Journal Samstag, 5. September 2026 – #WMDEDGT mit USA-Verwandtschaft in Augsburg

Sonntag, 6. September 2026 um 7:59

Wie an jedem fünften des Monats fragt Frau Brüllen wieder “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” und sammelt die Antworten unter #WMDEDGT, für diesen September hier.

Nach sehr frühem Einschlafen mittelgute Nacht, vor allem Alkohol-bedingt. Aber lang geschlafen. Draußen dunkle Wolken und ganz leichter Regen, der es noch nicht unter die Bäume geschafft hatte.

Vor allem anderen Katzenwäsche und Auftragen Östrogen-Gel meiner Hormonersatztherapie: Die Tagesplanung war von einem Treffen mit Teilen von Herrn Kaltmamsells US-amerikanischer Verwandtschaft bestimmt, davor wollte ich noch Laufen gehen, und nach eigentlicher Körperpflege nach Laufrunde wäre mir das zu spät und aus dem Rhythmus gewesen. Während das trocknete, zog ich mein Bett ab und startete eine Waschmaschinenrunde damit und mit den anderen angesammelten weißen Kleidungsstücken. Pflanzengießen, ich hinterlege die Erinnerung immer in meinem Handy-Kalender inklusive Spezifikationen zu den Pflanzen, die einen besonderen Gieß-Rhythmus haben.

Jetzt aber endlich Morgenmilchkaffee-Bereitung, Balkonkaffee. Die vorsichtshalber übergezogene Strickjacke legte ich bald ab, es war mild. Ich bloggte vor mich hin.

Ein heftigerer Regenschauer brachte einen deutlichen Temperatursturz. Ich setzte mich rein und plante meine Laufkleidung um. Doch bei meinem Start von der Haustür regnete es gerade nicht, der Regenradar zeigt auch eine längere Pause an: Ich band die leichte Regenjacke um den Bauch.

Es wurde ein schöner Lauf über Südfriedhof, Ostseite Isar entlang, Flaucher, Hinterbrühler See und zurück, erst nach dem Umkehren schlüpfte ich in Regentropfen in meine Jacke. Der Körper spielte gut mit, eine Ibu half ihm beim Kooperieren.

Nußbaumpark

Weiterhin Niedgriststand der Isar: Diese Mauer im Flussbett war mir neu.

Unter den Läufer*innen wurde einander angelächelt und gegrüßt, von einem Sportradler, der gerade irgendwas an seiner Ausrüstung richtete, hörte ich ein “Servus! Das sieht gut aus!” – äh, danke? Nach den ähnlichen Motivationsgrüßen am Undercliff Walk in Brighton frage ich mich jetzt aber: Ist das ein Ding? Wird es gerade in bestimmten Kreisen von Freizeitsportler*innen gutes Benehmen, einander auch außerhalb von Wettbewerben/Massenläufen Aufmunterndes zuzurufen?

Duschen, Fertigmachen, für Sandalen war es mir dann zu kühl.

Mit Herrn Kaltmamsell spazierte ich zum Münchner Gleisende, holte mir noch einen Mittagscappuccino, mit dem setzten wir uns in eine Regionalbahn nach Augsburg (ich las Wochenend-Zeitung auf meinem Handy; bis der Zeitungsausträger einen neuen Schlüssel zu unserem Haus bekommt, hatte ich mir den Online-Zugang freischalten lassen). Auch in diesem September nutzen Herrn Kaltmamsells Cousin und sein Mann die Sommerpause ihres Catering-Business in Florida, um die deutsche Verwandtschaft im Süden und in Berlin zu besuchen. Sie saßen bereits im Auto, mit dem Herr Schwieger uns vom Bahnhof Haustetter Straße abholte: Herzliches Wiedersehen, gut sahen die beiden aus.

Bei den Schwiegers saßen wir ein wenig zusammen, ließen uns vom Stand der Bemühungen erzählen, das Catering-Business zu verkaufen und sich zur Ruhe zu setzen – über das Alter Wohlverdienterruhestand ist der Cousin-Mann eigentlich längst hinaus. Es gab auch einen Programmpunkt für den Nachmittag: Textilmuseum Augsburg. Ich war erst einmal vor Jahren dort gewesen und hatte es in sehr guter Erinnerung.

Zu viert besahen wir erst die Ausstellung Talbot Runhof im Obergeschoß, am interessantesten fand ich allerdings die Erinnerungen und Geschichten, die der Besuch damit assoziierte. An der sorgfältigen Präsentation gefiel mir besonders, dass einige Stoffe der ausgestellten Kleider zum Anfassen bereit standen.

Auch die Dauerausstellung zur langen Textil-Geschichte Augsburgs inklusive funktionsfähiger Orgininalmaschinen sahen wir uns an, die Musterbücher wieder ein besonderer Hingucker.

Ebenso der Museumsshop, in dem unter anderem textile Produkte der Originalmaschinen angeboten werden.

Mittlerweile war Herrn Kaltmamsells jüngerer Bruder dazugestoßen, mit ihm fuhren wir zurück zu Schwiegers. Dort Kaffeeundkuchen: Der erste Zwetschgendatschi der Saison war mit reichlich Sahne mein Frühstück.

Zum Abendessen fuhren wir raus ins Industriegebiet zu dem italienischen Lokal mit riesigem Außenbereich, das gerne für diese Zwecke genutzt wird. Ich freute mich über eine Gemüsepizza an Aperol Spritz, noch mehr aber über weitere Familiengeschichten und Austausch. Wir verabschiedeten Cousin und Mann vorerst, sie werden jetzt eine Woche in Spanien verbringen – ich hoffe auf ein weiteres Treffen vor ihrer Rückkehr nach USA.

Zug zurück nach München, darin viel hübsches Party-Volk. Daheim noch eine Runde Schokolade zum Nachtisch.

die Kaltmamsell

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