Journal Freitag, 18. September 2026 – Peruanisches Geburtstagsfeiern

Samstag, 19. September 2026 um 8:53

Guter Nachtschlaf. Morgens herzte und küsste ich Herrn Kaltmamsell zu seinem Geburtstag, er holte sich Geburtstagskuchen, und ich schenkte ihm zwei Teilnahmen an einem Kochkurs bei Eataly – mit einer Begleitung seiner Wahl.

Der Bavariaring verbarrikadiert sich gegen das Oktoberfest. (Unteres Foto auf dem Heimweg aufgenommen.)

Aber es gab auch GUTE! Auswirkung des Oktoberfests: Mindestens eine der Baustellen in meiner Wohnstraße wurde so umgestaltet und gesichert, dass man fürs Passieren nicht mehr auf die Straße ausweichen muss, sondern den Gehweg nutzen kann. Das kenne ich von einer anderen Baustelle in der Nähe der Theresienwiese, die jahrelang Verkehrsumstände verursachte, aber dreimal fürs Oktoberfest so umgebaut wurde, dass man ohne Umstände vorbei kam. Danach allerdings wieder verumständet.

Im Büro geordnetes Arbeiten, jedoch bedrückt von menschlichen Schatten. Und immer durchgehenderem LWS-Pieksen ins Bein – ich versuchte vergeblich alle Dehnungen, Lockerungen und Mobilisierungen, die mir einfielen.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria. Noch vor meinem Mittagsmarsch um die Blöcke löste ich eine besonders unangenehme Aufgabe: erleichtertes Losmarschieren, erste Wochenend-Gefühle. Und genau diese Bewegung tat meinem Kreuz spürbar gut, mehr Erleichterung.

Zu Mittag aß ich Äpfel und Hüttenkäse – während ein angekündigter eiliger Job reinkam.

Pünktlicher Feierabend bei wunderbar sonnigem Wetter, das jetzt auch wärmer geworden war.

Daheim festgestellt, dass unsere Wohnung ein Wespenfriedhof ist. Sollten wir uns geehrt fühlen, dass so viele Wespen gerade bei uns hereinfliegen (seit Tagen wird jedes Fensteröffnen von Wespensummen gefolgt), nur um dort zu sterben?

Zum Geburtstagsabendessen lud ich Herrn Kaltmamsell ein: Er hatte sich ein Abenteuer gewünscht und zwar peruanisches Essen – wir nahmen eine U-Bahn in die Maxvorstadt zum Nasca.

Wir entschieden uns fürs Menú tradicional, um möglichst viel Peruanisches kennenzulernen. Und stiegen ein mit dem peruanischen Drink: Pisco sour, der schonmal sehr gut schmeckte.

Das Menü startete mit Ceviche: Fisch mariniert in Leche de tigre (mit Limettensaft), dazu Zwiebeln, Koriander, Süßkartoffelpüree, Cancha (frittierten Maiskörnern). Sehr abwechslungsreicher Geschmack, doch wie immer bei Ceviche bedauerte ich, dass ich vom Fisch selbst in all der Zitrus-Säure gar nichts schmeckte, sondern er lediglich Textur beisteuerte.

Sehr gespannt war ich auf das gegrillte Rinderherz gewesen, und tatsächlich war das mein Lieblingsteller des Abends – würde ich das nächste Mal als Hauptgericht und große Portion bestellen, und Herr Kaltmamsell überlegt bereits, ob er es nachbauen kann.

Die Hähnchenbrust in cremiger Sauce, mit Parmesan, Kartoffelscheiben und gekochtem Wachtelei wurde als nahezu kaltes Gericht serviert – anders als bei den Ceviche war ich hier allerdings nicht sicher, ob das so gehörte.

Gegrilltes Rinderfilet in einer herzhaften Sauce mit Reis wieder warm und sehr gut.

Als Dessert gab es Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern (genau das richtige gestern) und Lucuma-Eis – Lucuma wurde uns als peruanische Frucht vorgestellt (wenig erkennbarer Geschmack). Dazu der interessanteste Punkt der Getränke-Begleitung: angewärmter Rum, superaromatisch.

Das Lokal war sehr gut besucht, der Service angenehm, durch die geöffnete Fenster-Front sahen wir hinaus auf die Theresienstraße und stellten fest, dass die Münchner Stadtviertel wirklich immer noch einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, wie schön. Wir unterhielten uns vor allem über unsere jeweiligen Arbeitswochen und aktuellen Lektüren.

Gemütliches Heimschaukeln in der U-Bahn, die Nachtluft frisch, aber nicht wirklich kalt.

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Markus Beckedahl erklärt kundig und nachvollziehbar, was Pressefreiheit und die Algorithmen der Monopol-haft dominanten Online-Plattformen miteinander zu tun haben:
“Pressefreiheit entscheidet sich in der Regulierung von Big Tech”.

Das Bundesverfassungsgericht hat 2003 entschieden, dass auch die Zustellung von Presseerzeugnissen in den Schutzbereich von Artikel 5 des Grundgesetzes fällt. Damals ging es um Botinnen und Boten. Die Begründung gilt aber im digitalen Raum unverändert: Ein Medium, das recherchieren und veröffentlichen darf, sein Produkt aber nicht zu den Menschen bringt, ist praktisch nicht frei.

Die Zustellung übernehmen heute algorithmische Empfehlungssysteme von X, Google, Meta, ByteDance und OpenAI. Der grundrechtlich geschützte Teil der Verbreitung liegt damit bei profitorientierten Unternehmen, die keiner publizistischen Verantwortung unterliegen. Die Regeln dafür werden in Produktabteilungen geschrieben und gelten sofort, ohne Anhörung und ohne Übergangsfrist.

Das Medienrecht hat diese Verschiebung bisher nicht nachvollzogen. Es kontrolliert weiterhin die Konzentration auf der Anbieterseite und lässt die Konzentration bei der Verteilung bisher weitgehend unbeachtet.

Markus schildert die daraus folgende Einschränkung der Pressefreiheit und leitet daraus politische Forderungen ab.
(Ja, schon am Montag gepostet, aber bis ich immer zum Newsletter-Lesen komme…)

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Menopause SCHON WIEDER. Für mich ist das Thema nicht vorbei, solange noch so viele medizinischen Fragen offen sind. (Und es weiterhin Frauen gibt, die völlig unvorbereitet reinrasseln.) Hier eine frische und gute arte-Doku, die sich vor allem mit dem Forschungsstand und seiner jüngeren Geschichte beschäftigt (Erzählerin Maren Kroymann!).

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https://www.youtube.com/watch?v=Mf1PiDdCFN0

Teilweise ganz schön gruslig. Auch aufgegriffen werden die aktuellen gesellschaftlichen Kontroversen um die Hormonersatztherapie, jetzt, wo endlich darüber gesprochen wird.
(Und all diese wundervoll sehenswerten nicht mehr jungen Frauen!)

die Kaltmamsell

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