Journal Dienstag, 28. Februar 2023 – Grade des Sich-führen-lassens

Mittwoch, 1. März 2023 um 6:32

Wieder gut geschlafen, in Herrn Kaltmamsells Bett (weil Übernachtungsbesuch in meinem) kurz vor Weckerklingeln aufgewacht. Den Gast sah ich sogar noch beim Verlassen des Hauses: Leichter Abschied, denn zwar zog er gestern dientreislich ins Hotel um, aber wir sehen uns diese Woche nochmal.

Das Draußen hielt sich am Frost fest, inklusive hellgrauem Himmel.

Von halb zwölf bis halb zwei hatte ich durchgehend Termine (eine sehr große Ausnahme), also wurde es fürs Mittagessen spät: Äpfelchen (dieses nicht aus Ernteanteil, sondern vom Übernachtungsbesuch aus eigenem Garten mitgebracht und köstlich), Pumpernickel mit Butter, Orangen.

Mittlerweile hatte sich das Wetter zu ein wenig Sonnenschein entschlossen, aber die Kälte blieb. Die Sonne kam zu spät für ein Wärmen des Büros, ich war froh um dicken Pulli und Schneestiefel.

Neues von der Schöffenbewerbung: Vormittags rief mich das zuständige Amt an und wollte zu meiner Angabe “Sachbearbeiterin” bei Berufstätigkeit dann doch Genaueres und den Arbeitgeber wissen. Fand ich gut. Ebenso wie ich gut fand, dass das Formular eine zweite Seite umfasste, die ich von der Vorläufer-Bewerbung nicht kannte und die unter anderem Engagement für extremistische Vereinigungen abfragte – die auswählenden Stellen kennen also die Aufrufe zum Schöffenamt aus dieser Richtung.

Nicht zu später Feierabend, weil ich vor dem Tanzkurs noch ein wenig Yoga turnen wollte. Dank direktem Weg nach Hause klappte das: ein halbes Stündchen mit Jessica Richburg.

Im Lindy-Hop-Tanzkurs betreuten uns zwei unvertraute Tanzlehrer, in der wieder sehr großen Gruppe sah ich einige unvertraute Gesichter. Nach der Woche Pause wurden bekannte Abfolgen wiederholt, nur wenige neue gezeigt, vor allem gab es Detail-Tipps zu Ausführung und Haltung.

Ich hatte ein breites Spektrum an Leadern im Arm, von So-sicher-dass-Varianten-geführt-wurden bis Nicht-mal-zuverlässig-Grundschritt. Ich versuchte gerade den unsicheren Leadern durch superleichte Führbarkeit und konstant aufmunterndes Lächeln ein wenig die Möglichkeit zum Spaßhaben zu geben, muss aber gestehen, dass leichtes Geführtwerden sehr anstrengt, wenn es sich auf erfundene Grundschritte bezieht (zumindest im Takt – Meisterinnenklassen ist das Folgen außerhalb der Musik).

Wieder hatte Herr Kaltmamsell das Nachtmahl bereits vorbereitet: Eine Gemüsequiche.

Schmeckte ganz hervorragend, danach Schokolade.

Spürbare Folge des langsamen Verödens meines Twitters ohne aufwiegende Lebendigkeit auf Mastodon: Ich lese weniger Internet. Mir war durchaus bewusst, dass ich in den vergangenen Jahren viele Leseimpulse durch Tweets bekommen hatte, und die deutlich kürzere Buchliste am Ende jedes Jahres im Vergleich zu der zehn Jahr zuvor erklärte ich genau damit. Aber dass ich bereits Ende Februar im zwölften Buch des Jahres lese, zeigt mir schon deutlich, wie eng dieser Zusammenhang war.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Dienstag, 28. Februar 2023 – Grade des Sich-führen-lassens“

  1. Sebastian meint:

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    Gerne gelesen

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  2. Petra S. meint:

    Ich kombiniere und finde es gut, dass höchstwahrscheinlich der Retter des Mittagsessens under cover ein Mittagessen gerettet hat. Die guten Äpfelchen! Herzliche Grüße.

  3. joha meint:

    Lesegewinn ist doch ganz fantastisch. Vor allem, wenn man im Kopf hat, an welche Twitter-Begebenheit man sich in einem Jahr noch erinnert und verglichen damit an welches Buch (nicht an alle, aber durchaus an viele).

  4. Stefan meint:

    Wenn ich gefragt werde, rate ich stets vom Schöffentum ab, es freut mich trotzdem, dass Sie das machen wollen.

    Das mit dem Lesen beoabachte ich bei mir auch, aber schon zwölf Bücher: Hut ab!

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