Journal Dienstag, 25. August 2026 – Unterschätzte Regenkühle

Mittwoch, 26. August 2026 um 6:24

Von keinem der vielen Zwischenaufwachen fühlte ich mich wirklich gestört, freute mich sogar beim Blick auf die Uhr, wie viel Zeit noch bis Weckerklingeln vor mir lag. Doch als er klingelte, war ich unterschlafen und gerädert.

Düsterer Himmel, kalte Luft. Ich schlüpfte dennoch in ein kurzärmliges Kleid und in Sandalen. Letzeres erwies sich über den Tag als zu gewagt, für obenrum hatte ich wenigstens meine Jeansjacke.

Der Arbeitsvormittag war ausreichend geschäftig, doch ich merkte die ruhige Ferienzeit. Draußen setzte Regen ein und blieb fast bis Feierabend, vor allem wärmte der Tag nie über 17 Grad.

Ärger mit Online-Kauf: Ein Pulli sollte am Montag von DHL geliefert werden, ich hatte den Lieferweg ab Bestellung mitverfolgt und um Ablegen vor der Tür gebeten. Doch auf die Nachricht “Sendung kommt heute” folgte “wird zurückgesendet”: Angeblich war ich unter der Lieferadresse (an der ich seit 27 Jahren wohne, an die DHL erst am Freitag zuvor ein Paket geliefert hatte) nicht zu finden. Also hatte ich am Montag eine Alarm-Mail an den Versender geschrieben, vereinbarte gestern erneute Zusendung – dir hoffentlich klappt. Zum einen kann ich diesen Pulli wirklich gut brauchen, zum anderen will ich nicht schon wieder auf den bereits bezahlten Lieferkosten sitzen bleiben.

Die Last des Seins: Gestern war ich gereizt UND missgünstig gestimmt, was zu (inneren) gehässigen Reaktionen auf praktisch alles an den Menschen um mich herum führte – logische Konsequenz verstärkter Selbsthass, denn so will ich wirklich nicht sein, eigentlich sollte überhaupt niemand so sein.

Die Mittagszeit nutzte ich für eine U-Bahn-Fahrt zum Café Fausto: Espressobohnenkauf plus Mittagscappuccino. Unterm Regenschirm waren die Fußwege deutlich weniger idyllisch als auch schonmal, und weil ich dreimal 10 Minuten auf U-Bahnen/Anschlüsse warten musste, dauerte meine Abwesenheit deutlich länger als geplant; nächster Einkauf lieber wieder nach Feierabend. Zumal ich keine Zeitung dabei hatte, gestern war mein Exemplar nicht zugestellt worden, ich musste irgendwas im Internet lesen. Und hatte in meinen Sandalen kalte Zehen.

Aber ich bekam meinen Mittagscappuccino aus einer besonders schönen Tasse.

Mittagessen Banane, Zuckeraprikosen, rote Aprikosen, überreife Renekloden, außerdem Skyjolei. Das Loch vom ehemaligen Backenzahn fühlt sich bereits fast völlig verheilt an, doch ist mir beim Kauen seine Abwesenheit sehr bewusst: Sein unterer Gegenpart mahlt ins Leere. Ich bin immer noch nicht darüber hinweg. Zumal ich jetzt sogar einen Zahn weniger als Herr Kaltmamsell im Mund habe, wo er doch der mit den legendär schlechten Zähnen ist und ich die mit den guten bin!

Auf dem Heimweg kam ich auf den Gedanken, mir vielleicht doch ein Implantat für diese Zahn zu leisten: Er könnte durch seine Unkaputtbarkeit eine Art Poller für die andere Zähne darstellen. Wenn ich den Backenzahn kaputtgeknirscht habe, liegt er auf der Knirsch-Betroffenheit ganz weit vorn. Wenn an dieser Stelle etwas weniger Empfindliches sitzt, kommt nicht gleich der nächste dran?

Der Regen hatte jetzt aufgehört, die Kälte war geblieben. Ich marschierte zügig, um in meinen Sandalen nicht zu frieren, besorgte unterwegs Milchprodukte beim Vollcorner.

Zu Hause Yoga, wieder angenehm anstrengend: Das 30-Tage-Programm “Move” von Adriene ist derzeit genau das richtige.

Der frische Ernteanteil war aufgegessen, Herr Kaltmamsell bereitete aus getrockneten Schwarzen Bohnen eines länger zurückliegenden Ernteanteils mit zugekauften Auberginen (immer ein Liebling) Abendessen. Sehr gut.

Das wichtigste aber: Herr Kaltmamsell probierte Dutch Baby aus, also Yorkshire Pudding in Süß mit Tahini-Sahne und Beeren.

Frisch gebacken und ungefüllt.

Gefüllt. Hatte deutlich mehr von Mehlspeise als von Dessert, schmeckte aber gut – ich mag aber auch Yorkshire Pudding.

Erschütterung beim Tagesschau-Gucken: Nachricht vom Tod Dolly Partons – es gibt niemand Vergleichbares, wie ungeheuer traurig. Die Welt brauchte sie doch im Moment ganz besonders.

Früh ins Bett zum Lesen.

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Eine besondere Anekdote von Gaga zur angeblichen Unsichtbarkeit nicht mehr junger Frauen.
“30. Juli 2026”.

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Den instagram @womaninstreet bespielt gerade eine bemerkenswerte Fotografin: Corna Fean, @cornafeanlynam. Sie erfasst besonders intensiv Spiegelungen (die mich sonst in Street Photography ehrlich gestanden mittlerweile als manieristisch nerven), hier ihre erste Serie aus Dublin, im Text dazu erklärt Conra auch ihre Faszination mit Spiegelungen und Überlagerungen.

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Ein zeitgenössischer Loriot-Jünger (“Das Bild hängt schief”).

die Kaltmamsell

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