Journal Montag, 5. Oktober 2026 – Post aus Marbach
Dienstag, 6. Oktober 2026 um 6:27Recht gute Nacht, nachdem mich ein Stechmücken-Summen aus dem Einschlafen gerissen hatte: Aufstehen, Mückenspray aus dem Wanderrucksack fischen, gründlich einsprühen. Danach konnte ich allerdings von der Aufregung und dem aufdringlichen Geruch des Sprays lange nicht wieder einschlafen. Zur Entschädigung bekam ich eine Reihe sehr angenehmer Träume, den beim Weckerklingeln hätte ich gerne weitergeträumt, darin kamen sowohl Benedict Cumberbatch als auch ein nach Hannover verzogener Freund und San Sebastián vor.
Mit ganz erstaunlich schmerzender Hüft-/LWS-Gegend aufgestanden.
Die Straßen waren nass, die Luft draußen kühl, aber nicht wirklich kalt; ich marschierte nochmal mit nackten Beinen unterm Rock in die Arbeit.
Endlich vorbei.
Sogar die Boulevardmedien können jetzt mit anderen Themen für sich werben.
Im Büro mehr Entertainment durch Schmerzen (Tisch rauf, Tisch runter), aber auch höchst erfreulicher Menschenkontakt. Irgendwann erinnerte ich mich an die Existenz von Ibu, die half auch schnell.
Mittagscappuccino aus der Cafeteria, damit ich die Mittagszeit für einen Marsch um die Blöcke in jetzt wieder sonnigem Wetter nutzen konnte. Das war auch eine gute Idee, die kühle Luft atmete sich herrlich.
Mittagessen Apfel, Skyjolei.
Aus unerfindlichen Gründen wurde ich aus meinem Windows-Konto ausgesperrt (nein wirklich: Natürlich fragte der Admin erstmal, ob ich mein Passwort dreimal falsch eingegeben hätte – hatte ich aber definitiv nicht, gleich der erste Eingabeversuch nach der Mittagspause ergab “Konto gesperrt. Wenden Sie sich an Ihren Admin”).
Während ich auf die Wiederherstellung meines Zugangs wartete, sah ich in mein privates Postfach und fand eine
„Archivierungsanfrage aus Marbach“.
Das Deutsche Literaturarchiv Marbach hat den Auftrag, die Literatur und das literarische Leben der Gegenwart zu dokumentieren und öffentlich zugänglich zu machen. Aus diesem Grund verzeichnet und archiviert die Bibliothek des DLA literarische Online-Publikationen. Auf diese Weise wird das Online-Angebot Ihrer Publikation dokumentiert, archiviert und der Öffentlichkeit nachhaltig zugänglich bleiben, und zwar ohne weiteren Arbeits- und Kostenaufwand für Sie.
Vor diesem Hintergrund bittet man um meine Erlaubnis, dieses Blog zu archivieren. Mein erster Reflex war: Aber das ist doch nur irrelevantes Geschreibsel! Dann fiel mir ein: Das können die Leute dort besser einschätzen als ich. Und jetzt fühle ich mich ungeheuer geehrt, Tag gerettet. Aber ich verspreche Ihnen (*bebende Unterlippe*): Ich werde nie vergessen, woher ich komme.
Mittelinteressante Körperlichkeiten: Erst gestern Nachmittag schlug der Schwimm-Wadenkrampf vom Samstag so richtig mit Schmerzen zu. Ich hinkte lustig die Bürogänge entlang.
Feierabend zu goldenem Sonnenlicht.
Zieräpfel vorm Bürogebäude.
Besorgungen: U-Bahnen brachten mich zum Candidplatz, damit ich in der Kaffeerösterei Fausto Espresso-Nachschub kaufen konnte.
Goldenes Sonnenlicht auch auf dem benachbarten Templer-Kloster.
Auf dem Heimweg weitere Lebensmittel-Einkäufe. Fürs Abendessen war ich zuständig: Restliche gekochte Kichererbsen (von eigener kastilischer Familie! ich finde das immer noch saucool) vom Freitag wurden ein Salat mit Tomaten, Gurken, Frühlinszwiebeln, Petersilie, frischer Minze, Zitronensaft, Olivenöl. Schmeckte sehr gut. Nachtisch viel Schokolade.
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Von Tobias Müllers Newsletter “Gruß aus der Küche” habe ich hier möglicherweise noch nicht genug geschwärmt: Die Verkostungen, Marktberichte, Suchen nach optimalen Zubereitungsweisen in diesen Nachrichten aus Wien zeugen von Kenntnis, Leidenschaft, Genussfreude und kompletter Abwesenheit von Firlefanzigkeit. Die aktuelle Ausgabe ist Paywall-frei, weil sich Tobias Müller möglichst vielen Input erhofft.
“Sieben Restaurants, die Wien gut täten”.
Woraus Sie nicht nur die bereits bestehende Flughöhe der Wiener Gastronomie und Kulinarik entnehmen können (da gibt’s, weiß ich aus vorherigen Newslettern, Leute, die Bambus anbauen und FRISCHE Bambusschößlinge verkaufen!), sondern auch enorm viel kundigen Hintergrund.
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Lustige Tierbilder aus der Wildnis:
“Comedy Wildlife Photography”.






