Journal Montag, 26. Oktober 2026 – Warum mich die Kommentare in diesem Blog irgendwann zu sehr belasteten

Dienstag, 27. Oktober 2026 um 6:25

Irgendwie kam es dazu, dass zum Blogpost über den Sonntag die Kommentarfunktion freigeschaltet war – was die eigentliche Komplettblockade eine Ebene drüber offensichtlich überstimmte. Und schon landeten wieder ein Tipp darin, ungebeten und ohne Zusammenhang mit dem Blogpost. Und schon war ich geradezu panikartig gestresst. Deshalb hier die Zusammenfassung, warum mir mein Blog kommentarfrei so viel mehr Freude bereitet.

In den ersten vielen Jahren meines Bloggens kannte ich die Kommentator*innen, denn sie hatte eigene Blogs, in denen ich sie kennenlernte. Zudem hatten sie unverwechselbare Namen, nämlich selbst gewählte Nicks (Anke Gröner war die eine große Ausnahme – dadurch aber ebenfalls unverwechselbar).

Doch irgendwann waren die Absender*innen von Kommentaren immer öfter random Christines und Petras, ich hätte bei jeder NinaSabineBeate die E-Mail-Adresse checken müssen, um welche von den verschiedenen es sich bitte handelte – nein. Ich kannte immer weniger von den Menschen, die Kommentare hinterließen, konnte mir mangels Publikationen oder auch nur Spuren an anderem Ort auch kein Bild von ihnen machen. Und sie verwendeten das Kommentarformular für ihre eigenen Posts, die sehr oft in einem eigenen Blog viel besser aufgehoben gewesen wären. Oder sie versuchten durch Kommentare, mein Leben mitzubestimmen.

In diesem Sommer gab es ein wunderbares Beispiel bei Frau Brüllen, hier unten.
Dabei versteht niemand den Mitteilungs-Impuls besser als wir Bloggerinnen – aber deswegen haben wir ja ein Blog. Fürs Bloggen die Kommentarfunktion anderer Leut’ Blogs zu nutzen, hat etwas Schmarotzerhaftes.

Zumal ich das ja alles lesen musste, ob es mich interessierte oder nicht, selbst die Ergüsse irgendwann leider sehr gut erkennbarer Absenderinnen: Als Betreiberin des Blogs bin ich für alle Inhalte verantwortlich, auch derjenigen, die andere reinschreiben.

Küchenpsychologisch erkläre ich mir viele Mitteilungs- und Beeinflussungsimpulse in den Kommentarfeldern von Tagebuch-Blogs so, dass die Leser*innen Nähe fühlen, sich für den Alltag der Blogger*innen interessieren – daraus aber instinktiv und fälschlich folgern, dass auch die Autor*innen sich für sie und ihren Alltag interessieren, dass also Gegenseitigkeit besteht. Sie projizieren ihr eigenes Erleben.

Wenn ich auf Eigenlebensrecherche bei alten Blogposts lande, bin ich immer wieder bestürzt, wie viel Übergriffigkeit ich mir in den Kommentaren gefallen habe lassen – ALLES wurde beurteilt und bewertet, einst musste ich mich sogar dafür abkanzeln lassen, dass ich Fotos von Speisen veröffentlichte. Und es waren dann genau die Leute, die regelmäßig kompletten Blödsinn kommentierten, den ich zähneknirschend schweigend stehen ließ, die maulten, ich ließe keine anderen Meinungen gelten.

Wichtig auch hier: Not all Kommentator*innen – ich erhielt sehr oft und viele bereichernde Impulse, profitierte von Kommentaren, herzlichen Dank dafür! Zum Beispiel erfuhr ich auf der Bloglesung, dass weitere Menschen über mein Blog auf die Gymnastik von Gabi Fastner gekommen sind: Darauf stieß mich ein Kommentar hier (nachdem ich um Empfehlungen gebeten hatte), wie wundervoll.

Vielleicht mögen Sie es so sehen: Ich erspare Ihnen die Überlegung, ob ihr eigener Gesundheitstipp nicht vielleicht doch so wichtig ist, dass er meine innige, dringliche, ernste gegenteilige Bitte überstimmt. Oder ob das Ignorieren dieser innigen, dringlichen, ernsten gegenteiligen Bitte sie vielleicht zur blöden Kuh macht.

Und vielleicht bringe ich die eine oder den anderen Mitteilungsbedürftige*n ja doch dazu, rüber zu WordPress zu gehen (zum Beispiel) und sich ein eigenes Blog zu erstellen.

Kommentare zu meinen Blogposts bekomme ich immer noch: auf Mastodon. Das fühlt sich ein wenig wie in den ersten Jahren des Bloggens an, denn diese Leute kann ich wieder über ihren eigenen Kanal kennenlernen, nämlich über ihren Mastodon-Account. Den sie im Idealfall auch nicht unter ChristineNinaSabineBeate führen, sondern unter einem wiedererkennbaren Nick.

Und Kontakt zu mir können Sie ja weiterhin aufnehmen: E-Mail an die Adresse Links.

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Nach recht gutem Nachtschlaf gut in die Arbeit gekommen, die vergessenen Handschuhe beeinträchtigten mich trotz deutlich einstelliger Temperaturen nicht.

Im Büro hob ich mit meinem Outfit nicht nur die eigene Laune, sondern auch die erfreuter Kolleginnen. Allerdings entdeckte ich auch recht früh, dass zu den ohnehin vielen Fingern, auf die ich aktuell genau schauen muss, weitere gekommen waren, die ich für sicher gehalten hatte. Anstrengend.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria, nach zwölf ein Marsch um die Blöcke in angenehm frischer Luft und vereinzelten Sonnenstrahlen.

Zu essen gab es später einen großen Apfel sowie Mango mit Sojajoghurt.

Arbeitsnachmittag recht emsig, das Draußen sah freundlich durchs Bürofenster. Doch die Winterzeit mit ihrem helleren Morgen hat ihren Preis: Noch vor 17 Uhr musste ich Kunstlicht zuschalten.

Meinen Heimweg trat ich nach Feierabend also im fast ganz Dunklen an. Unterwegs Einkäufe im Drogeriemarkt und beim Vollcorner, außerdem schlug ich in einem Pop-up Lebkuchen Schmidt zu.

Zu Hause Räumen, Wäscheaufhängen, eine Runde Pilates – fast zu anstrengend.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den Pakchoi aus Ernteanteil chinesisch und mit Reis. Nachtisch Süßigkeiten, unter anderem Dominosteine von Lebkuchen Schmidt – eine ganz andere Nummr als die Supermarkt-Ware.

Früh ins Bett zum Lesen. Ich hatte Naomi Mitchison, Travel Light ausgelesen, wirklich schön und speziell, punktgenau traf die Benachrichtigung der Stadtbibliothek ein, dass das vorgemerkte Als Großmutter im Regen tanzte von Trude Teige, Günther Frauenlob (Übers.) zur Verfügung stand. Das startete ich gestern (und wurde gleich auf der ersten Seite von einer Variante der Informationsvermittlungstechnik “Hans, der, wie du weißt, dein Bruder ist.” rausgerissen – ging aber besser weiter).

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Gesammelte Blogposts über die Bloglesung am Samstagabend (im Fall ergänze ich in den nächsten Tagen, damit alles an einem Ort ist):
– Organisatorin Frau Klugscheißer
– Mitlesender Markus Pfeifer
– Mitlesende Novemberregen
– Mitlesende Vanessa Giese

– Herzbruch
– Herr Rau
– loosy
– Stadtneurotiker
– Crocodylus

die Kaltmamsell

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