Journal Ostersonntag, 5. April 2026 – Sonne und Wärme, Raviolibasteln
Montag, 6. April 2026 um 7:41Erst nach Veröffentlichen gemerkt, dass ja der 5. des Monats war, an dem Frau Brüllen fragt: Was machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag? #WMDEDGT – da mache ich doch nachträglich mit.
Unruhiger Schlaf, vor allen wegen zuschwellender Nase – aber es dauerte bis in die Morgenstunden, dass ich davon endlich wach genug war, um zum Nasenspray zu greifen. Schön beim Fast-Aufwachen: Anblick des Monds am Himmel, der wieder aufs Bett schien.
Ich hatte mitternächtliches Ostergebimmel von St. Matthäus befürchtet, das kam aber erst morgens.
Die Wettervorhersage der 20-Uhr-Tagesschau hatte mich am Karsamstag noch erschreckt, denn sie kündigte für den Süden Deutschlands Regen an. Doch das Wetter orientierte sich zum Glück an der Vorhersage seit vielen Tage: Der Ostersonntag startete sonnig und wurde warm. Ich freute mich sehr auf den geplanten Isarlauf.
Erstes Mal in der Saison kurzbeinige und -ärmlige Laufkleidung – und ich lag damit genau richtig. Der Lauf wurde sogar wärmer als erwartet, ich genoss den frischen Wind.
Meine Strecke: Von Haustür über Alter Südfriedhof bis Großhesseloher Brücke, zurück bis U-Bahn Thalkirchen. Der Körper machte erfreulich gut mit, ich lief beschwingt bis kurz vor Ende (diesmal nur ca. 5 Minuten zu viel). Auf den Wegen war weniger los als befürchtet; erst am Ende sah ich aus dem U-Bahnhof große Mengen Spaziervolk strömen – ich war wohl einfach vor der Osterwelle.
Frühling im Nußbaumpartk.
Alter Südfriedhof
Frühling am Westermühlbach.
Frühling in Thalkirchen.
Blick von der Großhesseloher Brücke nach Norden.
Fertiggelaufen. Das Oberteil aus Merinowolle roch auch nach diesem siebten oder achten Einsatz ohne Waschen nicht nach Schweiß, ich bin beeindruckt.
Frühstück um zwei: Apfel, Marmeladenbrot, ein Stückchen Cheese and Spinach Pie vom Vorabend. Das machte mich müde genug für ein Stündchen Siesta.
Zum großen Familien-Osterfrühstück am Montag steuere ich das Brot bei. Damit ich nicht zu echten Bäckerzeiten aufstehen muss, buk ich es gestern am späten Nachmittag: Schnelles Weizenmischbrot.
Das Brot gelang.
Das Wetter war sonnig und warm geblieben, ich setzte mich zum ersten Mal im Jahr zum Lesen auf den Balkon. Neue Lektüre: Auður Ava Ólafsdóttir, Tina Flecken (Übers.), Eden. Die Balkontür hatte ich ab Heimkommen vom Laufen offen gelassen und war gespannte gewesen, welche Tiere dadurch als erste in die Wohnung dringen würden: Wanzen.
Ruhige Yoga-Einheit, dann bastelte ich mit Herrn Kaltmamsell das Abendessen: Seit einer halben Ewigkeit steht Raviolimachen auf unserer Liste, gestern setzten wir den Plan endlich um. Nudelteig ohne Ei, Hartweizengries dafür stand sogar noch rum. Und eine Nudelwalze (-maschine) gehörte schon zu meiner studentischen Haushaltsausstattung. Herr Kaltmamsell hatte eine Käsefüllung vorbereitet, bei der Herstellung folgten wir der Anleitung von @giardinos Möwe: Auf einen langen Streifen Teig aus der Nudelwalze setzte Herr Kaltmamsell Bröcklein Füllung, klappte den Streifen längs darüber und drückte ihn fest, schnitt die Ravioli mit einem Teigradl aus.
Das dauerte allerdings länger als erwartet, Abendessen wurde spät (merken: von rohem, geruhten Teig bis Servieren mindestens eine gute Stunde).
Sehr gute Ravioli, eierfreien Pastateig mag ich deutlich lieber als selbstgemachte Eiernudeln – die werden immer so hart. Jetzt, wo wir Übung haben, sollten wir das so bald wie möglich wiederholen.
Nachtisch Ostersaurier mit Saurier-Eiern. Wenn wir als Gesellschaft mittlerweile vergessen haben, dass der Samstag vor Ostersonntag Karsamstag heißt (“Ostersamstag” ist der nach Ostersonntag/-montag), ist’s auch schon wurscht.
Abendunterhaltung: Münchner Abschieds-Tatort mit den Kommissaren Batic und Leitmayr, nach 35 Jahren gehen sie in Rente. Solider Tatort mit vielen schönen München-Bildern. (Ostermontag gibt’s noch einen Nachklapp in Form von Teil 2.)
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Dasnuf war mit über 50 zum ersten Mal in einem klassischen Konzert – und macht leider gut nachvollziehbar, wo die Hürden selbst für Interessierte liegen.
“Konzert zum Karfreitag”.
Zu meiner Überraschung konnte ich fast alle ihre Fragen beantworten (allerdings nicht so routiniert wie Kommentator Yendolosch): Mein (teils von Mutter ererbter) Snobismus schlug meine Gastarbeiterkind-Herkunft so deutlich, dass ich ab Gymnasialzeiten (ich hatte auf einem humanistischen bestanden) klassische Musik hörte, spielte, besuchte, wovon mir persönliche Freundschaften mit klassischen Musiker*innen blieben – und wenn man mal die Fakten-Matrix dazu hat, bleibt alles Folgende natürlich gut hängen. So lernte ich erst kürzlich eine Berufsgeigerin kennen, die ihr Geld als Springerin in Orchestern verdient.
Mein eigener Besuch eines klassischen Konzerts ist allerdings Jahrzehnte her, und mein Wissen über diese Musik ist vor etwa ebenso vielen Jahrzehnten stehen geblieben.
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Juna bloggt über die Entstehung einer neuen Biografie über den Fotografen Fred Stein (1909-1967), und ich blieb an den verlinkten Fotografien aus dem Paris der 1930er hängen – so großartig! Auch das New York Portfolio finde sehenswert, gerade weil es so viele Fotografien aus der Hand europäischer Exilant*innen in dieser Zeit gibt; Steins Blick ist ein ganz eigener.
1 Kommentar zu „Journal Ostersonntag, 5. April 2026 – Sonne und Wärme, Raviolibasteln“
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6. April 2026 um 8:28
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