Journal Sonntag, 19. April 2026 – Sonntagsroutine
Montag, 20. April 2026 um 6:20Endlich die neun Stunden ausgeschlafen, die ich mir vom Wochenende wünschte.
Während ich gemütlich und ausführlich die Wanderung vom Vortag verbloggte, wurde aus dem fahl-grauen Wetter der angekündigte windige Regen. Wodurch mein Plan, endlich mal wieder mit dem Radl zum Schwimmen zu fahren, ausgesprochen unattraktiv wurde.
Doch dann merkte ich: Ich hatte überhaupt keine Lust auf Schwimmen. Das brachte alle Tagespläne durcheinander, bis ich spürte: Laufen würde ich gerne, wenn auch nach der Wanderung am Samstag eher eine kleine Runde.
Der Regen hörte sogar auf, ich nahm eine Tram zum Tivoli und lief an der Isar durch den nördlichen Englischen Garten flussauwärts – das erfreute mich wirklich. Der Körper spielte mittelgut mit, hin und wieder signalisierten vor allem die Hüftbeuger Ermüdung, doch dann hatte ich wieder eine Hochphase – unterm Strich wurden es 100 Minuten, die ich bei Beschwerden einfach früher hätte ich abbrechen können.
Ich bekam sogar ein wenig Sonnenschein geschenkt.
Biber tötet sehr großen Baum.
Gegen Ende immer dunklere Wolkenberge und eindeutiges Donnergrollen, doch ich blieb trocken.
Auf der Tramfahrt zurück erreichte mich eine Nachricht von Crowdfarming: Eine Erinnerung daran, dass ich noch die Lieferung von Ernteanteilen meines adoptierten Orangenbaums terminieren müsse. Das stimmte mal wieder nicht (Klick auf Link in Mail brachte mich auch zum Status “3/3 ausgeliefert”) und war die so enorm vielte Falschnachricht, dass ich die Zeit der Tramfahrt dann doch mal mit dem Schreiben einer Beschwerde als Antwort füllte: Ich betonte, dass ich zu 100 Prozent hinter dem Konzept Crowdfarming stünde, dass aber das IT-Chaos des mindestens vergangenen Jahres (ich nannte einige konkrete Beispiele wie falsch angekündigte Lieferungen, Ausfälle oder doch nicht, mehrfache Lieferungen) bereits dazu geführt hätte, dass ich zwei Adoptionen gekündigt habe und Crowdfarming mittlerweile nicht mehr weiterempfehle. Grüße mit der Bitte, sich endlich darum zu kümmern.
Frühstück um zwei: Birne mit bulgarischem Joghurt (hervorragend: stichfest und trotz lediglich 3,6 Prozent Fettgehalt mit sahnigem Geschmack), von Kollegin gebackenes Wurzelbrot (eingefroren, aufgebacken) mit Butter und Zuckerrübensirup. Davon wurde ich sehr müde, ich schlief eine weitere Stunde Siesta.
Während draußen sehr gemischtes Wetter einmal April mit alles spielte, griff ich zur nächsten Lektüre: Andy Weir, Jürgen Langowski (Übers.), Der Marsianer. Ich hatte mich mit meinem Bruder über die Verfilmung von Project Hail Mary unterhalten, als sich herausstellte, dass er sowohl diese Romanvorlage als auch die von The Martian besaß – und mir bereitwillig auslieh. Dann halt mal wieder eine Übersetzung, wenn sie schon in der Familie ist. Auf dem Sofa sitzend ließ ich mich also auf den Mars mitnehmen, in viel detailliertes Basteln und technische Überlegungen.
Dann noch ein paar Kleidungsstücke für die nächste Woche gebügelt, eine Runde Yoga, bevor Herr Kaltmamsell das Nachtmahl servierte: Der Newsletter Gruß aus der Küche hatte sich auf “Die Suche nach dem perfekten Szegediner Krautfleisch” gemacht, das Ergebnis hatte Herr Kaltmamsell nachgekocht. Der Aufwand, den Tobias Müller bei Recherche und Tests treibt, lässt mich wirklich gern zum Geldbeutel für die Bezahlversioin greifen (im Gegensatz zu Newslettern, die wie Posts vieler meiner seit Jahren abonnierten Blogs daherkommen und halt berichten, was gelesen, gesehen, erlebt wurde plus Gedanken dazu).
Dazu Salzkartoffeln aus Ernteanteil. Schmeckte leichter, schlichter und gemüsiger als unser bisheriges Rezept – ist eine Alternative. Nachtisch die restliche Osterschokolade, jetzt sind nur noch zwei Schoko-Hasen übrig.
Mich dann endlich mal wieder für eine Mitmach-Aktion meines Kartoffelkombinats angemeldet: Nächsten Samstag muss die Teichfolie in der Baustelle unseres neuen Regenwasserrückhaltebeckens verlegt werden. Hier sieht man, wie riesig es ist, und versteht, warum es dafür 30 erwachsene Helfer*innen braucht.
Früh ins Bett zum Lesen, trotz Siesta war ich sehr müde.
§
Endlich mal ein Interview mit einer erfolgreichen Frau über das Altern, dessen Aussagen ich nachvollziehen kann (weil sie nicht erst jenseits der 50 draufkommt, dass all der gesellschaftliche Druck auf Frauen, der zu toxischer Weiblichkeit führt, mit ihr gar nichts zu tun hat):
“Musikerin Christiane Rösinger: ‘Altern in Würde wird überschätzt'”.
STANDARD: Wird Altern in Würde überschätzt?
Rösinger: Was soll denn das auch heißen? Jugendliche sind ja auch nicht in Würde jung. Das dient ja nur wieder dazu, um Leuten vorzuschreiben, wie sie leben sollen.
Meine Rede.
§
Tanzschnipsel: Parkour-Ballett.
via @kid37
die Kaltmamsell1 Kommentar zu „Journal Sonntag, 19. April 2026 – Sonntagsroutine“
Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)
Sie möchten gerne einen Kommentar hinterlassen, scheuen aber die Mühe einer Formulierung? Dann nutzen Sie doch den KOMMENTAROMAT! Ein Klick auf einen der Buttons unten trägt automatisch die gewählte Reaktion in das Kommentarfeld ein, Sternchen darüber und darunter kennzeichnen den Text als KOMMENTAROMAT-generiert. Sie müssen nur noch die Pflichtfelder "Name" und "E-Mail" ausfüllen und den Kommentar abschicken.









20. April 2026 um 6:54
Oh, den Marsianer mag ich sehr. Die Tochter und ich sind uns einig, dass er ein gutes Therapie-Buch gegen die Widrigkeiten des Alltags ist, denn mit so viel (etwas unrealistischer) Zuversicht muss man so einer ungünstigen Situation erst mall begegnen. Einmal haben wir ihn beide in düsterer Stimmung parallel gelesen und hatten danach eine hellere Sicht auf die Dinge.