerdem gab es Kartoffelsalat vom Vorabend und eine große Portion Trifle.

Supertüchtiger Nachmittag, ganz erstaunlich, zu wie viel ich ohne Sportprogramm komme: Wochenendzeitung gelesen, Lieblingstweets des Monats zusammengestellt, gebügelt. Herrn Kaltmamsell streng angesehen und betont, dass er die drei T-Shirts nur gebügelt wiederbekommt, wenn er sie unten in seinen Stapel legt (er trägt seit Sommeranfang dieselben drei) (für Arbeit und Ausgehen aber auch Hemden) (weiteres Risiko des Sabbatjahrs Kleidungsverkommen?). Vor meiner Abendverabredung fand ich sogar noch Zeit für ein halbes Stündchen Yoga.

Mangels Lust auf Radfahren nahm ich eine Tram nach Haidhausen – dachte ich, doch sie fuhr nur bis zum Isartor: Bauarbeiten. Schnell in die S-Bahn bis Rosenheimer Platz umgestiegen, von dort zu Fuß weiter. Im Preysinggarten verbrachte ich einen sehr schönen Abend. Unter anderem stellten meine Verabredung und ich fest, dass sie vor 20 Jahren fast in Sichtweite des Lokals gewohnt hatte, ich vor wenig länger hatte in Sichtweite meine erste Arbeitsstelle in München. Ich genoss die Begegnung und den Austausch, das ist schon ein besonderer Mensch in meinem Kontaktkreis.

Zu Essen gab es rote Paprika mit Schafskäsefüllung und Salat, dazu zwei Rhabarberschorlen. Heimweg mit der U-Bahn vom Wiener Platz – auch die Rückreise umständlich mit Pendelverkehr ab Odeonsplatz: Bauarbeiten.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Sonntag, 31. Juli 2022 – Von Jakobidult bis Preysinggarten“

  1. Defne meint:

    Ich frage mich gerade wo die Grenze ist zu “der Butter” bzw. “die Butter”.
    München gehört garantiert zur Gegend “der Butter”, gehört das nördlichere Ingolstadt, wo Sie aufgewachsen sind, schon zur “die Butter”-Gegend?
    In einem älteren Duden stand noch explizit drin: süddeutsch “der Butter”.

    Oder wird aus (der) Mohn-, (die) brösel-, (der) butter dann insgesamt ein “die Butter” auch wenn Butter dann alleine dasteht?

  2. Croco meint:

    Mir fällt gerade niemand ein, der sein Sabbatjahr zuhause verbracht hat. Alle waren monatelang und weltweit unterwegs.
    Ich glaube nicht, dass ich es noch schaffen würde, ein ganzes freies Jahr durchzuplanen. Früher schon, jetzt nicht mehr. Meine Devise hat sich verändert:
    man darf auch Zeit verplempern.
    Ich würde tagträumen und rumhängen.

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