Journal Freitag, 12. Juni 2026 – Außer Atem über die Wochen-Ziellinie

Samstag, 13. Juni 2026 um 7:54

Ich hatte mich so oft morgens erinnert “noch NICHT Freitag”, dass ich gestern bei Weckerklingeln erstmal überlegen musste bis “FREITAG!”.

Das kalte Regenwetter ging in die Verlängerung, allerdings erwischte ich für meinen Marsch in die Arbeit (Woll-Janker, Schal) eine Regenpause. Gleich danach setzte wieder heftiger und windiger Regen ein.

Aber bis dahin bekam ich auf der Theresienwiese nicht nur Lindenblütenduft, sondern auch die Kamillenblüte in die Nase.

Am Schreibtisch überfielen mich gleich mal besonders unangenehme Aufträge, die mich von den eigentlich geplanten Arbeiten abhielten. Weil ich mit ihnen aber eh nicht vorankam (was sie noch unangenehmer machte), arbeitete ich Geplantes ab, immer mit einem Auge auf eine mögliche erlösende Information auf welchem Kanal auch immer, maximal unentspannt. Für Mittagscappuccino traute ich mich nicht weiter weg von meinem Schreibtisch als Cafeteria.

Sommer, aber in greislich.

Um die Mittagszeit endlich Erlösung, ich schnappte mir einen Schirm, um die Aufregung mit einer Runde im Regen um die Blöcke wegzulaufen.

Als ich zurückkam, ging’s grad so crazy weiter, was ist bloß aus Freitag geworden? Ich war sehr versucht, den nächsten Anruf mit “WER STÖRT?” entgegenzunehmen. (Was der technische Fortschritt AUCH kaputt gemacht hat, die Antwort steht ja heutzutage bereits auf Display/Bildschirm.)
Und dann schon wieder ein erzwungener Neustart für Updates! Wohin sind die Zeiten, in denen die Nacht für Software-Updates genutzt wurde?!

Parallel letzte Abstimmungen mit Freundin zu Samstag: Wir sind seit Monaten zum Wandern verabredet, das Wetter soll sich akkrat dafür einkriegen.

Mittagessen Flachpfirsiche und Aprikosen, außerdem Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Eine Besprechung am Nachmittag spülte dann eine weitere Welle Zeugs über mich. Ich arbeitete auf dem Zahnfleisch weg, war eigentlich zu erschöpft für Heimgehen, machte in erster Linie aus Angst vor weiteren Auftragswellen Feierabend, Montag musste dafür auch noch reichen.

Auf dem Heimweg (ohne Bedarf für Schirm, vielleicht war’s das tatsächlich erstmal mit Regen, außerdem war es milder geworden) die geplanten Lebensmitteleinkäufe – ich bin sicher, dass andere Leute auch solche gemeinsamen Einkaufslisten haben.

Zu Hause erstmal dramatisch mit dem Gesicht nach unten auf das Bett von Herrn Kaltmamsell gekippt. (Er legte sich zu mir, das war sehr schön.) Dann eine Folge Pilates “Kraft und Balance / Für Fortgeschrittene”, MIPFLEISS! Überforderung riskierend. Innere Logik: Wenn ich die trotzdem schaffe, habe ich an diesem Tag zumindest irgendwas geleistet. Wenn ich sie nicht schaffe, kann ich wenigstens meinen Selbsthass rechtfertigen. WIN WIN!

Resultat: Nur eine Übung funktionierte auf einer Seite nicht befriedigend – vor allem aber taten sowohl Gabi Fastner als auch die Übungen wirklich gut.

Jetzt von Herzen Wochenende gefeiert, ich schüttelte Cosmopolitans.

Alkohol! So nützlich!

Zum Nachtmahl hatte Herr Kaltmamsell Rinderippe geschmort.

Es gab sie mit Ernteanteil-Brokkoli und Kartoffelstampf, köstlich. Dazu hatte ich einen empfohlenen Rosé aufgemacht: den unfiltrierten Rosza libre von Claus Preisinger aus Gols. Schmeckte fruchtig, frisch und gut – aber in jüngster Zeit hatte ich Rosés im Glas, die mir noch besser schmeckten.

Nachtisch Schokolade, früh und völlig erledigt ins Bett zum Lesen.

§

Nebenwirkung von Papierpost: Eine liebe Urlaubspostkarte bescherte mir den ersten Anblick einer britischen Briefmarke, auf der NICHT die Queen abgebildet war! (Starkes Störgefühl bis ich begriff: Sie zeigte ihren Sohn.)

Außerdem bemerkenswert: König Karl trägt auf dem Briefmarkenbild, anders als seine Mutter, keine Krone (er hat vermutlich nur die offizielle, während die Königin ihre mit einem Diadem andeuten konnte).

die Kaltmamsell

Comments are closed.