Journal Mittwoch, 1. April 2026 – Herausforderung Jeanskauf
Donnerstag, 2. April 2026 um 6:21Wieder ein Monat geschafft, in der Arbeitswoche war allerdings erst Mittwoch. Auf den hatte ich eher durchwachsen geschlafen, unter anderem unterbrochen von einem Krampf in linkem Fuß und Unterschenkel.
Für den Weg in die Arbeit nochmal in die ganz dicke Winterjacke geschlüpft, Stirnband aufgesetzt, in dicke Handschuhe geschlüpft: War genau richtig.
Sehr emsiges und vertieftes Arbeiten, als ich nach drei Stunden den Kopf Richtung Fenster hob, war ich verdutzt: Blauer Himmel, Sonnenschein.
Dorthin ging ich hinaus auf meinen Mittagscappuccino, wusste aber schon vorher, dass es weiter scheißkalt sein würde (ab Donnerstagnachmittag sollen die Tagestemperaturen steigen).
Zurück am Schreibtisch heftige Termin-Klöppelei (immer innere Stress-Totalverkrampfung zwischen Auftrag und erlösender Annahme des Terminvorschlags). Mittagessen: Birnchen (ich bin überrascht, wie gut derzeit die europäische Lagerware schmeckt), Quark mit Leinsamenschrot.
Plan für nach Feierabend: Jeanskauf. Ein besonderer Albtraum (oder gibt es Leute, für die der Kauf einer blauen Standard-Jeans entspannte Routine ist?), aber half ja nichts. Technically besitze ich drei Stück, aber:
– Meine Levis 501 (für die ich mindestens zehn Jahre Leben einkalkuliert hatte), musste bereits nach zweieinhalb Jahren zum Flicken, auf die ist kein Verlass.
– Die vier Jahre alte Jeans vom Konen selig (*SCHLUCHZ*), Marke Angels, geht zwar noch durch, doch fühle ich mich derzeit in Skinny Jeans auf unattraktive Weise altmodisch.
– Die dunkelblaue Jeans von C.O.S., Anfang 2025 gekauft, entpuppte sich im Alltag als nicht etwa oversized wie geplant, sondern schlicht als zu groß und unförmig.
Ich brauchte also eine Jeans, tiefer Seufzer.
Nach Beratung mit einer Kollegin, an der ich eine besonders gut sitzende und offensichtlich neue Jeans bewundert hatte, ließ ich mich dann doch zum Bekleidungskaufhaus Breuninger schicken – das ich aus Trauer um seinen Vorläufer Konen bislang gemieden hatte. Leise Hoffnung, dass dort zumindest einige der früheren legendären Konen-Verkäuferinnen arbeiten würden.
U-Bahn zum Odeonsplatz, von dort zum ehemaligen Konen. Ich drehte eine Runde im 1. Stock bei der Damenbekleidung: Alles sortiert nach Herstellern, davon einige, die auch Jeans anzubieten schienen, für mich war es unmöglich, einen Überblick zu bekommen. Also bat ich eine Angestellte um Hilfe, brachte sie aber bereits mit meinem Wunsch in Schwierigkeiten, dass die Jeans nicht getragen aussehen sollte: Damit schied 80 Prozent des Angebots aus, das sehr nach Second-Hand-Laden aussah (meine Überlegung neben ästhetischer Abneigung: Dieser Look ist ja nur durch abnutzende Behandlung zu erzielen, die Hose ist also bereits verschlissen und hält nicht so lange wie eine unabgenutzte). Ansonsten versicherte ich ihr, dass ich für alle Schnitte mit bequemer Beinweite offen sei und ließ mir Modelle in die Umkleide reichen.
Zum Beispiel war ich bereit, eine Barrel Jeans zu probieren – warum nicht, ich tendiere ja eher zu X-Beinen, warum nicht mal O-Beine simulieren? Ich schlüpfte rein. Ob der Bund nicht etwas weit sitze?, fragte ich die Fachfrau. Aber nein, beteuerte sie, dieser Hersteller schneide auf tiefen Bund. Erst als ich ihr vorführte, dass ich die Jeans ohne Öffnen von Knopf und Reißverschluss ausziehen konnte, ging sie eine kleinere Nummer holen. Was mein Vertrauen in ihre Fachkompetenz stark beschädigte. Ja, Barrel Jeans sieht lustig aus. Doch ich probierte auch andere Schnitte, selbst in diesem abgetragenen Look – nichts davon fühlte sich nach Einfach-eine-Jeans an.
