Journal Montag, 3. August 2026 – Brighton 3 mit Hitze, in der man eigentlich nicht joggen sollte

Dienstag, 4. August 2026 um 9:18

Gestern gelernt: Ich hätte erst auf meine Laufrunde rausgehen sollen und erst danach bloggen. Andersrum war es bei Verlassen des Hauses um 10:30 Uhr eigentlich viel zu heiß für Cardio-Sport. Die Temperatur in der Ferienwohnung hatte sich so angenehm kühl angefühlt, dass ich das nicht ahnte, und die 25 Grad, die meine App als Lufttemperatur draußen anzeigte, sahen auch nicht abschreckend aus. Doch tatsächlich prügelte die Sonne die ganze Strecke am Meer entlang schattenlos auf mich ein.

Obwohl sich kein Blatt an Bäumen oder Blumen bewegte, kühlte zunächst ein Wind, und ich nahm bereits an, dass das dieser Überall-Gegenwind war, den ich bei unbewegten Blättern vom Radlfahren kenne. Als ich nach 45 Minuten hinter Ovingdean umdrehte, stellte ich aber fest: Nein, in die Gegenrichtung spürte ich überhaupt keinen Wind, die Sonne prügelte noch erbarmungsloser. Zwar sagte ich mir vor, dass ich ja auch schlendern könnte statt zu traben, aber wie so oft probierte ich aus, ob es ging. Und es ging halt.

Reflektierende Sonnenschirme im Knirps-Format verbreiten sich sichtlich.

Hurra! Die (auch durch Crowdfunding finanzierte) Restaurierung der historischen Madeira Terrace hat begonnen.

Ich freute mich schon auch über diese lieb gewonnenen Anblicke, war aber durch die Hitze ziemlich abgelenkt.

Trink-Stopp in Ovingdean – ohne Trinken, denn das Wasser kam HEISS aus den Hähnen (dass “no drinking water” drüber stand, hatte mich noch nie gestört). Ich machte meine Kappe nass und hoffte auf Verdunstungskälte (die ich dann nicht spürte).

Ich WUSSTE es SCHON IMMER!

Die einzigen Paar Meter Schatten auf der Strecke – wirklich.

Das Stück hoch die Straßen entlang zurück zur Ferienwohnung ging ich dann aber sehr langsam und konsequent im Schatten. Weiteres Handicap: Ich habe meine Sonnenbrille daheim vergessen (vielleicht nehme ich das Packen mittlerweile auf die zu leichte Schulter und sollte wieder konsequent mit Listen arbeiten, siehe vergessene Zahnbürsten-Ladestation und ein bislang unerwähntes vergessenes Oberteil), nur der Schirm meiner Kappe hielt das gleißende Licht ein wenig von meinen Augen ab.

In der Wohnung brauchte ich eine ganze Weile und einen Liter Wasser, bis ich wieder zu Kräften kam.

Die Unten-Nachbarin hatte sich mit einem Brieflein für die Pralinen bedankt – sie schien sich wirklich gefreut zu haben, wie schön.

Plan für gestern war lediglich, durch Brighton zu streifen, Schwerpunkt North Laine mit seinen Gässchen voller kleiner Geschäfte.

Auch wenn man dem englischen Rasen diesen nicht mehr ansieht: Hier vorm Royal Pavillon wird gelounget.

Erstmal gingen wir aber nach Kemptown, um in einem italienischen Café zu frühstücken.

Um halb zwei gab es Cappuccino und Focaccia sowie ein Törtchen für mich, das nach Tahini schmeckte (aus der Backstube hörte ich auch Arabisch, nicht Italienisch – völlig ok, “authentisch” hat viele Schattierungen).

In North Laine deckten wir uns wie seit Jahrzenten mit frei mischbaren Süßigkeiten ein und sichteten weitere Läden. Das Wetter war seltsam: Mal wehte ein richtig kühlender Wind, dann erschlug einen wieder die Sonne mit Hitze.

Nach Ausruhen und Nachtrinken in der Ferienwohnung eine weitere Einkaufsrunde fürs Abendessen.

Dieses Gericht, Borani Esfenaj – persischer Spinatjoghurt mit Walnüssen, wollte ich machen/essen, seit ich es las. Aber daheim kam mir wochenlang der Ernteanteil dazwischen, der erstmal wegmusste. Also halt in der Ferienwohnung und im Urlaub. Dafür schüttete ich daheim die Gewürze in einem Gläschen zusammen und nahm die kleine Zitronenreibe mit, die restlichen Zutaten kauften wir vor Ort, weil eh beim Kochen aufgebraucht.

Schmeckte tatsächlich ganz ausgezeichnet, dazu Toast. Nachtisch: Aprikosen, gemischte Süßigkeiten.

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Was man mit den Hinterhöfen unser Ferienwohnungs-Hauszeile machen kann:

Einen zusätzlichen Aufenthaltsraum.

Das ist der Hinterhof unserer Ferienwohnung (und den Rechner tauschte ich am Sonntag bald gegen mein Papierbuch: Das WLAN reichte nicht so weit).

Oder nebenan halt eine Rumpelkammer. Selbst ich beginne bei diesem Anblick Ideen zu spinnen.

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Klar stolpere ich immer, wenn mein Geburtsort Ingolstadt in großen Medien auftaucht. Doch diese Reportage ist auch sonst interessant:
“Das ewige Z
Sie heißen Fröhlich, Landsberger, Höllenreiner – und sind von Auschwitz geprägt. Ein Besuch bei Sinti in Ingolstadt, die sich nicht mehr verstecken wollen.”

Wie so oft: Ich hatte ja keine Ahnung.

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In der Leimutterschaftsdebatte habe ich keine klare Meinung, weil wenige Gefühle (geradezu entspannend, da ich ja auch nicht zuständig für irgendwelche Regelungen bin), hätte allerdings gerne gehabt, dass Kinderhabenwollen/Kinderkriegen und Jens-Spahn-loskriegen als voneinander getrennten Angelegenheiten diskutiert worden wären. Doch ich wusste, dass die kluge Antje Schrupp eine lesenswerte und fundierte Perspektive haben würde – weil sie zu der akuten Zeit gerade im Urlaub war, gibt’s die erst jetzt zu lesen:
“Leihmutterschaft Bullshit Bingo”.
Genau zwischen diesen beiden Werten, also weibliche Selbstbestimmung und Vermarktung von Reproduktionsfähigkeit, schwankt meine Haltung ebenfalls.

die Kaltmamsell

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