Journal Freitag, 26. Juni 2026 – Lindenblütenkleben und Too darn hot!

Samstag, 27. Juni 2026 um 8:42

In dieser Nacht störten die Sturzfolgen dann doch meinen Schlaf – allerdings schwer abzugrenzen vom zwickenden und bis ins rechte Knie stechenden LWS-Schmerz (KÖRPER!).

Die Lindenblüte ist fast vorbei, nur an der Nordwest-Ecke der Theresienwiese rieche ich sie noch.
Von den abgeworfenen Blüten auf dem Foto nahmen die Sohlen meiner Sandalen etwa ein Drittel mit: fest angepappt von Blattlauskleber.

Die Theresienwiese weiter verbaustellt und mit Absperrgittern versehen, diese aber an den wichtigsten Passagen noch nicht verschlossen.

Das Büro erleichternd temperiert, Arbeit vorhanden, aber machbar.

Irgendwas ritt mich mittags und ließ mich das Haus für einen Mittagscappuccino im Westend verlassen (ich verdächtige den Schrittzähler, aber ich wollte auch eine Postkarte einwerfen). Und siehe da: Jetzt fühlte sich der leichte Wind sogar noch erfrischend an. Im Schatten.

Total gestelltes Foto, so sitze ich nie beim Cappuccino-Trinken.

Zu Mittag gab es die erste Minigurke aus der Kartoffelkombinat-Gärtnerei (mit Salz, weil bei all dem Trinken Salz nicht vergessen!), Ernteanteil-Apfel (langsam nimmt der Geschmack der letztjährigen Ernte trotz phänomenaler Lagertechnik ab), Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Am Nachmittag erreichte mich ein Arbeitsauftrag, den ich sehr gern erfüllte: Erbeten war eine Aufstellung von Daten zu einem Thema, bei dem ich mich immer wieder lächerlich überstrukturiert fühle, weil das doch eh niemanden interessiert, solange alles läuft. Fast hätte ich Fanfaren geschmettert beim Rausziehen der Ordner.
Ich war mehrere Stunden konzentriert und sehr fröhlich beschäftigt. Auch hatte ich viele Ideen, wie man diese Daten zielführend nutzen könnte, aber das gehört bereits nicht mehr zu meiner Rolle als nur die Sekretärin.

Draußen war es wie angekündigt prügelheiß, aber ich musste ja nach Hause kommen. Wieder nutzte ich U-Bahnhöfe für ein geschätztes Fünftel meines Heimwegs, ging langsam, absolvierte Lebensmitteleinkäufe im Vollcorner und der Balkanbäckerei, schlug lieber einen Umweg, wenn ich dadurch Schatten abgreifen konnte. Auf dem letzten Viertel des Wegs erinnerte ich mich dennoch intensiv an die kleinen Kinder, die sich einfach auf den Gehweg setzen und sich weigern, auch nur einen Schritt weiter zu gehen – ich konnte diesen sehr Impuls stark fühlen.

Daheim musste ich mich erstmal sammeln. Fürs Abendessen hatte ich mich zuständig erklärt, hobelte Ernteanteil-Fenchel zu einem Salat mit Orangen, Kichererbsen, Zitronensaft, Olivenöl. Während dieser durchzog, turne ich Yoga – die blöden Rippenschmerzen vom Sturz waren dann doch stärker statt schwächer beworden und beeinträchtigten mich. Restliche Anrichtung des Abendessens:

Bei geschlossenen Fenstern und nach Westen herabgelassenen Rollläden gab es Netzmelone mit Jamón ibérico, Balkanbrot, Fenchelsalat – und vor allem dazu tinto de verano: Schon der erste Schluck transportierte mich ins Kastilien meiner Kindheits-Familienurlaube. Nachtisch Schokolade, die eine oder andere waren Kühlschrank-gekühlt.

Meine Pläne fürs Wochenende kalkulieren die Stunden nach Sonnenaufgang ein, zu anderen Zeiten habe ich nicht vor, die Wohnung zu verlassen. Irgendwelche Vorteile muss meine Lerchennatur ja haben, wenn ich schon nie Geschichten aus dem Nachtleben erzählen konnte und kann (kurze Ausnahmen bei Hochverliebtheit und zu Studienzeiten für Poker-Nächte).

Lesen im Bett (Schlafzimmertemperatur trotz aller Prävention über 26 Grad): Vivian Gornicks Fierce Attachments nahm mich mit in die 1980er Jahre und zu den jüdischen New-York-Bewohnerinnen, deren Mütter noch den Zweiten Weltkrieg erlebt hatten, in eine Wohnblock-Frauengemeinschaft mit sehr eigenen Regeln.

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Auf Mastodon sah ich über die Kommentare dazu die Lesungen zum Bachmannpreis vorbeifließen. Die Kommentare zu und Zitate aus Lena Schättes Text ließen mich aufhorchen, denn es geht ums extreme Dicksein. Ist dann auch ein sehr lesenwerter Text, hier das PDF:
“Was wir tragen”.

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UI! Die aktuelle Meisterstunde portraitiert den Mann, der meinen Bräter (den schönsten der Welt) gefertigt hat:
“Künstler Berthold Hoffmann über seine gusseisernen Kochgeräte:
“Die einfache Form bündelt Energie'”

Zusätzlich gibt es Fotos aus der Gießerei – und aus einem vergangenen Beruflseben weiß ich: Gießerei-Fotos sind immer Schmankerl; eines von damals habe ich drucken und rahmen lassen, es hängt in unserem Wohnungsflur.

(Ich hatte ganz vergessen, dass Berthold Hoffmann seinerzeit meinen verlinkten Original-Blogpost von 2008 sogar selbst kommentiert hatte. Achja – andere Blog- und andere Kommentierzeiten.)

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Der Film war nicht gut, aber interessant mittelmäßig.

Mit solchen Filmkritiken kann ich etwas anfangen, diese von Southpark über den Horrofilm Backrooms.

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Gardenwithjohnny goes Celeste Barber. Manche “Influencerinnen” sind ja bereits ihre eigene Parodie – danke! (Das nächste Mal aber im Kleidchen, bitte.)

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Um es mit der großen Naturphilosophin Ann Miller zu sagen (die meiner Erinnernung nach damit in diesem Blog bereits auftrat):
TOO! DARN! HOT!

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https://youtu.be/WS_YAKZH3lw?si=pjAuowD9JHB6xEJ2

die Kaltmamsell

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