Journal Montag, 28. November 2022 – Theresienwiesenblicke

Dienstag, 29. November 2022 um 6:04

Nach gutem Nachtschlaf und gutem Morgenkaffee startete ich gelassen in die Arbeitswoche.

Als ich mich nach Kreuzen der Theresienwiese umdrehte, blickte ich in eine Farb-Explosion aus Orange und Pink.

Das Hochfahren meines Arbeitsrechners beseitigte die Gelassenheit erstmal: Am Wochenende war wieder heftig gearbeitet worden. Ich hetzte hinterher, um vor meinem ersten Besprechungstermin um 9 zumindest einen Teil geliefert zu haben. Zwischen zwei weiteren Besprechungen haute ich ebenfalls eine Menge Holz weg.

Mittags verließ ich das Haus zum Einkaufen: Der Vermentino San Donato hatte mir so gut geschmeckt, dass ich diese Sonderaktion des Vollcorner nutzen wollte – und ich fürchtete, dass der Aufsteller seit vergangenem Donnerstag leergekauft sein könnte. Der Marsch zum Forum Schwanthalerhöhe war trotz düsterem Hochnebel angenehm. Ich sicherte mir vier Flaschen des Weißweins. Auf dem Rückweg buchte ich eine Restaurantreservierung für meinen Chef um, wenn ich schon an dem Lokal vorbei kam.

Zurück am Schreibtisch gab es als Mittagessen Apfel, Truthahn, Orangen.

Die nachmittägliche Arbeit war nicht ganz so druckvoll. Nach Feierabend ging ich direkt nach Hause.

Das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese wirkt dieses Jahr viel mehr wie eine Stadt als in den Jahren zuvor. (Vor allem kann ich es aber schier nicht fassen, welche Fotoqualität mittlerweile mit einem Smartphone möglich ist: Ich habe einfach draufgehalten und einmal abgedrückt, auf dem Ergebnis sind selbst die Türme der Frauenkirche gut zu erkennen.)

Zu Hause war ich froh, den schweren Rucksack abzulegen. Eine Runde Yoga, dann bekam ich Abendessen in mehreren Gängen: Herr Kaltmamsell servierte erst mal den Ernteanteil-Grünkohl als kale chips aus dem Ofen, dann den weiter vor sich hin fermentierten Kimchi als Suppe mit Ernteanteil-Pakchoi, Champignons, Truthahnfleisch (köstlich und in der Kälte genau richtig), dazu Kartoffelbrei-Reste als Jumbo-Kroketten aus der Pfanne (schön knusprig, aber inzwischen schmecke ich aufgewärmte Kartoffeln überall raus), dann auch noch ein Schälchen von dem Geflügelsalat, den ich mir aus dem restlichen Truthahnfleisch gewünscht hatte. Trotzdem passte noch Schokolade hinterher.

§

maiLab befasst sich, wieder herrlich systematisch, mit der Frage: “Wie viele Geschlechter gibt es?”

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https://youtu.be/8fraZlsmCio

(Die Kollegin, die mich auf das Video hinwies, betonte zurecht: Die Kommentare unter dieser Folge auf YouTube sind eine einzige Flausch-Welle, lesen Sie sie zur Rückgabe von Glauben an die Menschheit.)

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Montag, 28. November 2022 – Theresienwiesenblicke“

  1. marthe meint:

    Ihre Fotos finde ich seit Wochen wunderschön. Immer wieder sind es sehr besondere Lichtmomente die Sie einfangen – und das naseweise Eichhörnchen war soo niedlich.

  2. Katharina meint:

    Mai schätze ich auch sehr, die macht tolle Videos. Naturwissenschaftlich ist sie hier mit „Eierzellen“ und inter als drittem Geschlecht leider auf dem falschen Dampfer.

  3. die Kaltmamsell meint:

    Was wäre denn korrekt, Katharina?

  4. Katharina meint:

    Eizellen statt “Eierzellen” und “inter” wird nicht mehr so genannt, sondern als “sex development disorder” bezeichnet. Wäre es ein eigenes, 3. Geschlecht dann bräuchte es drei Personen unterschiedlichen Geschlechts, um Nachwuchs zu zeugen und alle drei Geschlechter wären statistisch etwa gleich häufig. Es gibt aber nur zwei biologische Geschlechter.
    Es gibt hier einen ganz klaren Artikel zu dem Thema, biologisch ist es eindeutig:
    https://www.emma.de/artikel/viele-geschlechter-das-ist-unfug-339689
    Viele Grüße!

  5. Isabell meint:

    Ich möchte diesen Kommentar nicht unwidersprochen stehen lassen.
    Mais Erklärung im Video fand ich sehr differenziert und nachvollziehbar. (Ok, einmal hat sie sich versprochen und Eierzelle statt Eizelle gesagt.)
    Katharinas Kommentar kann ich nicht folgen. Die Argumentation „drei Geschlechter müssten zu gleichen Teilen verbreitet sein und man bräuchte alle zur Fortpflanzung“ verstehe ich nicht. Warum ergibt sich das eine aus dem anderen?
    „Disorder of sex development“ ist zudem kein neuer Begriff. Und auch kein guter Begriff, finde ich. Im Deutschen heißt das „Varianten/Störungen der Geschlechtsentwicklung“. Varianten müssen nicht immer Störungen sein. Betroffene bevorzugen darüber hinaus offenbar außerdem „inter“ um eine generelle Pathologisierung zu vermeiden.
    Das verstehe ich.
    Die angegebene Quelle ist die Emma. Und naja, soweit ich weiß, sind die was Trans- und Inter-Themen angeht nicht so weit vorne. Für mich keine Autorität auf diesem
    Fachgebiet. Bin ich auch nicht, versuche aber zu lernen und solidarisch zu sein.

  6. die Kaltmamsell meint:

    Die Quelle, Isabell, würde ich nicht so schnell wegwischen: Es ist zwar mit der Emma eine Speerspitze des trans-feindlichen Feminismus, doch interviewt wird die Biologie-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard. Nach der Lektüre weiß ich: Es gibt in der wissenschaftlichen Betrachtung des Themas keine Einigkeit, sondern verschiedene Wertungen und Priorisierungen der Fakten – nichts Ungewöhnliches, maiLab verlinkt ja unter dem Video wie immer die Quellen, auf die sich ihre Aussagen berufen. Und nein, Katharina, ein Versprecher diskreditiert nicht die gesamte Aussage.
    Der Aspekt Chromosomen wird im Video sehr differenziert behandelt, was davon als “drittes Geschlecht” bezeichnet wird, ist offen für Diskussion. Und was Nüsslein-Volhard als “Quatsch” bezeichnet, behandelt das Video unter dem ausdrücklich nicht wissenschaftlichen Ansatz von “Geschlechteridentität”, über den man sich gesellschaftlich Gedanken macht. Das Interview in der Emma ist gekennzeichnet von Suggestivfragen (“Inzwischen sind wir an einem neuen Punkt. Jetzt heißt es nicht mehr: Welche Art von Wissenschaft dürfen wir betreiben? Sondern: Magisches Denken sticht wissenschaftliche Erkenntnisse.”) und von einseitigen zornigen Antworten (“Wollen die jetzt etwa auch den Biologie-Unterricht abschaffen? Wollen wir gar nicht mehr wissen, wer wir sind und wie das Geschlecht bestimmt wird? “), während Mai Thi Nguyen-Kim abwägt, verschiedene Seiten beleuchtet, ihre Quellen nennt.

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