Journal Gründonnerstag, 2. April 2026 – Bekleidungsdinge, Osterferienfeiern georgisch
Freitag, 3. April 2026 um 8:22Ganz aufgewacht nach einem Traum, in dem ein 2010 verstorbener (ich musste sein Todesjahr nachschlagen – so lang ist das schon wieder her…) Freund der Familie vorkam: Wir machten uns ganz sachlich in denselben Räumen fertig zum Gang in die Arbeit. Beim Fast-Aufwachen während des Traums fiel mir mit Trauer auf, dass ich nie herausfinden konnte, wie dieser hübsche Mann alt aussah.
Zu Vollmond aufgestanden – und noch schnell zwischen den Zweigen kurz über den Hausdächern vor Untergang fotografiert, falls der ferienhabende Herr Kaltmamsell nicht rechtzeitig aufstehen würde (er hatte den Vollmond am Vorabend vergeblich gesucht, es war zu bewölkt).
Sah in Echt natürlich viel größer aus. Und wir haben schon wieder Baustellenleitungscontainer vor der Haustür stehen – zumindest ohne lärmige Baustelle.
Die Vollmondsichtung klappte aber: Als ich Licht unter Herrn Kaltmamsells Zimmertür sah, klopfte ich und zog ihn ohne viel Erklärung ans Fenster.
Hoffentlich vorerst letzte Winterausstattung für den Weg in die Arbeit.
Unterwegs begegnete ich einer selten gesehenen Grußbekanntschaft – die mir ganz außer der Reihe ein “Schöne Ostertage!” zurief.
Dieses Jahr keine große Magnolienpracht vor der Villa Wagner: Die Blüten wurden braun vom Frost, bevor sie die Chance zum Aufblühen hatten.
Emsiger Arbeitsvormittag; während ein Teil des Teams bereits in Osterurlaub waar, versuchte ein anderer, für diesen den Schreibtisch leer zu bekommen. Mittagscappuccino aus der Cafeteria, die Mittagspause nutzte ich für Käsekauf am Markt auf dem Georg-Freundorfer-Platz. Mittagessen nochmal Birnchen und Quark mit Leinsamenschrot.
Kleidungskauf steht bei mir derzeit unter keinem guten Stern: Sie erinnern sich an den hart erkämpften Online-Kauf einer Strickjacke? Das Paket steckt seit einer Woche in einem “Paketverteilungszentrum” fest. Zumindest meldete sich der Versender gestern mit einer Entschuldigungsmail, der ich vor allem entnahm: Sie haben das Problem auf dem Schirm.1
Da ich aber nicht in dieser Weise abergläubisch bin (sondern in anderer), bestellte ich gestern einen dunkelblauen Baumwollrock im Spanien, den ich mir seit einem Jahr wünsche und zu dem mir schon wieder neue Kombinationen einfielen. In diesem Fall wird es spannend, ob ich die richtige Größe auf der Umrechnungstabelle Europe/Germany/Italy/UK/USA erwischt habe – Nachmessen, wie auch dieses Mal, hatte in einem anderen Fall schonmal in die Irre geführt.
Recht pünktlicher Feierabend, die Luft war wie angekündigt milder geworden. Bei der Ändeurungsschneiderin holte ich meine geflickte Jeans ab, dann noch Einkäufe fürs Osterwochenende im Vollcorner.
Geflickte Jeans von außen.
Geflickte Jeans von innen. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr gesellschaftsfähige Ergebnis auch davon abhing, dass ich gleich bei den ersten Auflösungserscheinungen einschritt und kein großes Loch entstehen ließ.
Fürs Abendessen war ich mit Herrn Kaltmamsell aushäusig verabredet, er hatte sich georgisches Essen gewünscht und im sendlinger Vazi reserviert. Ich hatte noch bequem Zeit für eine Yoga-Einheit, bevor wir uns zu Fuß auf den Weg dorthin machten.
Schon ein paar Meter die Implerstraße rein fühlt ich mich in einem völlig unbekannten Teil Münchens: Dieses Sendling kannte ich nicht, mochte es aber sofort – ich nahm mir gezielte Spaziergänge hier vor.
Als Wein zum Essen suchte ich einen Kakheti aus, der zu 100 Prozent aus der autochthonen Rkatsiteli-Trauben bestand: Entpuppte sich als dunkler Weißwein, kräftig, würzig und ganz unblumig. Da wir beide diesmal genug Hunger für eine Hauptspeise aufbringen wollten (bei fast allen bisherigen georgischen Essen waren wir bei Vorspeisen hängen geblieben), bestellten wir nur wenige Chinkali und ein kleines Imeruli Khatschapuri.
Beides schmackhaft.
Und so schafften wir noch (gegenüber) Chakapuli, also geschmortes Lamm mit Mirabellen und Estragon in Weißwein, sowie bei mir Chanachi, einen Lamm-Eintopf mit Tomate und Augerbine. Wir waren beide zufrieden. Und sehr voll.
Nach Hause nahmen wir die U-Bahn, daheim zur Abrundung des Mahls sehr wenig Schokolade.
§
Damit werde ich auf der re:publica auf einer Bühne sitzen:
“Mythos Blogosphäre – Wie war es damals wirklich?”
Ich befürchte ja, dass ich das Bloggen gar nicht nachträglich verkläre – sondern es vom ersten Moment der Entdeckung an verklärt habe.
Wenn sich bitte alle von damals ganz nach vorne setzten, damit wir winken können?
§
Falls Sie mal ein Beispiel brauchen: Es gibt zumindest einen Menschen auf der Welt, der gerne Sprachnachrichten bekommt.
§
Der wahrscheinlich lustigste Moment des Artemis-2-Starts.
- Wie man lange nur floskelhaft und metaphorisch sagte, was mittlerweile aber technisch zutrifft, weil Computerbildschirm. [↩]
7 Kommentare zu „Journal Gründonnerstag, 2. April 2026 – Bekleidungsdinge, Osterferienfeiern georgisch“
Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)
Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.













3. April 2026 um 8:44
Vielen Dank für das Jeansfoto, wirklich annähernd unsichtbar geflickt.
Bei mir sind Jeans allerdings immer eher großflächig durchgescheuert, Team kräftige Oberschenkel. Meine bisher beste Lösung ist Bügelflicken von innen.
Schöne Ostertage Ihnen!
3. April 2026 um 8:45
Ah meine Hood, 3 Häuserblocks von mir. Am Eck Impler/Oberländer ein neuer Uygure (Selbstgemachte Nudeln, Dapanje…). Letzthin kam ein Obdachloser rein und meinte, er hätte kein Geld aber Hunger, Wirtin sagt, wart, geht in die Küche und kommt mit einer Mitnehmbox wieder. Ohne Diskussion….
3. April 2026 um 8:54
Dieses Karwan haben wir beim Vorbeigehen sehr deutlich registriert, Bernd H. Kotzbeck, und gleich auf die Ausprobieren-Liste gesetzt!
3. April 2026 um 8:56
In diesem Sendling bin ich aufgewachsen und kann nur bestätigen: Ein schöner Teil von München, völlig unterschätzt und definitiv Spaziergänge wert!
3. April 2026 um 10:19
Das Problem habe ich auch, kriegt mein Haus- und Hofschneider exzellent hin, von außen kaum zu sehen, da er sogar den Faden farblich an den Farbverlauf der Jeans anpasst…
3. April 2026 um 10:20
Danke für die Info, da der Stamm-Uygure nach Umzug ans Isartor stark nachgelassen hat…
3. April 2026 um 10:23
Falls ihr jemanden zum Mitausprobieren braucht, bitte melden!!