Journal Samstag, 3. Januar 2026 – Kurztrip Berlin mit Schnee, Grand Show im Friedrichstadtpalast und MaMi’s
Sonntag, 4. Januar 2026 um 10:56Lang und gut geschlafen, mit Kaffee (löslicher, gestellt vom Hotel, dazu Wasserkocher; für zwei Übernachtungen hatte ich nicht extra die Cafetera eingepackt) und Hotel-Bademantel zurück ins Bett zum Bloggen. Draußen große Winter-Show.
Gebloggt, im Bett Internet gelesen. Das tägliche Aufwachen zu “What’s he done now?” des Trump-Regimes hat in dieser zweiten Runde wirklich neue Dimensionen: Die USA haben Venezuela angegriffen und das Staatsoberhaupt gefangen genommen. Die EU protestiert nicht etwa engerisch, sondern wackelt lediglich besorgt mit dem Kopf.
Morgentoilette und Anziehen, auf dem Bett weitergelesen. Bei Einsetzen von Frühstückshunger aß ich erstmal einen der Äpfel, die das Hotel uns schenkte (sehr willkommene Geste), dann ging ich mit Herrn Kaltmamsell raus in den Schneematsch – Einheimische waren in diesem schneeartigen Zeugs sehr viele unterwegs, Kinder wurden auf Plastikwannenschlitten gezogen.
Nicht weit vom Hotel an der Kastanienallee kehrten wir in eines der vielen Cafés ein. (Habe die blöden Witze so verinnerlicht, dass ich Hemmungen spüre, Bedienungen in Mitte oder Prenzlauer Berg einfach auf Deutsch anzusprechen. Funktionierte aber in diesem Fall.)
Noch vor eins gab es Cappuccino sowie Tomaten-Basilikum-Quiche mit Salat. Auf dem kurzen Weg zurück zum Hotel noch zwei frisch gebackene (warme) Cookies mitgenommen, im Hotel gegessen: Meiner enthielt gebrannte Mandeln und Nougat, mächtig und gut.
Weiteres Lesen im Hotelzimmer, bis wir uns zur Nachmittagsvorstellung im Friedrichstadtpalast fertigmachten: Wir wollten die neue Show “Blinded by Delight” sehen – ich freute mich auf sensationelle Kostüme, schöne Menschen und Tanz, originelle Bühnentechnik, Akrobatik, schmissige Musik und viel, viel Glitzer.
Die schönen Schuhe ließ ich dann doch im Koffer, ich wollte ihnen den Schneematsch zwischen Hotel und Tram nicht antun. Also in Winterstiefeln zur Grand Show.
Und grand war sie wirklich, die Show, wunderschön, ich kam auf meine Kosten. Bühnentechnik: Allein schon auf wie viele Arten und von/nach wie vielen Orten die Darsteller*innen auftauchten oder verschwanden!
Was es an Akrobatik gab, also Einlagen so halb in die (eh nicht so relevante) Handlung eingebaut: Fliegende Männer auf Wippen, eine Verdreh-Frau (contortionist heißt auf Deutsch eigentlich Schlangenmensch, aber der Begriff macht die Erscheinung ja noch grusliger), BMX-Radfahrer (dafür braucht es wirklich diese größte Theaterbühne der Welt; ganz entzückend fand ich auch, dass die Burschen Glitzer-Smokingjacken zu den glänzend schwarzen Helmen trugen), ein Paar an großen Ringen.
Die Reihe, zentrales Element jeder Show im Friedrichstadtpalast, war die schönste, die ich bislang erlebt habe, die Choreografie muss sich ja doch immer wieder was Neues einfallen lassen. Etwa 40 Tänzer*innen mit überraschend diversen Formen (wenn auch selbstverständlich in einem gewissen Norm-Korridor), die in einer Reihe (daher der Name), ihre Beine in Glitzerstiefeln hochschmissen, waren zum Quietschen atemberaubend.
Am Ende der Schlussnummer war Fotografieren explizit erlaubt.
Paradox, aber eine Folge der Schwemme Computer-generierter und -gefälschter Bilder: Während ich mein Staunen über Fotos und Filmchen mittlerweile zurückhalte und erstmal nüchtern checke, ob die überhaupt echt sind, konnte ich mich gestern in diese Show rückhaltlos fallen lassen – die ja eigentlich Illusionen und Traum verkaufen sollte. Aber da standen, tanzten, sangen, wirbelten halt echte Menschen, da blitzte echtes Licht, spritzten Tropfen, glänzten echte Kostüme.
Zurück zu unserem Hotel Oderberger kamen wir so rechtzeitig vor unserer Abendessen-Reservierung, dass Zeit für einen Abstecher in die Hotel-Bar war, deren Coktails ich in besonders guter Erinnerung hatte.
