Journal Montag, 6. Februar 2023 – Technikoffener Specht

Dienstag, 7. Februar 2023 um 6:33

Tief und gut geschlafen (wenn andere schlechten Schlaf auf gleichzeitigen Vollmond schieben dürfen, mache ich das jetzt einfach Mal für besonders guten). Als der Wecker klingelte, saß ich im Traum gerade mit Hannah Gadsby in einem Zug der Deutschen Bahn und schirmte sie vor übergriffigen Fans ab, die mit ihr reden und sie anfassen wollten.

Es tagte zu wolkenlosem Himmel und Frost. Herr Kaltmamsell kam noch schlimmer erkältet aus seinem Zimmer als tags zuvor und dauerte mich.

Freude am freitags erworbenen Blumenstrauß (Bestandteile aus dem Supermarkt) – und wie schon oft frage ich mich, warum ich mir diese Freude nicht viel öfter mache.

Kaiser Ludwig vor Fernwärmeerzeugung.

Der Vollmond versank hinterm westlichen Rand der Theresienwiese.

Wie schon in der Woche zuvor begnete mir auf der Theresienhöhe ein Buntspecht, der mit der Zeit ging: Er nutzte den Schirm einer Straßenlaterne als Resonanzkörper für sein Klopfen (was ich erst hörte, mich dann nach der Quelle umsah). Im Bavariapark aber deutlich hörbar auch traditionsbewusste Spechte an Holz.

Ungemütlicher Arbeitstag, weil die Muskeln um meine Lendenwirbelsäule bis in die Hüfte schmerzten.

Zu Mittag gab es Ernteanteil-Äpfelchen, ein paar Löffel Dhal vom Freitagabend, Blutorangen mit Sojajoghurt. Der Himmel hatte sich leider bewölkt, keine Sonne heizte das Büro mehr. Vormittags war mir mit meinen zwei Shirts unterm Pulli und den ultradicken Wollsocken ZU WARM geworden! Heftiges Ärmelhochschiebing!

Mich dabei ertappt, dass ich genauso über Mastodon maule wie andere, denen ich vorhalte, dass hier eben NICHT Twitter ist: Das furchtbare Erbeben in Syrien und in der Türkei bekam ich nur auf Twitter mit – weil ich dort Leuten folge, die regelmäßig wirklich wichtige News retweeten. Nachrichtenkanälen selbst folge ich auch auf Twitter nicht, weil sie zu 95 Prozent für mich Irrelevantes posten.

Wie angekündigt war es kalt geworden, ich marschierte meinen Heimweg sehr zackig, um nicht zu frieren. Daheim eine Runde Yoga mit Kraftübungen, schön.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Nudeln mit Pastinake (Ernteanteil), Datteltomaten, Rosmarin und Parmesan – wundervoll. Danach Süßigkeiten, unter anderem japanische Mochi, deren Konsistenz ich sehr gern mag.

§

Begehrlichkeiten auf Flächen, die durch schmelzende Gletscher freiwerden, regionale Baumaterialien, Photovoltaikpaneele im Einklang mit Bergsilhouetten – Maik Novotny sammelt Antworten auf die Frage:
“Was bedeutet der Klimawandel für die Architektur in den Alpen?”

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Montag, 6. Februar 2023 – Technikoffener Specht“

  1. Christine meint:

    Kurioserweise sind mir in den letzten Tagen mehrere Spechtberichte untergekommen: Schon seit einigen Monaten wird ein lieber Bekannter von einem Specht genervt, der auf die Antenne auf dem Dach des Hauses einhämmert, was das ganze Haus zum Dröhnen bringt. Spechte erfahren durch das Hämmern eine gewisse Resonanz im Kopf, die bei einigen Materialien wohl angenehmer ist und danach werde die Spechte dann “süchtig” und suchen die Stellen gezielt auf.
    Hier in der Stadt wird gerade ein wichtiges öffentliches Gebäude modernieisert und nach Jahren des Umbaus steht es kurz vor der Eröffnung. Dummerweise hat sich ein Spechtpärchen die Verkleidung und Isolation des Neubaus auserkoren, so dass nun schon vor der Eröffnung die ersten Restaurierungsarbeiten stattfinden müssen.
    Der Kollege, der mir davon berichtete, erwähnte in dem Zusammenhang auch, dass Ameisen übrigen Styropor ganz toll finden zum Nisten. Leider zersetzt dieser sich durch die Ameisensäure. Deshalb wird es in den kommenden Jahren noch zu einigen Überaschungen bei mit Styropor gedämmten Häusern kommen.

  2. Beate meint:

    Hier (Frankfurter Nordend) gibt es schon einige Jahre “Laternen-” und “Antennen-Spechte” – der Antennenspecht direkt gegenüber, immer amüsant zu beobachten, und der/die? Antennenspechte am Park. Das weckt frühmorgens das ganze Viertel auf …

  3. Hauptschulblues meint:

    Einer unserer Spechte (oder sind es mehrere?) bearbeitet Regenrinnen und Fallrohre, dann aber gleich wieder die große Eiche am Tor.

  4. Friederike meint:

    Ah, diese Specht-Berichte (besonders Christines Kommentar) beantworten auch meine Frage, was er an der Laterne wohl gesucht hat. Ich dachte immer, das Klopfen diente dazu, nach Nahrung (Larven usw.) zu bohren – und die verstecken sich in der Laterne ja wohl kaum!
    Gute Besserung für Herrn Kaltmamsell!

  5. die Kaltmamsell meint:

    Ich musste auch erst lernen, Friederike, dass das berühmte Spechtklopfen Balz und Reviermarkierung ist. Doch in den vergangenen Jahren habe ich ein paar Mal Buntspechte beim Futtersuchen an Stämmen beobachtet: Das ist ein ganz gezieltes, einzelnes Draufhauen.

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