Journal Mittwoch, 31. Dezember 2025 – Sonnenschwimmen draußen
Donnerstag, 1. Januar 2026 um 9:06Letzter Auftritt der Jahreszahl 2025 in der Überschrift.
Beim einzigen Aufwachen in der guten Nacht (Klogang) blinkten immer noch Sterne am Himmel, ich begann auf einen Sonnentag an Silvester zu hoffen: Den bekam ich dann auch zu meiner großen Freude und plante meine gestrige Schwimmrunde unter freiem Himmel im Dantebad.
Dazu machte ich mich besonders früh auf den Weg, denn an Silvester schlossen die Münchner Bäder bereits am frühen Nachmittag. Meine Fehleinschätzung: Ich hatte eher weniger Leute auf den Schwimmbahnen erwartet, es waren dann so viele, wie ich möglicherweise noch nie erlebt habe. Aber wir kamen gut miteinander klar, und schon bereiteten mir Sonnenschein, Gleiten durchs warme Wasser und Atemholen in kalter Winterluft so großes Vergnügen, dass ich mein Tagesziel auf 3.300 Meter erhöhte – mühelos erreicht.
In meiner Mastodon-Timeline wurde sich aus konkretem Anlass gerade verstärkt übers Schwimmen ausgetauscht. Auch ich würde ja bei Sehnsucht nach längeren Strecken / besserer Technik Kurse empfehlen, doch dann kam mir der Gedanke: Vielleicht ist Vergnügen am Schwimmen Voraussetzung für Erfolg von, nicht das Ergebnis von Kursen? Ich sehe im Dantebad so oft wiedererkennbare Menschen offensichtlich vergnügt viele Bahnen ziehen, deren Stil allen Regeln widerspricht (oder gibt es eine Schwimmart Rückenfrosch? Sitzschwimmen mit Flossen? Wasserrühren?), dass Spaß und Strecke eventuell nicht von Technik abhängen.
Nach dem herrlichen Schwimmen kam ich in der Umkleide mit gleich zwei anderen Schwimmerinnen ins Geplauder (nacheinander), ich mag die Mini-Vertrautheit in diesem Bad.
Zurück nahm ich eine Tram, um mehr von der Sonne zu sehen. Am Stiglmaierplatz stieg ich für den Kauf von Frühstückssemmeln aus, spazierte von dort zu Fuß nach Hause.
Plakat der Rosa Liste für die Stadtratswahl Anfang März. Ich freue mich bei jeder Sichtung an der Erinnerung, dass 1996 mit Thomas Niederbühl in München europaweit erstmals ein Vertreter einer schwul-lesbischen Wählergruppe in ein Kommunalparlament einzog – und versuche seit meinem Zuzug nach München 1999 bei jeder Stadtrats- und Bezirksausschusswahl mit meiner Stimme sicherzustellen, dass die Rosa Liste in diesen Gremien vertreten ist. Den aktuellen Stadtratskandidaten Bernd Müller (Thomas Niederbühl tritt nicht mehr an) kenne ich sogar persönlich.
Kurzer Halt in der Schillerstraße für Mittagscappuccino in einem Eckcafé, das mir aufgefallen war: Terramoon.
Boah, die Preise im Central Quartier (bitte französisch aussprechen, wenn sie meinem Viertel einen neuen Namen aufdrücken, bestimme ich zumindest, wie er klingt) sind ja ganz schön g’salzn, 4,50 Euro für einen Cappuccino? Sammer in Berlin?
Frühstück kurz nach eins: Körnersemmel mit Crowdfarming-Manchego, Seele mit Butter.
Es blieb sonnig, ich las im Wohnzimmer Zeitung, kuratierte Lieblings-Microbloposts, las Roman – und atmete viel durch den Mund, denn der Preis für das großartige Schwimm-Erlebnis war wieder Chlorschnupfen.
Gestern hatte das Böllerverbot keine Wirkung: Es knallte wie eh und je am 31. Dezember, je später am Tag und Abend, desto mehr.
Der letzte Tag des Jahres verabschiedete sich mit Abendrot.
Den Unsichtbaren Salat zum Nachtmahl bereitete ich zu, tagesaktuelle Abwandlungen: Viel mehr Vogerlsalat (gab’s an der Einkaufsstelle nur in einem größeren Pack), Apfelessig (war halt da), Mandelblätter statt -stiften (weil ebenfalls vorhanden; für den Crunch sorgte der Chicoree, das Aroma von gerösteten Mandeln blieb), und wie schon seit einigen Malen ersetzte ich den Honig durch Ahornsirup, weil sich bei mir der Honig nie in der Marinade auflöst.
Großartiges Essen. Silvesterlich hielten wir das Getränk des Abends:
Der Albet i Noya Espriu Brut Reserva schmeckte mir überdurchschnittlich gut für einen Schaumwein, merken. Nachtisch Schokolade.
Im Fernsehen ließen wir Die Gräfin von Hongkong laufen, den ich als berühmt abgespeichert hatte, aber noch nie gesehen. Schon nach wenigen Minuten wollte ich wissen, von wem dieses hinkende Drehbuch war: Oh, ich hatte vergessen, dass das 1967 der letzte Film von Charlie Chaplin war, der Regie führte, für das Drehbuch verantwortlich war und auch selbst auftrat. Wirklich kein Meisterwerk.
Mit Ohrstöpseln und bei geschlossenen Fenstern ins Bett zum Lesen. Wünsche einen schönen komplett neuen Kalender.
2 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 31. Dezember 2025 – Sonnenschwimmen draußen“
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1. Januar 2026 um 10:25
Ein gutes Neues Jahr! Ahornsirup ist ja auch lecker! Bei mir funktioniert mein Senf-Honig-Dressing, wenn ich erst Gewürze, Senf und Honig zu einer Art Creme verrühre und dann nach und nach Öl und Essig dazugebe.
1. Januar 2026 um 12:29
Vergnügte Schlecht-Schwimmerin hier. Ich kann “nur” Brustschwimmen und denke manchmal, dass ich im Kraulstil bestimmt weiter käme. Aber wozu? Ich schwimme ja zum Spaß, es macht für niemanden einen Unterschied,wie viel Strecke ich zurücklege, warum sollte ich also etwas ändern? Kurs finden, in den Tagesablauf einbauen, regelmäßig hingehen, üben… dafür bin ich zu faul! Lieber schwimme ich so, wie es schon seit Jahren für mich gut klappt.
Herzliche Grüße und alles Gute fürs neue Jahr!