Mein Pflaumen-Drink schmeckte hervorragend, Herr Kaltmamsell war mit seinem sahnigen Cocktail ebenfalls sehr zufrieden.
Einen Tisch reserviert hatte ich in MaMi’s Food&Wine in derselben Straße wie unser Hotel. Auf das feine Keller-Lokal geführt von den Geschwistern Marcel und Miriam hatte mich das Schwärmen einer Berliner Bekanntschaft durch Bilder auf instagram gebracht. Und jetzt schwärme auch ich: Wir aßen ganz ausgezeichnet und lernten so aufregende Weine kennen, dass der Rest des Jahres sich wird anstrengen müssen. Dazu ein wirklich herzlicher und aufmerksamer Service. Das Konzept des Restaurants: Menü aus acht oder zehn Tellern, die in vier oder fünf Gängen serviert und geteilt werden. Die Karte bietet die Gerichte aber auch einzeln an.
Begrüßt wurden wir mit einer Gemüse-Dashi mit Tapioka – super Idee das mit Tapioka als Suppeneinlage.
Links Kopfsalatherzen mit Sauce Café de Paris (besser als die von Herrn Kaltmamsell), außerdem Iberico und Allioli. Im Glas ein wunderbarer Rosé-Sekt aus dem Kamptal (nur bei einem Wein des Abends bemühte ich mich, alle Details festzuhalten, sonst nahm ich mir davon Urlaub).
Links Gelbflossenmakrele mit Koriandercreme und Pastinakenchips, rechts Kürbis als Creme, als Ofenstücke sowie eingelegt, dazu Petersilie und Salzzitrone. Und hier hatten wir den Knaller des Abends im Glas: Eine Cuvée vom Weingut Marie Adler in der Pfalz, angebaut als Gemischter Satz, spontanvergoren – und mit Apfelmus-Düften und Gewürzgeschmäckern ganz großartig.
Jetzt gab es Zwiebelsuppe, aber wie Hot Pot gewürzt, also eine echte Umami-Bombe, dazu knusprig-cremige Kichererbsen-Kroketten. Auf dem Teller links Pimientos de Padron mit Dulce de Leche, Orange und Cheddar – für meinen Geschmack gingen die Pimientos ein wenig unter. Dazu ein blumig-mineralischer El Gratallunes aus dem Penedés.
Als Hauptgericht angekündigt: MaMi´s Bolo mit Chili, dazu Salat mit Creme Fraiche und der Spielanleitung, die Bolo auf die Salatblätter zu löffeln – eine sehr schöne Kombi. Rechts Kartoffelpfannkuchen, Rote Beete, Jalapeño, braune Butter, Meerrettich – alles davon schmeckte in dieser Zusammenstellung unerwartet und aufregend. Weine gab es gleich zwei dazu: Ein sehr typischer Riesling (Bischöfliches Weingut Trier) zur Kartoffel, zur Bolo als Auftragswein des Restaurants einen Lemberger, abgerundet durch 10 Prozent Cabernet Sauvignon. Ich plauderte mit der einschenkenden Wirtin über Lemberger, den ich schätze, aber sonst nicht auf ambitionierten Weinkarten finde.
Zwei Desserts: Einmal weiße Schokoladencreme mit Tahini und Zwetschge, außerdem ein sehr würziger Apple Crumble. Im Glas eine Riesling-Spätlese.
Der Wein war zu viel (aber so gut!), wir spazierten die 200 Meter ins Hotel betrunken. Zumal wir zuvor ja einen Cocktail getrunken hatten (auch wenn das laut Herrn Kaltmamsell nicht zählt, weil es eine extra Cocktail-Leber gibt in Entsprechung zum Dessert-Magen).
die Kaltmamsell5 Kommentare zu „Journal Samstag, 3. Januar 2026 – Kurztrip Berlin mit Schnee, Grand Show im Friedrichstadtpalast und MaMi’s“
Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)
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4. Januar 2026 um 11:29
freut mich alles schon beim lesen, danke. ein gutes jahr 2026 mit weiteren solchen entdeckungen wünsche ich.
4. Januar 2026 um 14:04
Oh …. Cafe de Paris! Ich liebe diese Sauce, aber ich kann sie nicht, kann ich vorbeikommen bei Euch? Bitte!
4. Januar 2026 um 14:53
Aber ja, frauziefle, sag wann!
4. Januar 2026 um 20:00
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Gerne gelesen
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5. Januar 2026 um 9:54
wunderbar, dass Sie diesen traumhaften Kronleuchter eingefangen haben. Danke für dieses schöne Foto.
Viel Glück, Spaß und Gesundheit für das Jahr 2026 wünsche ich Ihnen!