Journal Samstag, 18. Juli 2026 – Einmal gemischte Gewitter
Sonntag, 19. Juli 2026 um 7:43Mit mehr Unterbrechungen als ideal, aber lang geschlafen. Draußen war es mild genug für Balkonkaffee.
In Socken und Strickjacke.
Die Wettervorhersage war für Samstag und Sonntag sehr gemischt, irgendwann würde es ziemlich sicher Gewitter geben. An diesem Wochenende hatte sich Herr Kaltmamsell auf meine Anregung Zeit für eine Wanderung freigehalten, doch es war nicht absehbar, welcher Tag stabileres Wetter versprach. Ich entschied einfach mal, dass wir Sonntag wandern würden.
Auch gestern ließ ich es darauf ankommen und packte für meine Schwimmrunde im Dantebad ein Handtuch für die Liegewiese ein. Als ich losradelte, schien warm die Sonne.
Im Bad insgesamt und auf den Schwimmbahnen speziell war wenig los, neben wolkigen Abschnitten schien meist die Sonne, nur am Ende meiner 3.200 Meter kam eine Gruppe Piranha-Schwimmer mit Spielzeug ins Becken, die mich um das Ende meiner Einheit froh sein ließ.
Jetzt war der Himmel gerade überwiegend blau: Ich legte mich mit Musik auf den Ohren in die Sonne und genoss sie ein Stündchen – mit wenigen schattigen Unterbrechungen. Gerade als ich mich aufrichtete um zu packen, warfen kleine dunkle Wolken, denen ich es gar nicht zugetraut hätte, dicke Regentropfen, die auch noch mehr wurden – ich raffte hastig alles zusammen und verlegte Anziehen und Packen in den Schutz des Schwimmbad-Gebäudes. Beim Heimradeln wurde ich aber nur wenig angeregnet.
Frühstück kurz vor halb drei: Selbstgebackenes Brot mit Butter und Tomate, von Herrn Kaltmamsell angesetztes Kimchi (ein Schüsselchen Kimchi essen: 2 Minuten. Kimchi-Pflanzenfasern aus den Zahnzwischenräumen pulen: 5 Minuten), selbstgebackenes Brot mit Butter und Zuckerrübensirup, Nektarine, Kirschen.
Bauernbrot im Anschnitt.
In unsere frühere Wohnung im 1. Stock wurde schon wieder neu eingezogen, eine Woche nach dem Termin, den die Hausverwaltung per Aushang angekündigt hatte – das direkte Nachmieterpaar (nach einjähriger Grund-Renovierung, die so nötig gewesen war, dass wir in eine andere, bereits renovierte Wohnung im Haus gewechselt hatten) hatte nichtmal vier Jahre dort gewohnt. Das Einzugs- und Einrichtungsgerumpel von unten ließ mich zunächst das Gerumpel eines Gewitters überhören, das aber nur einen kurzen Regenduscher brachte.
Gemütlicher Nachmittag mit Lesen (Internet, Zeitung), nach Ende des Gewitters auch auf dem angenehmen Balkon. Es kühlte ab. Keine Lust auf Yoga, nachdem mich beim Wäscheaufhängen Kreislaufkapriolen mit Schweißausbruch erwischten.
Gestriger Aperitif war Calvados-Tonic.
Herr Kaltmamsell hatte zum Nachtmahl Ernteanteil veredelt.
Von oben: Bohnensalat mit frischem Ernteanteil-Oregano, Ernteanteil-Zucchini-Salat mit Parmesan und Erdnüssen, chinesischer Ernteanteil-Gurken-Salat. Alles ganz besonders fein und köstlich.
Zum Nachtisch gab es Zimtschnecken-Eis mit Armagnac-Zwetschgen, außerdem (zu viel) Schokolade.
§
Spanien und Vergangenheitsbewältigung – die bei einem Bürgerkrieg besonders schwer ist, wenn Nachbarn, Familienmitglieder einander umbrachten und keine Fremden in der Fremde (siehe auch Kroatien-, Bosnien-, Kosovo-Krieg). 90 Jahre danach schreibt Ulrike Fokken für die taz über den Sonderfall Granada:
“Als die Stadt ihren Dichter ermorden ließ”.
Im andalusischen Granada wurden besonders viele Menschen von den Anhängern Francos getötet. Lange tat sich die Stadt mit der Aufarbeitung schwer.







