Journal Ostermontag, 6. April 2026 – Familienostern

Dienstag, 7. April 2026 um 6:31

Erst in der zweiten Hälfte der Nacht richtig gut und durch geschlafen.

Auch gestern drehte das Wetter der sehr durchwachsenen Tagesschau-Vorhersage vom Vorabend eine lange Nase: Es blieb herrlich sonnig und fast schon gruslig warm.

Mit dem am Sonntag gebackenen Brot und Herrn Kaltmamsell bestieg ich eine Regionalbahn nach Ingolstadt: Auch dieses Jahr fand unser Familien-Ostern am Ostermontag bei meinen Eltern statt. Wir waren eingeladen zu polnischem Osterfrühstück um halb elf sowie spanischem Ostermittagessen um drei. Traditionell wird der multikulturelle Hintergrund unserer Familie opportunistisch ausgespielt – was uns grad am besten in den Kram passt. (Ich erwähne das deshalb, weil sich andere Menschen durch ihre Wurzeln unter dem Druck fühlen, Traditionen weiterzuführen. In unserem Fall half vermutlich besonders das multi- – wir bedienen uns einfach fallweise aus allem.) (Aber bei so mancher Tortilla- oder Gazpacho-Freizügigkeit hört der Spaß auf und wir protestieren vehement.)

Die Bahnfahrt war wegen wechselnder Verspätung spannend: Da ich diesmal eine Verbindung für exakt pünktliches Eintreffen rausgesucht hatte, sah ich uns schon deutlich zu spät kommen. Doch die Verkürzung eines langen, Fahrplan-gemäßen Zwischenhalts in Ingolstadt Hauptbahnhof holte fast alles wieder rein.

Osterdeko meiner Mutter im Windfang des Hauses.

Großartigerweise waren auch meine lieben Schwiegers angereist: Mit steigendem Alter wird das ja immer mühevoller, umso mehr freute ich mich, dass sie diese Mühe auf sich genommen hatten. Die Bruderfamilie kam minus Nichte, plus Schwägerinnenmutter, die Tafel war voll und fröhlich. Es gab Schinken, Wurst, Käse, eine vegane Platte, Brot und Hefezopf, für die besonders polnische Note sorgten frisch pürierte Rote Bete und frisch von Bruder geriebener Meerrettich. Getränk dazu (auch eher polnisch) Tee, aber auch Wasser.

Im Garten meiner Eltern blühte es bereits wunderbar frühlingshaft, die Sonne schien eisern weiter: Die Hälfte der Frühstücksgruppe ging hinaus auf eine Spazierrunde durch den Ingolstädter Ortsteil Unterhaunstadt.

Mehr Gespräche in verschiedenen Konstellationen, ganz wunderbar.

Foto: Herr Kaltmamsell

Spanische Zeit fürs Mittagessen: Um halb vier servierte meine Mutter Altmühltaler Lamm auf kastilische Art aus dem Ofen mit den Beilagen Karotten, Petersilienwurzeln, Paprikakraut, außerdem gab es für den Veganer am Tisch einen Seitanbraten. Mein Job war das Zerteilen des Lamms, siehe Foto oben, mein Vater schenkte dazu Rotwein aus.

Mehr Gespräche, unter anderem über Schattenseiten der bitter armen Kindheit meines Vaters in Madrid. Sogar Nachtisch gab es noch: Aprikosenkuchen und Aprikosencreme.

Abendliche Heimfahrt mit erneuter deutlicher Verspätung, aber wir saßen gut und hatten reichlich zu lesen dabei. An diesen sonnigen Ostertagen wird mir klar, wie viele Schlehenbüsche in meiner Heimat stehen. (Die blühen nämlich gerade.)

Schokolade ging aber als spätes Dessert schon noch. Im Fernsehen ließen wir den Nachklapp zum letzten München-Tatort mit Batic und Leitmayr laufen – fesselte mich aber nicht genug zum Durchhalten. Ich ging ins Bett zum Lesen, mein erster isländischer Romen, Eden von Auður Ava Ólafsdóttir, ist amüsant und schildert Island genau wie ich es mir immer vorgestellt hatte.

die Kaltmamsell

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