Journal Dienstag, 3. November 2026 – #Uralub Tag 3 mit Schwimmen, Arztpraxen, Pasta-Kochkurs

Mittwoch, 4. November 2026 um 8:18

Sehr lang geschlafen, das fühlte sich sehr urlaubig an.

Das Draußen ließ voll den November raus, inklusive Kälte – das bin ich vom November gar nicht mehr gewohnt.

Tagespläne: Schwimmen, Cordhosen-Check, Rezepte in Arztpraxen holen, Pasta-Kochkurs.

Für die Umsetzung meiner Schwimmpläne ließ ich mich zum Olympiabad fahren, Herr Kaltmamsell kam auf meine Anregung mit.

Es war wirklich unangenehm kalt.

Doch auf den Bahnen war herrlich wenig los (das war meine Hoffnung gewesen: Schulferien geben Bahnen frei, die sonst möglicherweise mit Sportunterricht belegt sind), Schwimmen lief recht gut, bereitete mir aber nur in den mittleren tausend Metern echten Genuss. Schön hingegen Menschliches: Als eine Turboschwimmerin auf der Bahn merkte, dass sie mich mit ihrer Rollwende erschreckt hatte, bat sie von Herzen um Verzeihung – ich lachte und versicherte ihr, dass wir schon miteinander zurecht kommen würden. Als ich sie bei einer späteren Wende vorlassen wollte, erklärte sie: “Ich hab erst noch Pause.” Und überholte mich dann erst auf der nächsten Bahn. So mag ich das, wenn aufeinander geschaut wird.

Schwimmen macht schön.

Ich wünsche mir für diesen Winter eine braune oder grüne Cordhose und hatte einer Bemerkung entnommen, dass Uniqlo solche anbietet, die ja seit einiger Zeit einen echten Laden in München haben. Meine Rückfahrt führte daran vorbei, ich stieg also an der Münchner Freiheit aus und spazierte hin. Das Ladengeschäft erwies sich als vollgestellt mit Ware in engen, hohen Regalen, und wirkte sehr voller Kundschaft (ich kann nicht beurteilen, wie viel dieser Wirkung dem unglücklichen Ladenbau geschuldet war). Cordhosen fand ich der obigen Bemerkung folgend in der Herrenabteilung, doch sie wirkten minderwertig und so billig wie ihr Verkaufspreis, die wollte ich nicht. Ein wenig Umsehen beim Rausgehen verstärkte den Eindruck der Windigkeit aller Ware, die dort angeboten wird. Aber wie praktisch, dass ich das in einem echten Laden herausfinden konnte.

Daheim gab es zum Frühstück kurz vor zwei ein restliches Sellerieschnitzel vom Vorabend, außerdem Skyjolei.

Nächster Programmpunkt: In der Praxis meiner Gynäkologin und in der Hausarztpraxis holte ich mir die Rezepte für meine Dauer-Medikamente – dank Urlaub in aller Ruhe und nicht gehetzt nach Feierabend oder in einer Mittagspause. Beim Heimkommen nahm ich aus dem Keller Wintermantel und -jacke mit, im Ledermantel war es mir auf meinen Wegen zu kalt gewesen.

Vor dem abendlichen Kochkurs mit Abendessen brauchte ich noch Überbrückungsnüsse, ich war schon wieder hungrig. Nämlich: Ich hatte Herrn Kaltmamsell einen Pastakurs für zwei im Eataly geschenkt, in Form von Gutscheinen. Und er war so freundlich, als +1 mich mitzunehmen. Die Umwandlung der Gutscheine in eine Kursanmeldung hatte ihn viel Zeit und Mühen gekostet, online, telefonisch und mit Besuch vor Ort – das scheint nicht wirklich vorgesehen zu sein.

Aber wir schafften es, gestern Abend für den Kurs “Carbonara, Cacio e Pepe & Amatriciana” eingelassen zu werden. Und so ließen wir uns beibringen, wie man Eierpasta auf dem Brett zubereitet (hatten wir bislang immer mit der Küchenmaschine gemacht – ich fand es als durchaus Lebens-abhakend, mal die Pastamach-Fotos aus den Kochbüchern selbst umzusetzen), ließen uns die Arbeitsschritte hinter den Titel-gebenden Zubereitungen erklären und vorführen (Cacio e Pepe: eine Paste aus geriebenem Pecorino, Parmiggiano, Pfeffer mit Pasta-Kochwasser anrühren!).

Das alles in sowas Ähnlichem wie Englisch von den beiden italienischen Vorköchen, so war der Kurs auch angekündigt gewesen. Die drei Reihen mit Arbeitsplätzen für den Kurs waren fast voll besetzt, angenehme Stimmung mit u.a. Freundinnen-Paaren, Lebenspaaren, betagter Vater mit zwei erwachsenen Söhnen, Mutter mit Teenager-Tochter.

Anschließend gab es die Pasta dann zu essen, dazu Wein.

Cacio e Pepe

Carbonara (ebenfalls mit Eigelb und Käse als Paste mit Kochwasser angerührt), und dann noch Amatriciana (OHNE Peperoncino in der Sauce).

Schmeckte sehr gut, allerdings fand ich schon immer Eiernudeln dafür unpassend: Sie werden für meinen Geschmack immer zu dick und hart (ich besaß bereits als Studentin meine eigene Nudel-Walzmaschine). Wenn überhaupt selbstgemachte Pasta, dann bevorzuge ich die ohne Ei aus Hartweizengries – am besten passt meiner Ansicht nach für alle diese drei römischen Klassiker gekaufte, getrocknete.

Abschließend gab es noch italienisches Mürbe-Gebäck, das sehr gut und hausgemacht schmeckte.

Um halb elf waren wir daheim im Bett, ich ließ mich noch eine Weile von Andreu Martíns Don Jesús ins Katalonien der frühen 1990er nehmen (und hatte bereits beim Pasta-Abend Herrn Kaltmamsell vorgeschwärmt, wie darin geschickte Erzähltechniken funktionieren – im Gegensatz zum ärgerlichen Als Großmutter im Regen tanzte).

die Kaltmamsell

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