Journal Sonntag, 6. September 2026 – Freibadende

Montag, 7. September 2026 um 6:19

Weniger lang geschlafen als nötig gewesen wäre, das aber gut.

Aufgestanden zu Sonne, aber kühler Luft. Angekündigt war allerdings nochmal Wärme, also stellte ich mich nicht nur auf Schwumm im Dantebad ein, sondern auch auf ein letztes Auskosten der Freibadwiese mit Sonnenbad.

Nach Langem hatte ich mal wieder Lust auf Radeln, das Draußen wirkte sonntäglich ruhig genug für minimales LALÜ-Risiko. Ich nahm die schönere Strecke über Hackerbrücke, Nymphenburger Straße, Gern, genoss das Radeln tatsächlich.

Die spärlich bestückten Radlständer vorm Dantebad täuschten: Hochbetrieb in der Sammelumkleide, Hochbetrieb auf den Schwimmbahnen. Im Becken wurde es zwar mit der Zeit etwas ruhiger, aber nicht ruhig genug für gedankenverlorenes Schwimmen: Dafür waren zu viele schwer einschätzbare Co-Schwimmende in stark schwankender Geschwindigkeit unterwegs. Doch ich hatte mir 3.300 Meter vorgenommen, um möglichst viel Sonnenglitzer mitzunehmen, also wurden 3.300 Meter durchgezogen. Mein zwickendes Kreuz hatte ich wieder vorsorglich mit Ibu ruhig gestellt, wieder funktionierte das.

Die Perspektive amüsiert mich immer wieder.

Auch das geplante Sonnenbad funktionierte auf wiederergrünten Grashalmen zwischen hauptsächlich nackter Erde, die Temperatur war genau richtig für Genießen der wärmenden Sonne.

Ab Mittag schaute ich von allen Medien weg, wirklich allen: Das Ergebnis der Landtagswahl Sachsen-Anhalt und wie viele Wähler*innen dort die Welt brennen sehen möchten, würde ich abends auch noch erfahren, aber mittlerweile ekelten mich zum wahrscheinlichen durchschlagenden AfD-Sieg sachliche Lagebefunde und Futur-Zwei-Essays genauso an wie geifernde Apokalyptik.

Zurück radelte ich auf derselben hübschen Route, allerdings in konsequenter roten Welle für den Fahrradverkehr von Stopp an Kreuzung zu Stopp an Kreuzung. Zumindest komplett ohne von einem LALÜ! vom Radl gefegt zu werden!

Frühstück kurz vor halb drei: Zwei dicke Scheiben selbstgebackenes Brot aus der Gefriere, eine mit Butter und Tomate, eine mit Butter und Orangenmarmelade.

Ausführliche Zeitungslektüre auf dem Balkon, dann ging ich endlich den Bügelberg an, der sich seit unserem England-Urlaub angehäuft hatte. Der Spaß daran war übersichtlich, aber ich freute mich am begleitenden Musikhören.

Weitere Häuslichkeiten, eine Runde Yoga. Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den wirklich reichlichen Ernteanteil-Spinat als persischen Spinatjoghurt.

Wieder ganz hervorragend. Herr Kaltmamsell recherchierte dem Rezept ein wenig hinterher und fand unter anderem heraus, dass es eigentlich mit Safran gewürzt wird statt mit Kurkuma – klingt gleich viel persischer. Nächstes Mal.

Nachtisch erstmal Zwetschgendatschi (am Samstag bei Frau Schwieger mitbekommen) mit Sahne, dann Schokolade.

Die Aussicht auf eine weitere Arbeitswoche war ausgesprochen niederschlagend, sie würde mindestens zwei besonders bedrückende Faktoren enthalten. Aber irgendwie muss ja die Miete reinkommen.

§

Ausführliches Feature über eine Gegend, neben der ich groß geworden bin, die wir auch in der Schule durchgenommen haben – und die jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommt: Das Donaumoos.1
“Alle wollen sie Moor”.

  1. Nein, es geht nicht um die dortigen Dorfdiscos als Drogenumschlagplatz. Auch nicht um die Landstraßen, die so schnurgerade sind, das in jeder noch so kleinen Kurve ein Marterl steht, weil sich dort garantiert jemand derrennt hat. []
die Kaltmamsell

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