Journal Montag, 15. Dezember 2025 – Neither the best of times nor the worst of times
Dienstag, 16. Dezember 2025 um 6:17Nicht ganz erholsame Nacht, und beim Aufstehen stellte sich heraus, dass Herr Kaltmamsell krank war. Selbst fühlte ich mich lediglich ziemlich entkräftet.
Auf dem Weg in die Arbeit wurde ich auf dem dem Kaiser-Ludwig-Platz an der grünen Fußgängerampel fast von einer Radlerin umgemäht, die bei Rot über ihre Ampel bretterte. Zum Glück erschrak sie rechtzeitig.
Edgar-Wallace-Licht über der Theresienwiese.
Arbeitsvormittag mit Emsigkeiten, einig geplant (mit Gerenne und physischer Jonglage), einige ungeplant. Mittagscappuccino war keiner drin, mir fehlte allerdings auch die Lust darauf. Ich versuchte mit aller Kraft, Freude aus dem Verschwinden des Nebels, schließlich wolkenlos blauem Himmel und Sonnenschein zu ziehen, zudem führten meine Arbeitswege mich auch nach draußen.
Dass mich so böse Kreuzschmerzen wie lange nicht mehr plagten, half allerdings nicht.
Erst spät war Zeit für Mittagessen: Orangen (wir habe die zehn Kilo in elf Tagen weggekriegt!), Hüttenkäse.
Echter Freudenmoment: DAMPFLOK VORM BÜROFENSTER!
War sicher eine der beiden vom Bayerischen Eisenbahnmuseum, die am Wochenende zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof fuhren.
Arbeitsnachmittag mit Ärger und einem gerüttelt Maß Wahnwitz, aber auch mit immer hilfreichen Kolleg*innen, für die ich mir jederzeit und in jeder Lage ein Bein ausreiße.
Nach Feierabend (jetzt hatten sich die Kreuzschmerzen zu Unterleibschmerzen ausgeweitet) spazierte ich zur Bahnhofspost, Paketabholkarte in der Hand. Entgegen Herrn Kaltmamsells Warnungen, die mich auf mindestens eine halbe Stunde Warten in der Schlange vorbereiteten, stand ich keine fünf Minuten an: Sehr viele Schalter waren besetzt, die Abfertigung ging wie’s Brezelbacken. Und das Packerl stellte sich als nichts Bestelltes heraus, sondern als ein Geschenk von Oldenburger Freundinnen!
Auf dem Heimweg Lebensmitteleinkäufe, daheim erstmal Räumen. Die programmierte Waschmaschine schaltete von 1 Minuten Restzeit auf 31 um – also doch erstmal Gymnastik. Ich entschied mich für eine Folge Yoga mit Jessica Richburg, die sehr gut tat.
Währenddessen traf eine Reaktion von DPD auf meine Reklamation ein: Sie beharrten darauf, mein Paket sei vergangene Woche wie gewünscht abgestellt worden, auf meinen Wunsch, also keine Ansprüche, fertig. Mist, ein Geschenk weniger (und ein durchaus spürbarer finanzieller Verlust). Zumindest den Versuch mit Zettelaufhängen an Nachbarn mache ich noch (in den 26 Jahren, die wir hier wohnen, ist noch nie ein Päckchen weggekommen).
Endlich war die Waschmaschine durch, das Abendessen verschob sich wegen Wäscheaufhängens.
Herr Kaltmamsell hatte ein recipe nach Ottolenghi gemacht, mit Tofu und einer Sauce mit schwarzen getrockneten Limetten, außerdem Spinat, dazu Reis. Schmeckte gut, doch Herr Kaltmamsell war sehr unzufrieden. Nachtisch Stollen und Schokolade.
Früh ins Bett zum Lesen, Johns Steinbecks schönes Travels with Charley ausgelesen.
1 Kommentar zu „Journal Montag, 15. Dezember 2025 – Neither the best of times nor the worst of times“
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17. Dezember 2025 um 0:23
Paketzustelldienste… in geschätzt 99,99% de Fälle klappt alles wunderbar,aber wenn mal nicht, hat man halt leider schlechte Karten. Da wär ein videoüberwachter Hauseingang schon ganz nützlich als Beleg.
Ich bekomme nicht allzuviele Sendungen und hatte nur zweimal klitzekleine Probleme in den letzten Jahrzehnten.
Einmal einfach ein falsche Adresse (Päckchen war beim Nachbarn, auf dem Zettel stand aber jemand weiter weg).
Das zweite Mal war schon eher ärgerlich: ich war zuhause und sah auch das Fahrzeug halten, konnte nicht sofort runter, es hat aber auch niemand geklingelt. Zettel im Kasten „nicht angetroffen, blah blah, abholen im Lager“. Das war ein sehr schweres Teil, der Fahrer hatte es vermutlich gar nicht eingeladen. War für mich dann mit viel Fahrerei verbunden, ein normal Berufstätiger hätte einen Tag Urlaub nehmen müssen, ich konnte es mit einem Ausflug nach Südhessen verbinden.
Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit Post und Lieferdiensten, meine Bekannten auch.
Zweimal, als man dazu noch nichts angeben musste, wollten Fahrer nichts einfach vor der Haustür ablegen und sind um’s Haus rum, haben die Päckchen auf dem Terrassentisch abgelegt.
Fand ich toll, hab die Leute leider nie zu Gesicht bekommen, um mich zu bedanken.
Hier geht es wohl eher um einen Diebstahl als um Pfusch beim Service. Aber auch da wäre eine Videoüberwachung an der Haustür ganz hilfreich. Jedenfalls in der Großstadt. Dazu an jeder Kreuzung, und flugs könnte die Polizei den Dieb nach Hause verfolgen. Klappt ja toll im Vereinigten Königreich – zumindest kennt man das so aus fast allen britischen Krimis der letzten Jahrzehnte :-).
Ich bin gespannt, wie das funktionieren soll, wenn demnächst Päckchen per Drohnen zugestellt werden sollen (testet man ja angeblich). Absetzen im Vorgarten mag in Ordnung sein, bei Regen vielleicht suboptimal, aber was wenn das nicht erlaubt wird und die Drohne einen Zettel in den Briefkasten schieben soll?