Die Entscheidung auf Vertagen des Kaufs fiel aber, als ich auf die Preisschilder guckte: 250 oder 260 Euro für Jeans die aussahen, als hätte sie jemand bereits seit Jahren getragen? Entgeistert fand ich mich damit ab, eine echt uncoole alte Frau zu sein, aber das machte mich doch fassungslos. Ich dankte also für die Beratung, die mir zumindest klarer gemacht hatte, was ich mir vorstellte, und verließ den Laden hosenlos.
Auf dem Weg nach Hause schalt ich mich für meine Luxusweibchen-Anwandlungen: Jetzt wurde erst mal aufgetragen, was im ich im Schrank hatte! Man muss ja nicht immer gut aussehen!
Daheim ruhiges Yoga, Herr Kaltmamsell rettete mal wieder meine Laune mit wunderbarem Abendessen.
Auf meinen Wunsch gab es die jährliche Grie Soß, diesmal mit besonders aromatischen Kräutern (Herr Kaltmamsell hatte sie wieder auf dem Viktualienmarkt bekommen). Nachtisch Schokolade.
Sehr früh ins Bett zum Lesen.
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Das aktuelle Magazin fluter hat das Thema “krank” – und wieder viele gute Texte dazu. Unter anderem:
“In der Regel”.
Vielleicht kann Periodenblut Krankheiten heilen.
Oder worüber ich mir nie Gedanken gemacht hatte:
“Das hat System”.
Damit Krankenhäuser abrechnen können, übersetzen Codierfachkräfte jede Diagnose und jede Behandlung in Codes. Die bestimmen auch, was als krank gilt und was nicht.
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Der geschätzte Politik-Redakteur der Süddeutschen Ronen Steinke spricht im Interview über sein Buch Meinungsfreiheit und was sich aus seiner Sicht als Jurist derzeitig fehlentwickelt:
“Immer Ärger mit der Obrigkeit”.
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Endlich nimmt die Forschung eines meiner Haupt-Ärgernisse im häuslichen Alltag ernst: Kalkreste durch Duschen. Ich bin immer noch der Überzeugung: Wenn das Abziehen von Kacheln und Duschwand nach dem Duschen länger dauert als das Duschen selbst, ist der menschliche Fortschritt irgendwo falsch abgebogen.
“Why Shower Screens Get Water Marks So Quickly”.
Die schlechte Nachricht: Es gibt noch keine echte Lösung.
3 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 1. April 2026 – Herausforderung Jeanskauf“
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2. April 2026 um 6:41
Ich habe vor einem halben Jahr Jeans der Marke Toni für mich entdeckt, hier das Modell LIV. Auch Braxx und MAC haben schöne Jeans Hosen in unterschiedlichen Formen und Waschungen.
2. April 2026 um 7:00
Jeanskaufversuche… Ein Drama. Selbst wenn frau meint, ein bestimmtes Levis-Modell gefunden zu haben, ist der Schnitt dann in nur genau einer Farbe so! Ich dachte der ganze Sinn der Nummern wäre, dass man quasi unbesehen Nummer Y in Größe X/X kaufen kann und gut ist! Und wir fangen gar nicht von den verschiedenen Stoff”qualitäten” an, die alle als “Jeans” verkauft werden.
Ich kaufe inzwischen bevorzugt Jeans einer Billigkette. Die halten auch nur ein- bis anderthalb Jahre, aber zumindest kosten sie nur 40 bis 50 €. Und konsequent Männermodelle. Nicht unbedingt besseres Material, aber vernünftige Taschen.
2. April 2026 um 8:12
Vor ein paar Jahren habe ich eine sehr schöne Jeans bei “MUJI” gekauft. Tolles Material, ohne Waschung, highrise.
Dabei ist zu beachten, dass die Größenangaben in INCH nicht den gängigen Inch-Angaben entsprechen: Ich trage sonst 28″-29″. Bei Muji ist es eine 27″
Ansonsten kaufe ich Hosen nur SecondHand.